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Mein Forschertipp:
Kinder, wie die Zeit vergeht…

Steckbrief

Petra Albrecht
Die Erzieherin aus Reinholdshain in Sachsen ist seit 2010 beim "Haus der kleinen Forscher" und besuchte bisher vier Workshops. Sie arbeitet für die Elterninitiative Sonnenschein e. V., die 57 Kinder im Alter von 1 bis 10 Jahren betreut.

Fotos: Elterninitiative Sonnenschein e.V.
Die Kinder bauen eine Uhr auseinander bzw. zusammen, Fotos: Elterninitiative Sonnenschein e.V.

Worum ging es bei dem Projekt?
Unser Projekt „Kinder, wie die Zeit vergeht…“ entstand durch das zunehmende Interesse der Mädchen und Jungen an Zeitabläufen. Ist die Spielzeit schon zu Ende? Wie lange dauern 20 Minuten? Wozu braucht man eine Uhr? Ausgehend von den Fragen der Kinder untersuchten wir das Thema Zeitmessung aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Was haben Sie benötigt und wie viel Zeit hat das Projekt in Anspruch genommen?
Das Projekt lief über einen Zeitraum von drei Monaten. Zu Beginn gingen die Mädchen und Jungen auf Uhrenjagd: Stoppuhren, Armbanduhren, der Wecker, die Kuckucks-Uhr, aber auch altertümliche Uhrenarten wurden genauestens unter die Lupe genommen. Wir bauten z.B. eine Kerzenuhr, die Mönche bereits im Mittelalter zur zeitlichen Orientierung nutzten[n1] . Dafür benötigten wir eine Kerze und mehrere Nägel. Diese wurden in gleichmäßigen Abständen in das Kerzenwachs gedrückt. Mit zunehmendem  Abbrennen der Kerze fielen sie wieder heraus und zeigten, dass ein Zeitabschnitt abgelaufen war.

Zeit messen mit einer Kerze
Zeit messen mit einer Kerze

Was haben Sie gemeinsam herausgefunden?
Neben dem Verständnis für unterschiedliche Uhrenarten und deren Funktionsweise entwickelten  die Kinder bei gemeinsamen Zeitspielen ein Gefühl dafür, dass jeder Mensch seinen eigenen Zeitrhythmus hat. Wie lange ich auf einem Bein stehen kann oder wie viel Zeit ich mir fürs Essen oder Schnursenkelbinden nehme, hängt von meinem persönlichen Tempo und Zeitempfinden ab.

Was hat den Kindern besonders gefallen?
Ein Höhepunkt unseres Zeitprojekts war der Besuch in einer Uhrmacherschule. Dort zeigten uns Lehrlinge, wie eine Uhr zusammengebaut wird. Die Kinder probierten sich hier als kleine Handwerkerinnen und Handwerker: Sie beobachteten, feilten und schraubten mit höchster Konzentration. Dafür bekamen sie von der Lehrwerkstatt sogar ein Uhrmodell geschenkt, das man demontieren und wieder zusammen bauen kann.

Was hat gut oder auch nicht so gut geklappt?
Es hat Spaß gemacht zu sehen, mit wie viel Begeisterung die Kinder bei der Sache waren. Grund dafür ist sicher, dass unsere Reise in die Welt der Uhren durch die Kinder selbst angestoßen wurde. Die Fragestellungen der Kinder ernst nehmen und gemeinsam nach Antworten zu suchen ist daher Grundbaustein unseres pädagogischen Konzepts.

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