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Fachforum: Frühe technische Bildung

"Wer Mensch ist, ist Techniker!"

Chancen für die Technikbildung: Experten vernetzen, Best-Practice verbreiten

Mit der Ausweitung ihres Programms auf die Grundschule hat die Stiftung "Haus der kleinen Forscher" Technik als Bildungsbereich ins Angebot aufgenommen. Ist sie damit auf dem richtigen Weg? In einem Fachforum vom 8. bis 9. März 2012 hat sich das "Haus der kleinen Forscher" mit 15 Fachleuten auf dem Gebiet der frühen technischen Bildung ausgetauscht.

 

Frühe technische Bildung als Baustelle?
Technikbildung in Deutschland muss stärker gefördert und ausgebaut werden. Darüber sind sich im Fachforum alle einig. Seit 2011 arbeitet auch die Stiftung "Haus der kleinen Forscher" zusammen mit der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe und LPE Technische Medien daran. Die Expertinnen und Experten tauschten sich auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse über Ideen und Erfolgsfaktoren einer besseren Technikbildung aus. Dieser Bericht gibt zentrale Diskussionspunkte, offene Fragen und Statements wieder:

Technik ist Alltag!
Kinder müssen sich im technikdominiertem Alltag orientieren können. Vielen Förderinitiativen würde allerdings der Bezug zur Lebenswelt der Kinder fehlen, heißt es im Forum. Die Lebenswelt müsse der Ausgangspunkt sein: Was ist langfristig wichtig für die kommende Generation, die mehr denn je mit Technik aufwächst? Eine Voraussetzung für den Erfolg der Technikbildung sei, dies klar herauszustellen. "Technik sollte dabei nicht isoliert betrachtet werden. Technikthemen muss man mit anderen Themen aus der Erfahrungswelt der Kinder verbinden", so Dr. Michael Pries, Leiter der pädagogischen Abteilung der Autostadt in Wolfsburg. "Die Kinder sollten dabei Technik als Chance zur Gestaltung ihrer Umwelt erkennen und sich als Gestalter erleben", findet Martin Binder von der Pädagogischen Hochschule Weingarten.

     

Stiftung Haus der kleinen Forscher

Technikbildung für jedes Kind?
"Es gibt keine Nicht-Techniker, genau wie es keine Nicht-Sprachler gibt. Wer Mensch ist, ist Techniker." so Prof. Dr. Wilfried Schlagenhauf von der Pädagogischen Hochschule Freiburg und  Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für technische Bildung. Sollte also jedem Kind eine technische Bildung ermöglicht werden? Pries findet, "man muss den Mädchen und Jungen frühstmöglich Erfolgserlebnisse bieten und sie in ihrer neugierigen Grundhaltung von Beginn an bestärken." Dr. Peter Rösner, Geschäftsführer der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" ergänzt: "Jedes Kind sollte die Chance haben zu erkennen, ob es Erfinder, Bastler, Tüftler oder Künstler ist – oder nichts von alledem." Weiterhin besteht Konsens darüber dass technische Bildung bereits im Vorschulalter beginnen sollte.

Lehrerinnen und Lehrer als Techniker?
Reicht es aus, bisherige Konzepte und Modelle zur Förderung der frühen Technikbildung einfach stärker zu verknüpfen? Neben außerschulischen Angeboten müsse man versuchen, Schulleitungen und Lehrkräfte mit ins Boot zu holen, so heißt es im Forum. Denn über die Integration technischer Bildung in den Unterricht oder gar die Einführung eines eigenständigen Unterrichtsfachs könne man allen Kindern einen dauerhaften Zugang zur Technikbildung ermöglichen. Dabei wäre darauf zu achten, die Kinder nicht zu überfordern und ihre Individualität nicht zu vergessen.“Machen lassen, aber nicht alleine lassen“, betont Dr. Martin Fislake von der Universität Koblenz-Landau bezüglich des pädagogischen Ansatzes. Und auch die Lehrkräfte stelle man damit vor eine neue Herausforderung. "Sie sollten ebenfalls Spaß an dem Thema haben und es an die Kinder weitergeben", so Jürgen Clauß vom FEZ Berlin. Rösner gibt auf Basis seiner bisherigen Erfahrungen aus der Stiftungsarbeit einen optimistischen Ausblick: "Wenn wir auf einfache Modelle und gute Anleitungen für die pädagogische Praxis setzen, kann jede Lehrkraft technische Bildung umsetzen."

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