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Die Stiftung trifft...

... Prof. Dr. Henning Kagermann, Präsident von acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Henning Kagermann ist Professor der Theoretischen Physik, war jahrelang Vorstandsvorsitzender der SAP AG und leitet die Nationale Plattform Elektromobilität. Seit 2009 ist er Präsident der acatech. Die Akademie berät Politik und Gesellschaft in technikbezogenen Zukunftsfragen. Seit 2011 arbeiten acatech und das "Haus der kleinen Forscher" zusammen. Henning Kagermann ist Vorsitzender des Forschungslenkungskreises der Stiftung - das Gremium, das dem „Haus der kleinen Forscher“ bei der wissenschaftlichen Begleitforschung zur Seite steht. In welche Richtung wollen beide Partner gehen?

Prof. Dr. Henning Kagermann (Foto: acatech)

Warum engagieren Sie sich für die frühkindliche MINT-Bildung (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik)? Und welche Erwartungen knüpft acatech an die Zusammenarbeit mit dem „Haus der kleinen Forscher"?
MINT-Bildung ist eine wichtige Voraussetzung für die Persönlichkeitsentwicklung, für die aktive Teilhabe an gesellschaftlichen Entwicklungen und für das berufliche Leben. Deshalb setzt sich acatech seit ihrer Gründung dafür ein, junge Menschen für technische und naturwissenschaftliche Phänomene zu begeistern. Unsere Studien sagen sehr deutlich: Wir müssen die MINT-Bildung entlang der gesamten Bildungskette fördern - vom frühkindlichen Bereich bis zum Lernen im Berufsleben. Kinder müssen Technik und Natur regelmäßig begegnen, dann wird beispielsweise auch der Zugang zu entsprechenden Berufen erleichtert. Die bundesweit erfolgreiche Initiative Stiftung „Haus der kleinen Forscher" leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Denn sie füllt eine Lücke, in der die Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher sowie die Ausstattung von Kindertagesstätten noch nicht ausreichend auf das Lernen und Experimentieren mit Technik ausgerichtet sind. Kitas bleiben neben dem Elternhaus im frühkindlichen Alter der zentrale Ort der Bildung. Dort müssen wir die Technikbildung stärker verankern und vor allem die pädagogischen Kräfte entsprechend ausbilden.

Wie genau unterstützt acatech die Bildungsinitiative "Haus der kleinen Forscher"?
Wir fördern dies, indem wir Praktiker ebenso wie die Politik wissenschaftsbasiert beraten und den Transfer zwischen Theorie und Praxis unterstützen. Dazu zählt auch, dass die vielfältigen Initiativen und zahlreichen Akteure bei der Förderung des MINT-Nachwuchses zusammenarbeiten und voneinander lernen. Im Forschungslenkungskreis (kurz: FLK) befördert acatech beides: Wir bringen die Akteure aus Wissenschaft, Bildungspraxis und Politik zusammen und erarbeiten mit ihnen gemeinsam Vorschläge für Begleitstudien. Konkret bedeutet dies, der FLK identifiziert Themen, empfiehlt Studienausschreibungen zur Evaluation und Begleitforschung, setzt eine Jury zur Begutachtung der Angebote ein, diskutiert die Ergebnisse und unterstützt die Stiftung bei der Umsetzung der Studienempfehlungen. Aktuell wird z. B. untersucht, wie gut die beim Zertifizierungsverfahren zum „Haus der kleinen Forscher“ abgefragten Bewertungskriterien die Qualität der Einrichtungen abbilden.

Im Forschungslenkungskreis der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" sitzen regelmäßig 22 Fachleute aus ganz Deutschland zusammen. Was können diese Menschen bewirken?
Der FLK ist ein Netzwerk verschiedenster Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft, aber auch aus der Praxis und der Politik. Die interdisziplinäre Diskussion von Professorinnen und Professoren der Entwicklungspsychologie, der Erziehungswissenschaften, der Elementarpädagogik, der empirischen Bildungsforschung sowie der Didaktik der Naturwissenschaften und der Technik schafft gute Voraussetzungen für den Aufbau eines geeigneten Begleitforschungsprogramms, das neben der Stiftungsarbeit auch grundlagenorientierte Forschungsfragen der Frühpädagogik und Primärsozialisation in den Blick nimmt. Unser Ziel ist es, die Wirksamkeit der Stiftungsangebote festzustellen und diese zu optimieren. Dabei interessieren uns sowohl die Qualifizierungsangebote für Erzieherinnen und Erzieher als auch die Experimente und andere Angebote an Kinder. Wir wollen die so gewonnenen Kenntnisse und Erfahrungen auch anderen Initiativen zur Verfügung stellen und damit nicht nur zur Verbesserung der Qualifizierung von Erzieherinnen und Erziehern, sondern auch zur gesellschaftlichen Anerkennung dieses wichtigen Berufes beitragen. Der FLK ist ein Gremium, das der Bedeutung der frühen naturwissenschaftlich-technischen Bildung nachhaltig Gehör verschaffen will.

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