Direkt zur Hauptnavigation, zur Unternavigation dem Inhalt oder zum Seitenfuß

Was bedeutet eigentlich frühe Bildung für nachhaltige Entwicklung?

Alle Welt spricht von Nachhaltigkeit, und trotzdem ist der Begriff nicht eindeutig. Was ist darunter zu verstehen bzw. was hat das mit dem Begriff der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ auf sich? Wir fragen Claudia Georgi - sie ist wissenschaftliche Referentin in der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration in Hamburg und zuständig für die ministerielle Koordinierung, Beratung und Unterstützung zur Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung in Kindertageseinrichtungen.

Claudia Georgi
Claudia Georgi

Wie definieren Sie frühe Bildung für nachhaltige Entwicklung?

Georgi: Das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung basiert auf einem ganzheitlichen Bildungsverständnis und dem Wissen, dass Bildung mit der Geburt beginnt. Kinder entdecken die Welt von Anfang an und von sich aus. Sie sind neugierig und wollen ihre Umwelt in allen Dimensionen ergründen. Aufgabe der Erwachsenen ist es, sie in ihrer Entwicklung zu begleiten und besonders dabei zu unterstützen, ihr Leben heute und in Zukunft selbst gestalten und nicht nur bewältigen zu können, also aktiv handelnde Menschen zu sein. Bildung für nachhaltige Entwicklung geht deswegen über Umweltbildung und Klimaschutz hinaus. Es ist ein Konzept für lebenslanges Lernen, das allen bewusst macht, dass wir nicht allein für uns agieren, sondern auch Verantwortung für zukünftiges Leben tragen. Und das beginnt in der Kindheit.

Warum ist es wichtig, Kinder schon frühzeitig für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren?

Georgi: Wir leben in einer globalisierten Welt, die zunehmend unübersichtlicher wird. Für die Menschen wird es dadurch schwieriger, die Tragweite eigenen Handelns zu erfassen, Zusammenhänge zu erkennen und sich zurechtzufinden. Da ist Orientierung gefragt. Kinder sollten darin unterstützt werden, verantwortungsvoll handelnde Menschen zu sein, die sich orientieren können, die Welt durchschauen und Zusammenhänge erkennen. Das beginnt in ihrem eigenen Umfeld, in der Familie wie in der Kita. Was Kinder früh lernen, ist prägend und wird auch ihr Verhalten und Handeln als Erwachsene bestimmen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Fortbildungsangeboten für Kitas im Bereich der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ gemacht?

Georgi: In Hamburg gibt es eine Vielzahl an solchen Fortbildungsangeboten. Das Echo der Fachkräfte, die an Weiterbildungen mit dem Inhalt "Bildung für nachhaltige Entwicklung" teilgenommen haben, ist durchweg positiv. Sie sehen die Fortbildungen als Chance mehr zur qualitativen Weiterentwicklung der Bildungsarbeit in den Kitas beizutragen. Sie begreifen dieses Angebot nicht als zusätzliches Anforderungsprofil. Vielmehr gibt es immer wieder Aha-Effekte: Bereits vorhandene Ansätze werden reflektiert und in einem neuen Zusammenhang gesehen.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Sie persönlich und wie setzen Sie dies im Privatleben um?

Georgi: Leider wird dieser Begriff sehr inflationär gebraucht. Oft wird "nachhaltig" zum Beispiel mit "langfristig" gleichgesetzt. Für mich ist Nachhaltigkeit viel mehr, nämlich die Gestaltung von Gegenwart und Zukunft. Es muss heute so gehandelt werden, dass die Welt von Morgen bestehen kann. Dazu gehören der respektvolle Umgang mit anderen Menschen genauso wie mit allen Geschöpfen, mit Umwelt und Natur. Ebenso das Respektieren anderer Kulturen, das Wahrnehmen unterschiedlicher Lebensbedingungen, das Wissen um Ressourcen, ihre Begrenztheit und die Bedingungen ihrer Nutzung. Vieles habe ich schon in meinem Elternhaus und in der Schule gelernt. Dass ich bspw. meinen Müll trenne, bei Neuanschaffungen auf die Energiebilanz achte oder Produkte aus der Region bevorzuge ist für mich selbstverständlich.

Haus der kleinen Forscher auf Facebook Haus der kleinen Forscher auf Twitter Haus der kleinen Forscher auf Youtube