mit Experimentierkarte

Alltagsbezug

Kinder wischen ihre Hände gerne an der Kleidung ab. Was früher eine Katastrophe war, weil alles mühsam mit der Hand gewaschen werden musste, wird heute viel leichter wieder sauber - Dank der Waschmaschine.
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Sie brauchen

  • 1 Waschmittelschublade einer Waschmaschine
  • Waschmittel (Vollwaschmittel und Weichspüler)
  • Wasser
  • 1 Eimer oder Schüssel
Wer noch mehr wissen will: Der Saugheber-Effekt spielt auch im Versuch „Wasser fließt bergauf“ eine Rolle.
guide

Der Trick in der Waschmaschine

Ein Experiment zum "Saugheber- Effekt". Weil es den gibt, muss in der Waschmaschinenschublade nicht extra ein Schieber oder ein Ventil eingebaut werden, um den Weichspüler in die Waschmaschine zu lassen.

Thema: Luft
Phänomen: Luftdruck
Autor: Joachim Hecker
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Waschmaschinen transportieren Waschmittel mit einem Saugheber zur Wäsche. Wie das funktioniert, können Kinder mit diesem Experiment erkunden.


Der Versuch beginnt

Sprechen Sie mit den Kindern über das Wäschewaschen. Wie oft läuft zu Hause die Waschmaschine? Was wird immer besonders schnell schmutzig? Was wird wie oft gewaschen? Wie lange werden Kleidungsstücke getragen, bis sie gewaschen werden? Wer füllt daheim die Waschmaschine, wer hängt die gewaschene Wäsche auf und wer bügelt sie? Aber auch: Wie funktioniert eine Waschmaschine?

Wenn Sie in Ihrer Einrichtung über eine verfügen, gehen Sie hin – möglichst wenn sie läuft – und schauen Sie sie mit den Kindern genau an. Welche Knöpfe sind wozu? Welche Programme gibt es und wie unterscheiden sie sich?

Nehmen Sie aus der (nicht laufenden!) Waschmaschine die Waschmittelschublade heraus. Oft ist oben ein kleiner Widerhaken, der heruntergedrückt werden muss, um sie ganz herausziehen bzw. entfernen zu können. "Leihen" Sie sich die Schublade kurz von der Waschmaschine aus.


So geht es weiter

Sprechen sie mit den Kindern über Voll-, Bunt- und Feinwaschmittel sowie Weichspüler – und zeigen Sie den Kindern die verschiedenen Waschmittelsorten. Lassen Sie die Kinder anfassen und riechen. Erklären Sie, in welches Fach man welches Waschmittel einfüllt. Gehen Sie auf den Unterschied bei der Verwendung von Waschpulver, Flüssigwaschmittel und Weichspüler ein. Zeigen Sie, dass es für jede Sorte von Waschmittel unterschiedliche Fächer gibt, denn aus einem "normalen" Fach in der Schublade würde der Weichspüler sofort herauslaufen, während das Pulver dort brav liegen bleibt. Erklären Sie, warum es für den flüssigen Weichspüler ein Extrafach gibt, aus dem er nicht so ohne weiteres auslaufen kann.

Lassen Sie die Kinder ein wenig Wasser oder Weichspüler in das Weichspülerfach gießen. Zeigen Sie, dass das Wasser oder der Weichspüler dort drinbleibt. Bitten Sie die Kinder, noch etwas mehr Wasser in dieses Fach zu gießen.


Das passiert

Plötzlich läuft das Weichspülerfach nach unten aus, bis es leer ist. Ist das Fach leer, öffnen Sie den Knubbel darin, in dem sich der Saugheber befindet.


Der Hintergrund

Im Weichspülerfach ist ein Saugheber versteckt. Er sorgt dafür, dass Mama oder Papa schon alle Waschmittel einfüllen können, um dann die Maschine einzuschalten. Ab da macht die Maschine alles selbst und die Eltern können einkaufen gehen. Der Weichspüler ist von Anfang an dabei, wird aber erst ganz zum Schluss gebraucht. Dann gibt die schlaue Waschmaschine einfach etwas Wasser dazu und der ganze Weichspüler läuft in die Waschmaschine. Das ist vielleicht pfiffig!


Deshalb ist es interessant

  • Die Waschmaschine arbeitet mit unterschiedlichen Arten von Waschmitteln, die sich in ihrer Stofflichkeit unterscheiden. Pulverwaschmittel sind fest und trocken, Flüssigwaschmittel und der Weichspüler sind flüssig und nass. Die pulvrigen Waschmittel lösen sich später in dem Wasser auf, das in die Waschmaschine über den Schlauch einfließt, die flüssigen mischen sich mit dem Wasser.
  • Weil es den Saugheber-Effekt gibt, muss in der Waschmaschinenschublade nicht extra ein Schieber oder ein Ventil eingebaut werden, um den Weichspüler in die Waschmaschine zu lassen. Das macht die ganze Sache preiswert, einfach und robust. Der Saugheber-Effekt startet "automatisch", sobald genügend Wasser da ist.
  • Der Saugheber in der Waschmaschine funktioniert genau wie der Saugheber beim Experiment Wasser fließt bergauf, nur dass das Rohr durch den Boden geht. Das passiert in dem Knubbel im Fach, was die Kinder sehen können, wenn man den Saugheber öffnet.


Für den Hinterkopf

Gewaschen wird seit Urzeiten, aber das maschinelle Waschen hat noch keine lange Geschichte. 1767 konstruiert ein Geistlicher die erste Waschmaschine. Es ist der Regensburger Superintendent Jacob Christian Schäffer. 30 Jahre später wird das erste Patent für eine Waschmaschine erteilt. Trotzdem hält der Waschautomat nur langsam Einzug in die Haushalte. 1951 wird in Deutschland der erste Waschvollautomat vorgestellt, der mit 2.300 Mark halb so viel kostet wie ein VW Käfer. Und noch 1973 wäscht die Hälfte aller deutschen Haushalte ohne Waschmaschine.

Mittlerweile haben wir uns an das maschinelle Wäschewaschen gewöhnt und können uns ein Leben ohne Waschmaschine nicht mehr vorstellen. Gerade für die Frauen, welche die Hauptlast der Wäschereinigung trugen, ist die Waschmaschine ein stählernes Stück Emanzipation. Und ohne zu übertreiben, kann man sagen, dass die Waschmaschine mehr zur Gleichberechtigung von Mann und Frau beigetragen hat als etwa die Weltraumfahrt.


Tipp

Eine andere wichtige Tätigkeit im Haushalt ist das Spülen. Die Kinder sollen erzählen, wie bei ihnen zu Hause das Geschirr gereinigt wird. Wer macht es? Wer hilft dabei, also trocknet etwa ab? Wer hat eine Geschirrspülmaschine zur Verfügung? Wie funktioniert die? Wie sieht das Geschirrspülmittel aus? Was muss sonst noch eingefüllt werden und warum? Und natürlich: Was würde passieren, wenn man Handspülmittel in die Geschirrspül- oder Waschmaschine füllt? Auweia!


 

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