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Mein Forschertipp: Parfüm selbst gemacht

Steckbrief

Helma Dressen
Sie leitet das Montessori-Kinderhaus Farwickpark in Aachen, das seit 2011 beim „Haus der kleinen Forscher“ mitmacht. Die Kita betreut 21 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Helma Dressen besuchte bisher drei Workshops vom „Haus der kleinen Forscher“.

Worum ging es bei dem Projekt?
Einmal in der Woche trifft sich unsere Forschergruppe, um angeregt durch die Erlebnisse einer Kinderbuchfigur naturwissenschaftlichen Phänomenen auf den Grund zu gehen. In kurzen Geschichten berichtet sie von ihren Abenteuern beim Entdecken der Welt. Dabei begegnen ihr viele Fragen, die den Kindern als Inspiration für eigene Forscherideen dienen. In einer der Geschichten entdeckt die Hauptfigur den intensiven Duft von Lavendel. Dies führte die Mädchen und Jungen zu der Frage, wie man selbst Lavendelparfüm herstellen könnte.

Wir probierten es aus. Zunächst zerquetschten die Kinder ein paar Lavendelblüten mit einem Mörser und stellten fest, dass sich der Lavendelduft dabei verstärkte. Die zerkleinerten Blüten wurden anschließend mit Wasser vermengt. Abschließend filterten wir das Gemisch durch einen Kaffeefilter und füllten es in kleine Fläschchen. Fertig war unser Parfüm.

Foto: Montessori-Kinderhaus Farwickpark
Die Forscherutensilien, Fotos: Montessori-Kinderhaus Farwickpark

Was haben Sie benötigt und wie viel Zeit hat das Projekt in Anspruch genommen?
Die Herstellung des Lavendelparfüms selbst hat nur circa eine Stunde gedauert und wir brauchten auch nicht viele Utensilien dafür– natürlich Lavendelblüten, einen Mörser zum Zerdrücken, Wasser, Kaffeefilter und kleine Fläschchen zum Abfüllen unseres Parfüms. Das Lavendelparfüm war allerdings nur der Ausgangspunkt einer intensiveren Forschungseinheit, die mehrere Tage in Anspruch genommen hat.

Was haben Sie gemeinsam herausgefunden?
Wir stellten fest, dass Lavendel in Wasser löslich ist. Die Flüssigkeit nahm den Lavendelgeruch ohne weiteres an und das Wasser verfärbte sich lila. Unsere Forschungsexpedition war damit aber noch nicht abgeschlossen. Nach der Fertigstellung unseres Lavendelparfüms wollten die Kinder wissen, ob wir ein Apfelsinenparfüm auf dieselbe Art und Weise herstellen könnten. Wir fanden jedoch heraus, dass Apfelsinen in Wasser nicht löslich sind, sondern sich nur mit Fett verbinden. Danach experimentierten wir mit verschiedenen Kräutern und produzierten unser eigenes Kräuteröl.

Ein Kind gießt Wasser auf Lavendelblüten in einem Filter

Was hat den Kindern besonders gefallen?
Ein eigenes Parfüm herstellen zu können, erfüllte die Mädchen und Jungen mit Stolz und machte Lust auf mehr Eigenkreationen. Jedes Kind konnte am Ende des Tages ein Fläschchen Lavendelparfüm mit nach Hause nehmen. Mit dem selbstkreierten Kräuteröl mischten die Mädchen und Jungen auch ihre eigene Salatsauce an.

Was hat gut oder auch nicht so gut geklappt?
Unsere Forschungseinheit hat von Anfang an sehr gut geklappt, weil sie einen starken Alltagsbezug hatte. Parfüm und Salatsauce kennen die Mädchen und Jungen aus ihrer Lebenswelt. Sie waren daher von Anfang an begeistert, diese Produkte selbst herstellen zu können.

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