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Mein Forschertipp

Schmutzwasserforschung

Steckbrief

Nina Clos & Michaela Seeber, Erzieherinnen in der Integrativen Kita - Lebenshilfe Kusel e.V. in Kusel, Rheinland-Pfalz, mit 75 Kindern im Alter von 2 bis 7 Jahren, seit 2013 als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert, besuchten bisher 4 bzw. 3 Workshops. Am Projekt beteiligt: 17 Kinder zwischen 4 und 5 Jahren

Die Kinder besuchen eine Abwasseranlage (c) Integrative Kita - Lebenshilfe Kusel e. V.
© Integrative Kita - Lebenshilfe Kusel e.V.
Die Kinder besuchen eine Abwasseranlage (c) Integrative Kita - Lebenshilfe Kusel e. V.

Worum ging es bei dem Projekt? Was haben Sie benötigt und wie lange wurde geforscht?
Wir haben das Forschen zum Thema Wasser bzw. Schmutzwasser nicht als begrenztes Projekt angelegt, sondern beschäftigen uns jede Woche mit verschiedenen Forscherthemen. Nachdem die Kinder mit Wasser geforscht hatten und dabei auch ausprobierten, schmutziges Wasser wieder sauber werden zu lassen, kam es bald darauf zu einem Besuch der Kläranlage. Einer der Väter unserer Kinder ist Abwassermeister und Leiter der Anlage in Kusel. Er hatte uns angeboten, den Kindern die Anlage zu zeigen.

Was haben Sie gemeinsam herausgefunden?
Als die Kinder beim Forschen in der Kita anfingen, das Wasser mit verschiedenen Materialien zu verschmutzen, waren sie erst einmal erstaunt darüber, wie sich der Dreck im Wasser verhält: Holzstückchen schwammen oben, Sand sank zu Boden, manche Dinge schwebten im Wasser. Sie haben dann das verschmutzte Wasser von selbst  mehrere Male nacheinander durch ein Sieb gegossen, um es wieder klar werden zu lassen. Die Kinder hat es regelrecht verblüfft, wie gut eine Kaffeefiltertüte Wasser reinigt und wie die Schmutzteilchen darin hängen bleiben. Ihre Erfahrungen durch das Ausprobieren haben dazu geführt, dass die Kinder später in der Kläranlage gut beobachten und verstehen konnten, was mit dem Schmutzwasser aus dem Waschbecken oder der Toilette passiert.

Im Labor wird das gereinigte Wasser geprüft c) Integrative Kita - Lebenshilfe Kusel e. V.
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Im Labor wird das gereinigte Wasser geprüft c) Integrative Kita - Lebenshilfe Kusel e. V.

Was hat den Kindern besonders gefallen?
In der Kläranlage wurde eine grüne Kontrollflüssigkeit ins Wasser gegeben, mit der man Lecke in Rohren aufspüren kann. Das hat die Kinder fasziniert, genau wie der Gang durch den unterirdischen und engen Kanal unter der Anlage und der Besuch des Labors, in dem das scheinbar klare Wasser am Ende nochmal mikroskopisch genau geprüft wird, ob es wirklich rein ist.

Was hat gut oder auch nicht so gut geklappt?
Der Abwassermeister hatte ein gutes Gespür für die Neugier der Kinder – die Führung durch die große Kläranlage dauerte nämlich eine ganze Weile und er hat es geschafft, dass es von Anfang bis Ende spannend blieb. Er hatte sogar Urkunden für die Kinder angefertigt. Bevor man allerdings Orte wie die Kläranlage besucht, sollte man sich vorher der Sicherheit wegen genau über die Gegebenheiten vor Ort informieren. Immerhin ist die Anlage mit ihren riesigen Wasserbehältern nicht auf Kinder eingestellt. Wir hatten unsere Forschergruppe aufgeteilt und sind nacheinander mit höchstens sieben Kindern auf einmal dort gewesen. Als integrative Kita möchten wir auch gern erwähnen, dass beeinträchtigte Kinder genauso neugierig sind und Spaß am Nachforschen haben. Wenn sie dabei etwas mehr Hilfe als andere benötigen, werden sie meistens sofort durch andere Kinder unterstützt und es ist für alle eine Bereicherung.

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