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Mein Forschertipp

Kleine Architekten, großartige Häuser

Steckbrief

Barbara Mändl ist Erzieherin in der Kita Schönherrstraße in Chemnitz mit 72 Kindern im Alter von 1 bis 6 Jahren. Sie ist seit 2010 aktiv beim "Haus der kleinen Forscher“ und besuchte bisher 4 Fortbildungen. Am Architektur-Projekt beteiligt waren 18 Kinder zwischen 3 bis 6 Jahren.

Fotos: Kita Schönherrstraße Chemnitz
© Stiftung Haus der kleinen Forscher

Worum ging es beim Projekt?
In der Nähe unserer Kita stehen die ältesten Häuser der Stadt. Sie sind mehr als 400 Jahre alt und sehen durch ihr Fachwerk anders aus als die meisten Häuser, die die Kinder kennen. Die Kinder stellten immer wieder Fragen dazu: Stehen die Häuser schon immer dort? Wie waren sie früher eingerichtet? Wie baut man ein Fachwerkhaus? Wir wollten diese Fragen aufgreifen und im Rahmen des Projekts in einen größeren Zusammenhang stellen. Dabei ging es auch um die Stabilität von Konstruktionen, verschiedene Baumaterialien, um die Entstehung unserer Stadt und das Leben früher.

Was haben Sie benötigt und wie lange hat das Forschen angedauert?
Wir haben etwa zehn Wochen lang geforscht. Um Häuser, die in verschiedenen Straßen stehen, besser vergleichen zu können, benutzten wir einen Fotoapparat. Außerdem hat jedes Kind ein Haus aus Pappe gebaut. Dazu haben die Kinder verschiedenste Materialien verwendet und die Häuser individuell gestaltet, beispielsweise mit Holzresten oder mit Trinkhalmen.

Fotos: Kita Schönherrstraße Chemnitz
© Stiftung Haus der kleinen Forscher

Was haben Sie herausgefunden?
Um ihre Modellhäuser bauen zu können, haben die Kinder viele Fragen gestellt und gemeinsam nach Antworten gesucht: Wie setzt man die Lehmsteine so übereinander, dass die Hausmauer stabil wird? Wie wird ein Dach gebaut? Sie sammelten Informationen entwarfen eigene Baupläne und Modelle. Wir beschäftigten uns mit Entwürfen von einem Architekten und zeichneten selbst auf Millimeterpapier Grundrisse von Wohnungen. Auch alte Bauzeichnungen unserer Kita bezogen wir ein.

Was hat den Kindern besonders gefallen?
Die Kinder fanden es spannend, wie viele Möglichkeiten gibt, Häuser zu bauen. Wenn wir unterwegs haben sie sich gegenseitig auf Fachwerk oder Sandsteingebäude hingewiesen. Selbst alte Eingangstüren oder Fensterverkleidungen fielen ihnen nun auf. Beim Bau ihrer Papphäuser waren die Kinder sehr kreativ. So hat ein Kind sein Haus gewissenhaft mit Fliesen ausgekleidet, ein anderes hat eine komplette Haustechnik installiert, inklusive Wasserleitungen, Regenrinne, Schläuchen und Regentonne.

Was hat gut oder auch nicht so gut geklappt?
Die Kinder lernten viel voneinander, halfen sich und es entstanden Werke in intensiver Gemeinschaftsarbeit. Wissen in den verschiedensten Bereichen haben wir uns gemeinsam angeeignet, ich habe von und mit den Kindern gelernt. Auch die Eltern halfen uns mit Ideen und Materialien. Das Interesse war so groß, dass wir zum Abschluss alle unsere Werke in einer Ausstellung präsentierten.

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