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Pizza oder Vollkornbrot?
Ein Interview mit Sarah Wiener

Die Spitzenköchin Sarah Wiener engagiert sich mit ihrer Stiftung dafür, die Ernährungskompetenz von Kindern und ihr Wissen über Nachhaltigkeit zu verbessern. Sarah Wiener ist überzeugt, dass gute Ernährung das Fundament einer gesunden Lebensweise bildet.

Sarah Wiener und kleine Forscher
Die Sarah Wiener Stiftung arbeitet 2011 mit dem "Haus der kleinen Forscher" zusammen.

Was war Ihre Lieblingsspeise, als Sie ein Kind waren?
Sarah Wiener: Ich war wild auf Grießbrei. Den mag ich auch heute noch. Ab und an. Am liebsten mit selbstgemachtem Birnenkompott und Sirup von schwarzen Nüssen. Eine ausgesprochene Lieblingsspeise habe ich nicht.

Warum sind Sie so begeistert vom Kochen?
S.W.: Kochen ist kreativ, befriedigend, haptisch, riecht gut und fördert die Feinmotorik. Man kann seine Zuneigung für andere so unmittelbar ausdrücken - und nährt sich nebenbei noch selbst.

Wie ist die Idee entstanden, die Sarah Wiener Stiftung zu gründen?
S.W.: Die entstand, weil ich gemerkt habe, dass immer mehr Menschen von der Lebensmittelindustrie abhängig sind und nicht mehr beurteilen können, was sie essen. Viele können nicht mehr bestimmen, was sie essen wollen, weil sie nicht mehr kochen können.

Warum arbeiten Sie mit der Stiftung „Haus der kleinen Forscher" zusammen?
S.W.: Die Ziele und pädagogischen Ansätze vom „Haus der kleinen Forscher" und der Sarah Wiener Stiftung passen sehr gut zusammen. Beide bilden pädagogisches Fachpersonal fort. Beide verfolgen einen Ansatz, der die Kinder aktiv einbezieht und auf ihre Neugie und Begeisterung setzt. Auch thematisch ergänzen wir uns hervorragend: Wo sonst kommt man im Alltag mit so vielen naturwissenschaftlichen Phänomenen hautnah in Berührung wie beim Kochen?

Das Motto der Sarah Wiener Stiftung lautet „Für gesunde Kinder und was Vernünftiges zu essen" – was ist denn vernünftiges Essen?
S.W.: Vernünftige Ernährung bedeutet für mich zuerst, überhaupt zu wissen, was ich esse. Zum Beispiel indem ich meine Mahlzeiten selbst zubereite und mich nicht blind auf Fertigprodukte verlasse. Weiter gedacht heißt „vernünftig essen", auch im Blick zu haben, welche Auswirkungen mein Essverhalten auf die (Um-)Welt hat.

Im Supermarkt gibt es ein unüberblickbares Angebot an Nahrungsmitteln. Woran erkennt man, was gesund ist?
S.W.: Man sollte möglichst unverarbeitete Grundnahrungsmittel kaufen. Dann spart man sich das Etikettenstudium und ist immer auf der sicheren Seite.

Wie erklären Sie Kindern, was gesundes Essen ist?
S.W.: „Gesundes Essen" klingt für manche Menschen nach Strafe, Lustfeindlichkeit und Verzicht. Warum eigentlich? Gesundes Essen ist immer auch schmackhaft, abwechslungsreich und sinnlich. Das muss die Botschaft sein.

Was passiert, wenn wir nur ungesunde Sachen essen?
S.W.: Mit unserem Körper und unserer Umwelt passiert genau dasselbe, was mit allen Dingen passiert, wenn man sie nicht pflegt und nicht gut behandelt: Sie verkommen, gehen leicht ein und schneller kaputt.

Was können Eltern, Erzieherinnen und Erzieher tun, wenn Kinder partout lieber Schokolade oder Pizza essen möchten, als Äpfel oder Vollkornbrot?
S.W.: Prinzipiell sind Pizza und Schokolade in Ordnung. Eltern sollten nur keinen Vorrat an Süßigkeiten für zu Hause kaufen und dann einen Abwehrkampf darum führen. Pizza kann man mit Kindern super selbst backen. Die Erwachsenen haben eine Vorbildfunktion: Wer selbst Vollkornbrot zum Frühstück isst, wird auch seine Kinder davon überzeugen.

Warum ist es wichtig, auf gutes, gesundes Essen zu achten?
S.W.: Wir leben durch unser Essen. Gibt es Wichtigeres in unserem Leben?

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