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Vulkane – die Feuerspucker der Erde

Vulkanforscher Dr. Thomas Walter vorm Lastarria Vulkan in Chile im November 2011 (Quelle: GFZ Potsdam)
Vulkanforscher Dr. Thomas Walter vorm Lastarria Vulkan in Chile im November 2011 (Fotos: GFZ Potsdam)

Sie sind faszinierend und ein fester Bestandteil unseres Planeten. Ohne sie würde es kein Leben geben, denn ihre Ausgasungen schufen in vielen Millionen Jahren die lebenswichtige Erdatmosphäre: Vulkane. Wo kann man Vulkane beobachten? Was passiert bei einem Vulkanausbruch? Dr. Thomas R. Walter, Geophysiker im Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam, erforscht die Feuerspucker seit zehn Jahren und hat schon viele Eruptionen miterlebt.

Vulkane sind scheinbar friedliche Berge, die urplötzlich aktiv werden, bei einer Explosion glühend heiße Magmafetzen in die Luft sprengen und die Landschaft herum verwüsten und mit Asche bedecken. So jedenfalls stellen sich die meisten einen Vulkan vor. „Vulkane sind nicht immer ein gut sichtbarer Berg. Sie treten auch als unscheinbare, flache Kraterlandschaft auf, so wie die über 300 Vulkane in der Eifel", berichtet Thomas Walter. Ein Vulkanausbruch naht, wenn sich unter der Erdoberfläche in einer Kammer zähflüssige Gesteinsschmelze aus dem Erdinneren angesammelt hat – das orangerote Magma. Von dort aus bahnen sich Brüche und Spalten ihren Weg an die Oberfläche. Sobald das Magma austritt, heißt es Lava. „Vor zehn bis zwanzig Millionen Jahren etwa, als die Erde in unserer Region noch stark in Bewegung war und die Alpen sich erhoben, war Deutschland ein Land der Vulkane. Die Erdoberfläche bekam viele Risse. Obgleich es heute deutlich ruhiger zugeht, ist unser Land vulkanisch immer noch aktiv", erzählt der Forscher.

Vulkanologen-Team in Russland, 2006 (Foto: GFZ Potsdam)
Vulkanologen-Team bei der Messung der Eruptionshöhe und -stärke vom Karymsky Vulkan in Russland, 2006

Vulkanforscher möchten Ausbrüche vorhersehbar machen
Weltweit gibt es etwa 1.500 aktive Vulkane. „Im Durchschnitt bricht jede Woche einer von ihnen aus", sagt Thomas Walter. „Als Vulkanforscher möchte ich herausfinden, wie man die Vorboten und Stärke eines Ausbruchs möglichst früh erkennt und einschätzen kann, da damit viele Gefahren verbunden sind. Kurz vor einem Ausbruch wölbt sich zum Beispiel die Vulkanregion auf. Gase werden frei und man kann Erschütterungen messen." Thomas Walter hat schon viele Ausbrüche gesehen, zuletzt am Popo in Mexiko oder am Merapi in Indonesien. „Ein Ausbruch kann fließend oder explosionsartig sein, letzteres etwa wenn der Druck in der Magmakammer nicht entweichen kann. Dann schleudert der Vulkan ein Gemisch aus Magma und Gasen in die Höhe, was zumeist als Asche niederregnet. Es kann wenige Tage oder mehrere Wochen andauern. Zwischen der Warnung und dem Ausbruch allerdings liegen meist nur wenige Stunden, in denen man schnell Handeln muss."

Vulkane: Lebensgefährlich und lebenswichtig zugleich
„Mit der Vorhersage, wann ein Vulkan ausbrechen wird, können die Menschen vor Ort gewarnt und in Sicherheit gebracht werden", erklärt Thomas Walter. Vulkanausbrüche haben immer öfter auch Auswirkungen auf entfernte Regionen, zum Beispiel auf den Luftverkehr. Die Aschewolke eines isländischen Vulkans hatte im Jahr 2010 zu großen Einschränkungen geführt, auch in Deutschland. Außerdem können Turbinen stehenbleiben, Solaranlagen „erblinden" oder ganze Fabrikanlagen gestört werden. „Vulkane sind aber auch ein wichtiges Kühlsystem der Erde. Ähnlich wie in einer Lavalampe steigen erhitzte Blasen auf, bis sie sich abkühlen und wieder sinken", so der Forscher aus Potsdam.

Vulkan Ätna - "Wir nennen ihn unseren Laborvulkan."
Der Boden um Vulkane herum ist außerdem sehr fruchtbar. Das erkaltete Lavagestein ist zudem ein hervorragender und isolierender Baustoff, der schon seit Hunderten von Jahren abgebaut wird. Und Vulkane liefern den Menschen Energie in Form von Erdwärme. „Auf der Vulkaninsel Island gibt es große Kraftwerke, die die Hitze der Vulkane, immerhin bis über 1000 Grad Celsius, nutzen. Fluch und Segen der Vulkane liegen eng beieinander", so Thomas Walter. Durch ihre Kraft und Unberechenbarkeit sind Vulkane faszinierende Forschungsobjekte für ihn. „Mein Lieblingsvulkan ist der Ätna in Italien. Er ist sehr aktiv, leicht zugänglich und seine Ausbrüche sind gut vorhersehbar. Am Ätna können wir daher unsere Messgeräte testen. Wir nennen ihn unseren Laborvulkan."

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