mit Experimentierkarte

Alltagsbezug

Mit farbigen Sonnenbrillen wirkt die Welt wie in ein ganz anderes Licht getaucht, die „rosarote Brille“ ist sogar als feste Redewendung in unsere Sprache eingegangen.
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Sie brauchen

  • Weißes Papier
  • Klare, durchsichtige, intensiv getönte Farbfolien, mindestens rot, grün, blau, gelb
  • Farbige Bilder aus Bilderbüchern, Zeitschriften etc.
  • Ein-, zwei- und dreifarbige Gegenstände
  • Buntstifte: rot-orange, neongrün bzw. hellgrün

Spannend: je mehr Folien man vors Auge hält, desto dunkler wird die Welt.
guide

Gefilterte Farbwelten und KrakelzauberPhänomen Farbfilter

Einige Farbänderungen sind so stark, dass sie für bestimmte Wahrnehmungseffekte ein gesetzt werden können. Beispiele dafür sind 3-D-Bilder und -Brillen oder Arbeitshefte mit rot gemusterten Lösungsfeldern, die die Lösung erst unter einer roten Folie sichtbar werden lassen.

Thema: Licht, Farben, Sehen
Phänomen: Farbfilter
Autor: Stiftung "Haus der kleinen Forscher"
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Versuchsüberblick 

Die Kinder erkunden die Farbveränderungen, die sich ergeben, wenn sie ihre Umgebung oder Bilder durch farbige Folien hindurch betrachten. Außerdem wird ein grünes Bild unter vielen roten Schnörkeln versteckt. Mit roter Folie kann man es wiederentdecken.


Der Versuch beginnt

Die zugeschnittenen Folien sollten so groß sein, dass die Kinder sie vor beide Augen gleichzeitig halten, nicht aber Mund und Nase auch noch abdecken können. Bitte runden Sie die Folienecken ab, um Augenverletzungen auszuschließen.

Entdecken Sie zusammen mit den Kindern den Sinn der Floskel „Blick durch die rosarote Brille“! Die Kinder betrachten ihre Umgebung und die Natur durch die Folien hindurch. Was verändert sich dabei wie? Wirkt ein trister oder sonniger Tag anders, wenn man durch eine der Farbfolien schaut?

Stellen Sie gemeinsam mit den Kindern eine Auswahl ein- bis dreifarbiger Gegenstände zusammen (z.B. rote Tomate, grüner Apfel, gelber Stift, blaues Auto). Die Kinder wählen eine Folienfarbe und betrachten die Gegenstände durch diese Folie hindurch. Welche Farbe hat der Gegenstand beim Blick durch die Farbfolie und in natura?

Die Kinder wählen einige farbige Bilder aus. Sie legen eine der Folien auf die Bilder und verschieben sie langsam. Welche Veränderungen nehmen sie dabei wahr?
Was stellen die Kinder fest, wenn sie mindestens zwei Folien (eventuell in Streifen geschnitten) unterschiedlicher Farbe auf einem weißen Blatt übereinanderlegen oder durch beide gleichzeitig hindurchsehen?


So geht es weiter

Beim Versuch „Krakelzauber“ liegt das Hauptaugenmerk auf den Komplementärfarben Rot und Grün.

Der Überraschungseffekt dieses Versuchs hängt sehr davon ab, wie gut die Stifte zueinander und zur verwendeten Folie passen. Es ist daher sinnvoll, dass Sie im Vorfeld ein paar schnelle Testzeichnungen mit den verschiedenen Stiften machen. Der rote Stift soll durch die rote Folie wie unsichtbar wirken, der grüne Stift aber wie schwarz.

Zeichnen Sie mit dem grünen Stift ein einfaches einfarbiges Motiv (z.B. einen Ball, ein Haus) auf ein Blatt Papier. Die Kinder übermalen das Motiv anschließend mit roten Schnörkeln und Kringeln. Das grüne Motiv soll gut unter dem Rot versteckt sein. Achten Sie darauf, dass das Blatt nicht vollflächig in Rot ausgemalt wird, denn dann tritt das versteckte Motiv meistens wieder hervor. Nun legen die Kinder die rote Folie auf das Gemalte. Was entdecken sie dabei?


Das passiert

Beim Blick durch die farbigen Folien verändern sich die meisten Farben in der Umgebung. Betrachtet man beispielsweise rote Gegenstände durch eine grüne Folie, so sehen sie fast schwarz aus. Ein trister Tag bekommt etwas „Sonne“, hält man sich eine gelbe Folie vor die Augen. Legt man die rote, blaue, gelbe und grüne Folie auf einem weißen Untergrund übereinander, ergibt sich eine sehr dunkle, fast schwarze Farbe.

Wenn die Kinder auf das grüne Motiv, das durch die roten Kringel in den Hintergrund gedrängt wird, eine rote Folie legen, so „springt“ das versteckte Motiv hervor: Die roten Schnörkel sind verschwunden!

Ideen zur Fortsetzung

Für die Fortsetzungsideen brauchen Sie:

  • Andere durchsichtige, farbig getönte „Gucker“ (z.B. CD-Hülle, Lineal)
  • Evtl. verschiedene Farb- oder Sonnenbrillen

Die Folienstücke könnten im Stirnbereich unter die Mützen bzw. Basecaps gesteckt und so vor den Augen fixiert werden, ohne dass man sie festhalten muss. Oder es werden Folienstücke auf Schutzbrillen geklebt, die es z.B. im Baumarkt zu kaufen gibt.

Wie wäre es, Farbfolienstücke vor die Fenster zu hängen? Die Kinder könnten außerdem auch andere farbige „Gucker“ (durchsichtige, intensiv farbig getönte Gegenstände) oder farbige Brillen verwenden, um Bäume, Blumen und den Himmel in anderen Farben zu sehen. Vielleicht haben die Kinder Interesse daran, ihre Farbbeobachtungen zeichnerisch zu dokumentieren? Z.B. sieht ein blauer Ball durch eine rote Folie ganz dunkelgrau aus.

Der Hintergrund

Ein Regenbogen zeigt uns eindrucksvoll, dass Licht aus vielen Farben besteht (Lichtspektrum). Wird ein Gegenstand mit weißem Licht bestrahlt, nimmt er aus diesem Lichtfarbenspektrum einen Teil der Farben auf, er „verschluckt“ (absorbiert) sie, einen anderen Anteil wirft er zurück. Fällt dieser Lichtanteil in unser Auge, können wir den Gegenstand in genau diesen Farben sehen.

Vereinfacht dargestellt sehen wir einen roten Ball deshalb rot, weil dieser nur die Lichtanteile streuen kann, die von unserem Auge und unserem Gehirn zur Farbempfindung Rot verarbeitet werden. Benutzen wir Farbfilter (Farbfolien), so „verschlucken“ diese auch einen Teil des vom Gegenstand zurückgeworfenen Lichts, den anderen Anteil lassen sie durch (sie sind transparent). Dadurch nehmen wir die Farben verändert wahr: Betrachtet man z.B. Blau durch eine gelbe Folie, so nimmt man Grün wahr. Eine rote Folie verschluckt die grünen Lichtanteile.

Daher sieht der grüne Gegenstand beim Blick durch die rote Folie schwarz aus. Wenn von einem Gegenstand nur grünes Licht ausgeht und dieses durch eine rote Folie vollständig absorbiert wird, dann gelangt von dem Gegenstand überhaupt kein Licht mehr in unser Auge und er erscheint schwarz. Denn Schwarz ist gleichbedeutend mit „kein Licht“. Der Gegenstand wird nur deshalb wahrgenommen, weil er sich von seiner andersfarbigen Umgebung abhebt, denn von ihr gelangt noch Licht in unsere Augen – sie können wir sehen.

Rot und Grün eignen sich hier am besten, da sie so genannte Komplementärfarben sind und sich als solche vollständig auslöschen. Eine rote Folie kann also Grün vollständig „schlucken“ und umgekehrt. Legt man die verschiedenfarbigen Farbfilterfolien übereinander, erhält man ein ähnliches Ergebnis wie beim Mischen von Malfarben. Je mehr Farbfolien übereinanderliegen (= je mehr Malfarben vermischt sind), desto dunkler wird die Farbe. Mit jeder zusätzlichen Farbe wird mehr Licht absorbiert (subtraktive Lichtmischung).

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