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Forschertipp aus dem Kinderhort

Ein Haus aus Eierschachteln

Steckbrief des zertifizierten Kinderhorts in der Jacob-Löhr-Straße

Der Kinderhort Jacob-Löhr-Straße in Bensheim (Hessen) wurde im September 2015 als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert und macht seit 2011 beim „Haus der kleinen Forscher“ mit. Die Einrichtung betreut derzeit 56 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren.

Worum ging es beim Projekt?

Im Alltag konnten wir immer wieder feststellen, mit wie viel Begeisterung unsere Kinder die verschiedensten Dinge zusammen- oder auseinanderbauten: ob mit großen Polstern und Decken, mit kleinen Stäbchen oder Magneten – immer waren die Mädchen und Jungen mit Feuereifer am Werk. Wir beschlossen gemeinsam etwas Großes bauen – ein Eierschachtelhaus!

Was haben Sie benötigt und wie lange haben Sie geforscht?

Von der Idee bis zur Einweihung vergingen acht Monate. Zunächst planten die Kinder den Grundriss und bauten ein Modell aus Legosteinen: Jeder Sechser-Baustein war eine Zehner-Eierschachtel. Anhand des Modells konnten wir berechnen, wie viele Eierschachteln in etwa benötigt wurden und wir konnten mit dem Sammeln der Eierschachteln in allen Größen beginnen. Dabei halfen nicht nur die Kinder und ihre Eltern, sondern auch viele Nachbarn und der ortsansässige Hühnerhof. Am Schluss hatten die Mädchen und Jungen insgesamt 1.514 Eierschachteln verbaut.

Was haben Sie herausgefunden?

Insgesamt wurden 1.514 Eierschalen für das Haus verbaut. Foto: Hort Jacob-Loehr-Straße
Insgesamt wurden 1.514 Eierschalen für das Haus verbaut. Foto: Hort Jacob-Loehr-Straße

Beim Bau des Eierschachtelhauses merkten die Mädchen und Jungen, wie wichtig die Basis für einen stabilen Halt der Wände ist und dass Stützen dabei helfen, eine gerade Wand zu bauen. Sie lernten, mit der Wasserwaage umzugehen, erforschten, mit welchem Kleber sich Pappschachteln gut miteinander verbinden lassen (Kleister!), und stellten fest, dass der Hohlraum für die Fenster zunächst mit ungeklebten Schachteln gestützt werden muss, bis der Kleister trocken ist und die umgebene Wand Halt gibt.

Jedes Kind brachte seine Talente ein: Während einige unermüdliche Baumeister waren, sorgten andere für den Nachschub oder arbeiteten schon an der Inneneinrichtung. Einige waren besonders gute Planer, andere wiederum konnten sehr gerade Wände bauen. Wir haben gemerkt: Nur gemeinsam konnte das Bauwerk gelingen. Dadurch wuchs auch das Selbstbewusstsein der Kinder, die sonst eher unsicher und zurückhaltend waren – das ganze Projekt wurde so zu einem echten Gewinn für unsere Hortgemeinschaft.

Was hat den Kinder besonders gut gefallen?

Manchmal wussten wir nicht gleich, wie wir beim Bauen am besten vorgehen und mussten durch Ausprobieren die beste Lösung finden. So wollten die Kinder zum Beispiel erst die Wand mit der Tür bauen. Sie stapelten die Eierkartons bis zur oberen Kante des Türrahmens. Dann machten sie eine Pause – und die Wand stürzte ein! Auf dem Boden lag ein großer Berg mit kleisterbeklebten Bruchstücken. Die Kinder waren enttäuscht, versuchten aber die Wand wieder aufzubauen. Kurz darauf fiel sie ein zweites und dann sogar ein drittes Mal in sich zusammen. Der Frust war groß. Ein paar Kinder suchten hartnäckig nach einer Lösung. Schließlich hatte eines der Kinder die Idee, die Wand um die Ecke zu bauen und sie so zu stabilisieren. Es funktionierte!

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