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Die Stiftung trifft...

...Maximilian Thümer, Leiter und Erzieher der "Haus der kleinen Forscher"-Kita Ritterburg in Berlin.

Die Bildungspläne fordern die frühe Auseinandersetzung mit Naturwissenschaften, Mathematik, Technik und Informatik (MINT).

Maximilian Thümer ist 28 Jahre alt, hat Erziehungswissenschaften studiert und erzählt uns als Kitaleiter, wo es seiner Ansicht nach noch Chancen in der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern gibt.

Cornelia Sachse
Maximilian Thümer mit Kitakind Oskar (Quelle: privat)

Warum sind Sie Erzieher geworden?
Ich habe schon immer gerne mit Kindern gearbeitet. Als ich meinen Zivildienst in einer Kita machte, merkte ich, dass das nicht nur Beruf, sondern Berufung ist und habe Pädagogik studiert. Währenddessen arbeitete ich in der Kita „Ritterburg“. Heute leite ich diese Einrichtung und sehe jeden Tag, wie sich die Kinder freuen und weiterentwickeln.

Warum ist Ihre Arbeit als Erzieher wichtig?
Wir sind neben den Eltern diejenigen, die den Kindern helfen, die Grundregeln der Gesellschaft außerhalb der Familie zu erlernen. Wenn das öffentlich noch stärker beachtet werden würde, würden sich wahrscheinlich mehr Männer für den Beruf entscheiden. In unserer Kita arbeiten zehn pädagogische Fachkräfte, davon sind drei Männer. Das ist viel im Vergleich zu anderen Kitas. Da immer mehr Kinder nur bei der Mutter aufwachsen, ist es von Vorteil, wenn die Kinder auch einen Bezug zu männlichen Erziehern aufbauen können.

In der Ausbildung werden sog. MINT-Kompetenzen gefordert. Welche Chancen ergeben sich dadurch für die pädagogische Fachkraft?
Bei der Arbeit merken wir, dass Kinder im Alltag viele naturwissenschaftliche und technische Erfahrungen machen (möchten). Um bessere Bedingungen dafür zu schaffen, müssen wir uns vieles erst anlesen oder Fortbildungen besuchen, wie sie vom „Haus der kleinen Forscher“ angeboten werden. Denn bei den meisten von uns waren diese Themen nicht Bestandteil der Ausbildung. Ich denke, dass eine entsprechende Erweiterung der Ausbildung eine Chance für pädagogische Fachkräfte ist, weil sie dadurch noch praxisbezogener wird. Für uns ist es wichtig, weitere Methoden an die Hand zu bekommen, um mit der Entdeckerhaltung der Kinder richtig umzugehen.

Welche Rolle spielte dieser Bildungsbreich in Ihrer pädagogischen Ausbildung?
Da ich keine Berufsschule besucht habe, sondern studierter Diplom-Pädagoge bin, war meine Ausbildung vergleichsweise theoretisch. Durch Studiennebenfächern wie Biochemie und Anatomie habe ich allerdings naturwissenschaftliche Grundlagen. Ich denke, das heute praktische Tätigkeiten immer noch eine zu geringere Rolle in der Vorbereitung auf den Beruf spielen.

Welchen Stellenwert haben Naturwissenschaften und Technik in Ihrer Kita?
Einen hohen Stellenwert. Bei unserem Kita-Konzept haben die Kinder selbst die Möglichkeit, ihren Kita-Alltag zu gestalten. Da wird der Spaziergang durch den Wald von allein eine naturwissenschaftliche Entdeckungsreise. Mit Lupen bestückt schauen die Kinder wie die Blätter aussehen oder stellen Unterschiede zur Erde im Wald und im Sandkasten fest. Noch sind wir dabei das Thema zum Beispiel in Workshops zu erschließen. Auch die Zusammenarbeit mit unserer Partner-Grundschule hilft. Die Lehrer und Erzieher tauschen sich regelmäßig über besuchte Workshops aus, so dass Erfahrungen weitergegeben werden.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft und was würden Sie verändern?
Ich wünsche mir vor allem, dass dieser zunehmend anspruchsvolle Beruf eine gesellschaftliche Aufwertung erfährt, dass die akademische Ausbildung stärker gefördert und gleichzeitig der Praxisbezug in der Ausbildung ausgebaut wird.

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