Kinder bringen von Anfang an Forschergeist mit, doch wissenschaftliches Denken und Forschen will geübt sein – das können Kinder schon ab dem Kitaalter tun. Für die pädagogischen Fachkräfte ist der Forschungskreis eine Methode, mit der sie den Erkenntnisgewinn der Kinder unterstützen können.
In der Wissenschaft wird versucht, durch eine systematische und zielgerichtete Suche Antworten auf bestimmte Fragen und Phänomene zu finden. Auch Kinder entdecken forschend die Welt, ausgehend von eigenen Fragen und rätselhaften Beobachtungen. Das kindliche Forschen ähnelt dabei durchaus dem wissenschaftlichen Forschen eines Erwachsenen. Allerdings unterscheiden sich Kinder und Erwachsene darin, wie sehr ihnen das eigene Vorgehen bewusst ist und wie systematisch sie dabei vorgehen.
Welche Experimente gefallen Euch denn am besten?
„Die, wo man nicht weiß, was passiert,“ sagte einer der kleinen Forscher.
Der Forschungskreis
Die Stiftung möchte die forschende Grundhaltung bei Kindern dauerhaft begleiten und unterstützen. Mit der Methode des Forschungskreises hilft sie pädagogischen Fachkräften, den Prozess des Erkenntnisgewinns der Kinder zu begleiten. Der Forschungskreis beinhaltet zentrale Etappen des Forschungsprozesses. Damit kann das Forschen ab dem Kitaalter so gestaltet werden, dass die Mädchen und Jungen, ausgehend von ihren eigenen Fragen, neue Lernerfahrungen machen können:
Fragestellung: Forschen heißt Fragen! Gemeinsam finden Kinder und die pädagogische Fachkraft eine Fragestellung, die für die Kinder interessant und motivierend ist, weil sie dabei Neues erfahren und ihr Weltbild erweitern können.
Vorwissen und Vermutungen: Die Fachkräfte und die Kinder denken darüber nach, was sie schon zu ihrer Frage wissen und welche Vermutungen sie haben. Auf dieser Grundlage können sie überlegen, wie sie am besten zu einer Antwort gelangen (z.B. durch einen geeigneten Versuch).
Eigene Versuche: Jedes Kind sollte ausreichend Zeit haben, um seine eigenen Idee auszuprobieren und in Versuche umzusetzen, in seinem eigenen Tempo zu arbeiten und Dinge zu wiederholen.
Beobachten: Pädagogische Fachkräfte ermuntern Kinder zum genauen Beobachten und Beschreiben. Dadurch nehmen die Kinder bewusst wahr, was sie erforschen und wie sich die Dinge, die sie untersuchen, verhalten.
Dokumentation: Wenn Kinder ihre Beobachtungen, Ideen und Arbeitsschritte dokumentieren, wird ihnen das neu Erfahrene bewusst und für später festgehalten.
Reflexion: Wenn der Tatendrang des Ausprobierens gestillt ist, können die Kinder in der Reflexionsphase verarbeiten und besprechen, was sie erlebt und entdeckt haben. Dabei üben sie auch, eigene Erklärungsversuche zu formulieren.
Diese Schritte werden nicht immer alle und nicht immer in dieser Reihenfolge durchlaufen. Oft wird durch eine neue Beobachtung gleich ein neuer Versuch angestoßen, bevor ausführlicher über die Bedeutung verschiedener Ergebnisse nachgedacht wird. Oft ergeben sich am Ende neue Frage! Das ist wie in der „großen" Wissenschaft – der Prozess des Fragens, Forschens, Findens und Weiterfragens geht immer wieder von Neuem los.
Eine umfassende Beschreibung des Forschungskreises beinhaltet die Broschüre "Pädagogischer Ansatz der Stiftung 'Haus der kleinen Forscher'", die im Sept. 2011 neu erscheint. In der Themenbroschüre „Forschen mit Magneten" finden Sie beispielhaft Anregungen zur praktischen Arbeit mit dem Forschungskreis.

