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Musikinstrumente selbstgemacht!

Zusammen Musizieren und Singen macht Freude und weckt die Neugier der Kinder auf das Entdecken der Klang- und Geräuschewelt. Hier sind nicht nur die Ohren, auch die Augen, Hände, Finger, der Kopf und Körper beteiligt. Basteln Sie gemeinsam mit den Kindern eigene Instrumente, die das Forschen und Musizieren noch aufregender machen:

 

Kleine Forscher machen Musik, Quelle: Thinkstock
Kleine Forscher machen Musik, Quelle: Thinkstock

Das Klavier auf Nägeln

Ein Klavier nur aus Holz und Nägeln? Das geht! Bauen Sie mit den Kindern ein Instrument der ganz besonderen Art.

Sie brauchen
•    ein längliches Stück Holz (mindestens 32 cm)
•    acht lange Nägel
•    einen Hammer
•    eine Zange
•    einen Zollstock
•    einen Schraubenzieher
•    einen Bleistift
•    ein Glockenspiel

So geht’s
Zunächst muss das längliche Stück Holz mit acht Strichen markiert werden. Machen Sie alle vier Zentimeter mit dem Bleistift eine Kennzeichnung und schlagen Sie an jeder Markierung mit dem Hammer je ein Nagel ins Holz. Erklären Sie den Kindern, dass alle acht Nägel nur so gerade eben stecken bleiben sollen und daher nur ganz vorsichtig angeschlagen werden dürfen. Und passen Sie auf die Finger der Kinder auf! Erst danach werden die Nägel so ins Holz eingeschlagen, das jeder etwas tiefer steckt als der jeweilige Nagel davor. Der Nagel ganz links steht dann am weitesten raus, und der Nagel ganz rechts ist ziemlich weit im Holzstück verschwunden.
Mit dem Glockenspiel wird nun das Nagelklavier gestimmt. Lassen Sie die Kinder die Tasten des Glockenspiels mit dem Schraubenzieher der Reihe nach anschlagen. Im Anschluss fordern Sie die Kinder dazu auf, den Nagel auf dem Brett mit dem Schraubenzieher anzuschlagen, der am weitesten raus ragt. Wie hört sich der Ton an? Wenn er tiefer als der des Glockenspiels ist, muss der Nagel noch ein wenig tiefer ins Brett geschlagen werden. Wenn er höher klingt, muss der Nagel mit der Zange wieder ein bisschen aus dem Brett rausgezogen werden. Lassen Sie die Kinder diesen Vorgang so lange wiederholen bis der tiefste Ton beim Glockenspiel und der Nagel ganz links im Brett gleich klingen. Nun ist der nächste Ton und der zweite Nagel an der Reihe. Auf alle Fälle muss dieser schon etwas tiefer eingeschlagen werden als der erste. Auch hier müssen die Kinder gut hinhören und den Nagel so lange weiter rein schlagen oder rausziehen, bis der Ton mit dem Glockenspiel übereinstimmt. So geht es immer weiter bis alle Nägel gestimmt sind – fertig ist das Musikinstrument!
Die Kinder können nun die einzelnen Nägel anschlagen oder über alle Nägel streichen. Fragen Sie die Kinder, ob Sie einen Zusammenhang zwischen der Länge des Nagels und der Tonhöhe erkennen können? Sie werden gemeinsam feststellen, dass der Ton tiefer ist, wenn der Nagel lang ist. Ist der Nagel kurz, ist der Ton hoch.

Regen aus der Röhre

Zwar ziehen die meisten Menschen in unseren Breitengraden die Sonne dem Regen vor. Wenn wir aber gemütlich drinnen sitzen, dann wirkt das Tropfen des Regens oft beruhigend auf uns. Mit einem selbstgebastelten Regenmacher können Sie gemeinsam mit den Kindern selber Regengeräusche erzeugen.

Sie brauchen
•    Reiskörner oder Erbsen
•    Lange Holzspieße (z.B. Schaschlickspieße)
•    einen Nagel
•    einen Stift
•    breites Klebeband
•    eine Pappröhre, 40-60 cm (z.B. eine Rolle zum Verschicken von Postern oder zusammengeklebte Küchen- oder Klopapierrollen)
•    zwei Plastik- oder Pappdeckel für die Röhre
•    einen Hammer
•    eine Zange

So geht’s
Fast jede Pappröhre – ob Küchenrolle oder Posterhülle – wird durch eine Spirale umkreist. Malen Sie gemeinsam mit den Kindern entlang dieser Spirale im Abstand von einem Zentimeter Punkte auf. Über- und unterhalb dieser Linie wird im selben Abstand eine weitere Linie im selben Abstand gezogen, so dass schließlich drei gepunktete Linien die Pappe entlang der Spirale umkreisen. Mit dem Nagel wird nun in jeden Punkt ein Loch gestochen. Anschließend stecken die Kinder jeweils einen Holzspieß in die Löcher. Das, was außerhalb der Röhre von den Holzspießen übrig bleibt, entfernen Sie mit der Zange. Damit die Spieße nicht wieder heraus fallen, können die Kinder diese von außen mit dem Klebeband befestigen.
Im Anschluss wird eine Öffnung der Röhre mit einem Plastik- oder Pappdeckel und etwas Klebeband verschlossen. Nun kann die Röhre mit den Reiskörnern oder Erbsen befüllt werden. Danach muss nur noch der zweite Deckel auf der oberen Öffnung festgeklebt werden: Fertig!
Fordern Sie die Kinder nun auf, ihren Regenmacher langsam hin und her zu bewegen – und lauschen Sie gemeinsam dem prasselnden Regen.

Hintergrund
Die Regengeräusche entstehen dadurch, dass die Erbsen oder Reiskörner beim Bewegen der Röhre nicht nur gerade von oben nach unten fallen, sondern von den Spießen abprallen, dann aneinander und schließlich an die Wand der Pappröhre stoßen. Solche Instrumente verwendeten die Ureinwohner Südamerikas übrigens, um bei Trockenheit Regen heraufzubeschwören. Sie nutzten allerdings getrocknete Kakteen und deren Dornen und befüllten die Regenmacher mit kleinen Steinchen.

Die lachende Trommel

Die Cuica ist eine Reibetrommel der brasilianischen Musik, die häufig für den Samba verwendet wird. Sie klingt ein bisschen vergnügt und wird deshalb auch „Lachtrommel“ genannt. Beim gemeinsamen Musizieren mit den Kindern ist dieses Instrument sicher ein Garant für jede Menge Spaß.

Sie brauchen
•    einen Pappbecher
•    einen Zahnstocher
•    einen Wollfaden (ca. 50cm lang)
•    eine Schüssel mit Wasser

So geht‘s
Zunächst muss mit dem Zahnstocher ein Loch in die Mitte des Pappbecherbodens gebohrt und anschließend der Wollfaden durch das Loch gefädelt werden. An das Ende des Fadens, das aus dem Becherbode rausguckt, lassen Sie die Kinder den Zahnstocher waagerecht mit einem Knoten befestigen. Um sicher zu gehen, dass der Faden nicht aus dem Becher rutschen kann, wird kommt in das andere Ende des Wollfadens ein Knoten. Anschließend halten Sie den Pappbecher mit der Öffnung senkrecht nach unten und ziehen den Wollfaden stramm. Und zwar so, dass oben der Zahnstocher auf dem Becherboden aufliegt. Fordern Sie die Kinder auf, es mit ihren Pappbechern nachzumachen. Der Wollfaden wird nun in die Schüssel mit Wasser getaucht und ordentlich befeuchtet. Wenn die Kinder jetzt den nassen Wollfaden zwischen Ihren Daumen und Zeigefinger klemmen und diesen von oben nach unten runter daran entlang ziehen, werden Sie das jauchzende Lachen der Cuica hören.

Hintergrund
Der Ton der Cuica entsteht durch die Reibung am Faden. Durch das Ziehen fängt der Faden an zu schwingen und diese Schwingung wird auf den Becherboden übertragen. Die Cuica wird daher auch als Reibe- oder Friktionstrommel bezeichnet.

Schüttelkonzert

Rasseln bereichern jedes Musikstück und schulen das Rhythmusgefühl. Außerdem lassen sie sich schnell und einfach basteln. Je nachdem, womit man sie befüllt, können ganz unterschiedliche Geräusche erzeugt werden.

Sie brauchen
•    mehrere kleine Dosen, die sich Verschließen lassen (z. B. eignen sich Filmdosen oder Überraschungsei-Hüllen)
•    unterschiedliche Füllmaterialien

So geht‘s
Die Kinder befüllen die Döschen mit unterschiedlichen Materialien - ungefähr bis zu einem Drittel, damit ausreichend Platz zum geräuschvollen Schütteln bleibt. Zum Füllen eignen sich beispielsweise Reis, Salz, getrocknete Linsen oder Erbsen, Holzperlen, Sand und Steinchen. Nun werden die Dosen mit dem zugehörigen Deckel gut verschlossen und können von den Kindern noch nach Belieben beklebt und bemalt werden. Erraten die anderen anhand des Schüttelgeräuschs, was sich in der Dose befindet?
Werden immer zwei Döschen mit dem gleichen Material befüllt, können die Kinder später, wie beim Memory spielen, unter all den Schüttelgeräuschen das passende Paar suchen.
Hintergrund
Rasseln gehören zu den Perkussionsinstrumenten, die zum Erzeugen von Effekten und Unterstreichen von Rhythmen eingesetzt werden. Melodien lassen sich nicht erzeugen. Die  Kinder können z. B. mit ihren Dosen nacheinander jeweils ein bekanntes Kinderlied vorrasseln - und die anderen raten, welches es ist. Ohne Melodie ist das schwieriger, als man denkt!

Viel Spaß beim Musizieren!

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