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Ab ins Wasser!? - Badeseen im Test

Badeseen sind im Sommer ein beliebtes Ziel: Hier kann man entspannen und fi ndet eine willkommene Abkühlung. Aber sind die Gewässer auch sauber genug, um darin zu baden? Wer untersucht das eigentlich? „Forscht mit!“ hat sich auf die Spuren der „Wasserdetektive“ begeben.

Seewassertest (c) Thinkstock / Huntstock
Seewassertest (c) Thinkstock / Huntstock

Langsam sinkt die schwarzweiße Secchi-Scheibe ins Wasser des Baggersees, der Wasserprüfer schaut konzentriert nach unten. Er nickt zufrieden, auch in einem Meter Tiefe kann er die Blechscheibe noch deutlich erkennen – ein gutes Zeichen für sauberes Badewasser. Der Prüfer macht sich Notizen und entnimmt anschließend mehrere Proben, die er später im Labor untersucht und auswertet. Erst dann kann er ein sicheres Urteil abgeben: Ist das Wasser des Sees sauber genug, um hier bedenkenlos zu baden, oder muss die Stelle vielleicht sogar gesperrt werden? Untersuchungen wie diese finden während der Badesaison im Sommer tausendfach überall in Deutschland statt. Alle Zugänge zu Gewässern, die als Badestellen gekennzeichnet sind, müssen mindestens einmal im Monat getestet werden. Die Ergebnisse werden dann immer aktuell an die Behörden weitergereicht.
Im Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen freut sich Birgit Kaiser de Garcia über die guten Testergebnisse. Alle geprüften Badestellen verfügen über hervorragende Wasserqualität. Als Pressesprecherin versorgt sie die Öffentlichkeit im Land stets mit den aktuellen Informationen rund um die Wassergüte. Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit 108 gekennzeichnete Badestellen – alle erfüllen die Anforderungen an die hohen Qualitätsstandards, 97 davon tragen sogar das Prädikat „ausgezeichnet“. Birgit Kaiser de Garcia zeigt sich zufrieden: „Wir haben hier hervorragende Wasserqualität, die den Menschen unbekümmerten Badespaß ermöglicht. Es können sich also alle freuen, die im Sommer Abkühlung in der Natur suchen.“ Das gilt übrigens, bis auf wenige Ausnahmen, für die meisten Badegewässer in Deutschland.

(c) Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen
(c) Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen

Wann der Badespaß ungesund werden kann
Auch wenn man in den meisten Badeseen völlig bedenkenlos ins Wasser gehen kann, gibt es manche Gewässer, die so stark verunreinigt und belastet sind, dass man nicht in ihnen baden sollte. Dann warnen Hinweisschilder davor und klären über die Bedenken auf. Manchmal lässt sich mit bloßem Auge erkennen, dass ein See nicht sauber ist, etwa wenn ein dicker Algenteppich auf ihm lagert. Dann vergeht den meisten aber ohnehin die Lust, dort hineinzuspringen. Allerdings können auch scheinbar saubere Seen verunreinigt sein und etwa durch starke Bakterienbelastung die Gesundheit gefährden. Deswegen sollte man sich vorher immer informieren und es vermeiden, einfach so in Seen zu hüpfen, auch wenn es verlockend sein mag. Wie aber wird ein sauberer See verunreinigt? Badeseen, die in der Nähe von landwirtschaftlich genutzten Flächen sind, können beispielsweise nach Regen durch den Dünger verunreinigt werden. Die vielleicht häufigste Gefahrenquelle ist aber eine andere: „In sauberem Wasser fühlen sich nicht nur Menschen wohl, sondern auch Wasservögel, insbesondere Enten“, weiß die Pressesprecherin des Landesamts. Sie warnt deshalb davor, diese an Badestellen zu füttern: „Bei üppigem Nahrungsangebot vermehren sich die Vögel sehr stark und verunreinigen durch ihren Kot das Wasser. Im schlimmsten Fall müssen wir diese Badestellen dann sperren.“ Wenn die Behörden vor dem Baden warnen, sollte man das auf keinen Fall ignorieren, sonst können Beschwerdenwie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Durchfall auftreten. Vor allem Kinder sind dafür anfällig. Die positive Nachricht: Die Badegewässer haben erstaunliche Fähigkeiten zur Selbstreinigung. In der Regel werden verunreinigte Stellen auch ohne das Zutun des Menschen in einem relativ kurzen
Zeitraum wieder sauber. Um wirklich sicherzugehen, dass das Wasser wieder bedenkenlos genutzt werden kann, prüfen Wasserexperten die kritischen Stellen besonders intensiv. Danach heißt es für Groß und Klein wieder: ab ins Wasser!

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