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Liedgut auf Leergut:
Et jibt nüscht Jutet, außer man tutet.

Leere Flaschen gibt es viele und meist werden sie lieblos als Müll entsorgt. Fünf Musiker aus Berlin schenken dem Leergut eine andere Aufmerksamkeit: Sie funktionieren die ausgedienten Trinkbehälter zu Instrumenten um und entlocken ihnen als GlasBlasSing-Quintett eindrucksvolle Töne. Hört, hört!

Das GlasBlasSing-Quintett (Foto: Stefan M. Rother)
Das GlasBlasSing-Quintett (Quelle: Stefan M. Rother)

Wie seid ihr darauf gekommen, auf leeren Flaschen Musik zu machen?
Vermutlich hat jeder schon mal gedankenverloren in eine Flasche gepustet und sich über ein schönes, tiefes „Tuuuut“ gefreut. Wir haben glücklicherweise in solch einem Moment um eine Ecke weiter gedacht als die anderen und wurden dabei neugierig, wie es wohl klingt, wenn man zu fünft „Tuuuut“ macht.

Klingt Glas immer wie Glas?
Grundsätzlich gibt es bei Glas keine großen Klangunterschiede. Wenn man die Flaschen anschlägt statt auf ihnen zu pusten, klingen dünnwandige Flaschen etwas länger und somit schöner als dickwandige. Glas klingt gepustet aber deutlich besser als Plastik, wohingegen Plastik, wenn man die eigenen Oberschenkel als Trommelunterlage benutzt, weniger blaue Flecken erzeugt…

Habt ihr so etwas wie „Lieblingsflaschen“?
Da bei uns auf der Bühne über hundert verschiedene Flaschen zum Einsatz kommen, haben wir die Instrumente immer schon grob vorgestimmt dabei. Das Feintuning, gerade bei den kleinen Flaschen unter 0,2 Liter, wird dann vor Ort vorgenommen. Gestimmt sind sie mit Wasser. Je mehr Wasser, desto höher der Ton, wenn man pustet. Wenn man dagegen schlägt, ist es genau andersherum. Das liegt daran, dass im ersten Fall die Luft über dem Wasser in Schwingung gebracht wird und im zweiten das Glas der Flasche.

Lässt es sich besser auf Wasser- oder Bierflaschen musizieren?
Der vorherige Inhalt der Flasche ist für den Klang des Instruments nicht so wichtig. Für den Künstler selbst vielleicht schon. Der Eine kommt eher in Schwung, wenn er Wasser getrunken hat. Beim Anderen ist es vielleicht ein großer Schluck Bier.

Habt ihr einen Vorschlag, welche Instrumente sich nachbauen ließen, um besondere Klangerlebnisse zu entdecken?
Wir haben es bei der Flasche so gemacht, dass wir verschiedenste Exemplare vor uns aufstellten und dann überlegten, was man damit alles für Töne erzeugen kann. Wir haben dann gepustet,  geschlagen, mit einem Kronkorken an der Bodenriffelung geratscht, mit den Bügelverschlüssen geklappert, den Daumen in die Öffnung gesteckt und mit einem „Plopp“ wieder rausgezogen, mit kleinen Plastikflaschen auf großen getrommelt usw. Wir würden sagen, dass man auch mit anderen Alltagsgegenständen zu solchen Ergebnissen kommen kann, wenn man sie sich mal ganz genau ansieht. Außer Dosen, davon bitte die Finger lassen - Dosen finden wir doof!

Was sollte man als GlasBlasSing-Anfänger unbedingt beachten?
Einfach ran an die Pullen und ausprobieren. Et jibt nüscht Jutet, außer man tutet.

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