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Platz für mich, Platz für dich

Ein Junge schaut unter einem Stuhl hervor
Bequem oder zu eng?
© Christoph Wehrer / Stiftung Haus der kleinen Forscher
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Kinder stecken ein Dreieck auf dem Boden ab.
Wie viele Kinder passen in das Dreieck?
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
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Ein Junge bastelt ein Haus
Wie viel Platz braucht ein gutes Zuhause?
© Steffen Weigelt/Stiftung Haus der kleinen Forscher
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Jeder braucht ein Plätzchen für sich. Nur wie viel – eher ein kleines Zimmer oder eine ganze Wohnung? Wie fühlen wir uns in der Menschenmenge einer Einkaufsstraße? Und wie alleine im Wald? Hängt das auch von unserer Stimmung ab? Und wie viel Raum ist gerecht?

Sie brauchen:

  • Kreide, Klebeband oder Schnur zur Raummarkierung
  • Matte

So funktioniert's:

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1 Alltagsbezug aufgreifen

Jeder Mensch, ob groß oder klein, alt oder jung, hat ein Bedürfnis nach Nähe und gleichzeitig eines nach Distanz und Freiheit. Wie stark die jeweiligen Bedürfnisse ausgeprägt sind, ist individuell und nach Situation verschieden und auch davon abhängig, wie die Beziehungen untereinander sind oder wie wir es gewohnt sind. Nicht immer wird darauf Rücksicht genommen und nicht immer sind die äußeren Gegebenheiten so, dass sich alle richtig wohl fühlen können. Diese Erfahrung macht jedes Kind und jeder Erwachsene. Aber nicht immer ist den Mädchen und Jungen klar, woran es liegt, dass sie sich in einer Situation wohl oder unwohl fühlen. Dabei ist der erste Schritt, die eigenen Bedürfnisse kennenzulernen.

2 Auf die (begrenzten) Plätze, ...

Schaffen Sie zunächst einen begrenzten Raum, indem Sie eine Fläche auf dem Boden aufmalen oder eine Matte hinlegen - für zehn Kinder bspw. ungefähr ein bis zwei Quadratmeter. Wie viele Kinder können sich auf die Fläche stellen, wie viele hocken? Passen mehr zusammen darauf, wenn sie sich gut aneinander festhalten oder sich gegenseitig huckepack nehmen?

3 ... fertig, los: Wer hält am längsten durch?

Wenn Sie viele Kinder in der Gruppe haben, können Sie auch Teams bilden: Welches Team schafft es, für 10 Sekunden die meisten Kinder zusammen in den begrenzten Raum zu bringen? Je nachdem, wie wohl oder unwohl sich die Kinder fühlen, können Sie den Zeitrahmen erhöhen: Wie geht es den Mädchen und Jungen nach 20 Sekunden oder einer halben Minute? Reflektieren Sie danach gemeinsam: Wie fühlt es sich für jedes einzelne Kind an, nahe beieinander zu stehen? Wer fand es unangenehm, wer hatte Spaß daran?
Sie könnten die Kinder außerdem fragen, ob sie den Gruppen- oder Klassenraum eigentlich groß genug finden. Wie wäre es, wenn er nur halb so groß wäre? Vielleicht haben Sie Lust, das einmal auszuprobieren und den Raum halb zu "sperren". Fühlen sich die Mädchen und Jungen auf dem verbliebenen Stückchen wohl? Wie können sie sich dort arrangieren, dass es für alle ein "Wohlfühlort" ist. Oder geht das gar nicht? Vielleicht können Sie auch mal einen ganzen Tag in einer Turnhalle verbringen. Wird den Kindern der Raum zu groß?

4 Über den Tellerrand: Was bedeutet es, Platz zu haben?

Denken Sie gemeinsam mit den Kindern darüber nach, wie unterschiedlich wohl andere Kinder auf der Welt wohnen. Wie lebt wohl eine junge Prinzessin in einem Schloss oder Kinder, die mit ihrer ganzen Familie in einem einzigen Raum wohnen? Gibt es ein zu groß und zu viel Platz zum Wohlfühlen? Schauen Sie sich gemeinsam Bilder aus Schulen in anderen Ländern an. Ist die Verteilung von Raum gerecht oder ungerecht und welche Gründe finden die Kinder dafür?
Vielleicht möchten die Kinder auch von zuhause erzählen. Wie viel Platz steht dort zur Verfügung? Teilt sich jemand das Zimmer mit seinen Geschwistern oder Eltern? Mag jemand lieber nicht alleine in einem Zimmer schlafen? Hat eine kleine Wohnung vielleicht Vorteile, z. B. beim Aufräumen?

5 Wissenswertes für Erwachsene

Das Grundbedürfnis nach Raum steht in vielen Zusammenhängen. Zum einen lernen wir, dass es sehr unterschiedlich ist und wir nicht automatisch von uns auf andere schließen können. Dabei lernen wir die Bedürfnisse anderer als berechtigt kennen, was für interkulturelle Kompetenzen bedeutsam ist, denn Kulturen wird es immer geben und sie sind nicht an die geografische Herkunft gebunden. Zum anderen wird deutlich, dass nicht alle Menschen überall ihre Bedürfnisse ausleben können und dass Ressourcen zum einen nicht gleichmäßig und zum anderen auch nicht nach Bedürfnissen gerecht verteilt sind. Diese Forscheridee eignet sich daher gut im Rahmen einer frühen BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung). Dazu gehört unter anderem zu lernen, dass unser Handeln sich auf andere Menschen und ihre Umwelt auswirkt, auch wenn sie weit von uns entfernt leben.

Ergänzendes Material für Ihre pädagogische Arbeit

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