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Michael Fritz
Michael Fritz (c) Dez. 2013

Die Stiftung trifft...

Michael Fritz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung

Seit 1. Dezember 2013 ist Michael Fritz der neue Kopf im Vorstand des "Hauses der kleinen Forscher". Für das Stiftungsteam ist er kein unbekanntes Gesicht. Im Kuratorium stand er dem "Haus der kleinen Forscher" schon länger mit Rat und Tat zur Seite. Mit welchen Erfahrungen startet der frühere Grund- und Hauptschullehrer und ZNL-Mitbegründer seine neue Aufgabe in Berlin?

Herr Fritz, warum sind Sie damals Lehrer geworden?
Als Lehrer kann ich direkt mit Menschen arbeiten, d.h. ich kann Menschen, die sich enorm entwickeln, dabei begleiten. Kinder können sich toll entfalten! Und sie geben einem viel zurück, wenn man ihnen die Zuwendung gibt, die sie brauchen.

Was macht einen guten Lehrer oder Erzieher aus?
Seine Haltung gegenüber Kindern. Ein guter Lehrer oder eine gute Erzieherin sieht sich als Begleiter der Kinder, dessen Aufgabe es ist, den Kindern ein Gefühl für ihre persönlichen Stärken zu geben und sie Erfolge erleben zu lassen.

Welche Erfahrungen helfen Ihnen aus Ihrer Zeit als Lehrer bei der jetzigen Aufgabe?
Wir müssen die pädagogischen Fachkräfte an Kitas und Grundschulen – wie die Kinder – als Personen sehen, die sich in dem, was sie tun, persönlich weiterentwickeln und erfolgreich sein möchten. Sie haben ihre eigenen Ziele, ihr individuelles Vorwissen und ihre Erfahrungen, die wir als ihre Lernvoraussetzungen akzeptieren sollten. Jeder, Kinder wie Erwachsene, will erfolgreich sein und sucht dazu die Unterstützung seiner Umwelt. Hier sehe ich auch das "Haus der kleinen Forscher" – als Unterstützer. Zusammen wollen wir dieselbe Sache erreichen, nämlich dass jedes Kind individuell aufblühen und seine Fähigkeiten entfalten kann, vor allem im Umgang mit Natur und Technik.

Vor etwa zehn Jahren haben Sie als Lehrer aufgehört und zusammen mit dem Hirnforscher Prof. Manfred Spitzer das ZNL Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen gegründet warum?
2003 war ich als Rektor der Braunenbergschule in Aalen mit meinem damaligen Kollegium bei einem Vortrag von Herrn Spitzer. Wir fanden seine theoretischen Erkenntnisse aus der Hirnforschung sehr spannend, konnten damit aber in der Praxis wenig Konkretes anfangen. Ich konfrontierte Herrn Spitzer damit. Der wiederum bat mich um Ideen, wie sich die Kluft zwischen Lernforschung und Bildungspraxis überwinden ließe, damit beide voneinander profitieren könnten – so entstand das Transferzentrum. In den letzten Jahren hat es das ZNL geschafft, dass sich die Spezialisten der Bildungsforschung und die Akteure in den Bildungseinrichtungen als gleichwertige Sucher und Finder guter Lernsituationen begegnen.

Ihre eigenen drei Kinder haben u. a. Physik und IT studiert. Woher kommt Ihrer Ansicht nach das Interesse dafür?
Mein Sohn zum Beispiel hatte einen fantastischen Physiklehrer. Der bemerkte seine Stärken, gab ihm besonderen Freiraum und traute ihm was zu. Mein Sohn fühlte sich dadurch in seinem Forscherdrang bestärkt und diese Erfahrung hilft ihm noch heute. Sowohl Kinder als auch wir Erwachsene wollen sagen können: "Ich kann etwas!" Wer diese Erfahrung, zum Beispiel beim Forschen und Experimentieren, immer wieder macht, traut sich was zu und ist für weitere Herausforderungen motiviert.

Sie kennen das "Haus der kleinen Forscher" schon etwas länger: Welche fünf Begriffe würden Sie der Stiftung spontan zuordnen?
Ambitioniert mit großen Zielen. Gute Struktur. Enorme Unterstützung aus dem Umfeld. Professionell. Sympathisch.

Sie sind für Ihre neue Stelle bei der Stiftung von Ulm nach Berlin umgezogen. Welche Dinge möchten Sie hier gern für sich entdecken?
Die Hirnforschung hat bewiesen, dass das Gehirn genial darin ist, sich immer wieder an neue Situationen und Herausforderungen anzupassen. Um diese Fähigkeit aufrecht zu erhalten, muss man sich immer wieder auf Unbekanntes einlassen. Ich finde alles Neue erst einmal attraktiv und lasse es darum gerne auf mich zukommen. Ich habe in den ersten Wochen in Berlin auf jeden Fall schon eine große Vielfalt an Menschen und Lebensstilen wahrgenommen und freue mich auf das riesige kulturelle Angebot in Berlin, das ich hoffentlich auch bald einmal genießen kann.

Vielen Dank, Herr Fritz, und herzlich willkommen!

 

     

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