Direkt zur Hauptnavigation, zur Unternavigation dem Inhalt oder zum Seitenfuß

Beim Ballspielen die Reaktionsfähigkeit testen (Foto: ©Thinkstock)

Auf die Plätze – fertig – los!

Suche nach Forscherideen

Noch mehr Praxisideen?

Jetzt Fortbildungen besuchen!

Sie brauchen

  • Lineal (mind. 30 cm lang)
  • Farbiges Papier
  • Klebeband
  • Ball

Probieren Sie mit den Kindern, z.B. beim Ballspielen, wie schnell ihre Reaktionszeit ist. Wie schnell schaffen sie es, Dinge, die unvorhergesehen fallen gelassen oder geworfen werden, zu fangen?

Alltagsbezug

Unser Körper muss in vielen Situationen blitzschnell reagieren können: Das Fahrrad, das plötzlich um die Ecke schießt, wenn wir gerade die Straße überqueren wollen, ein Ball, der aus unerwarteter Richtung auf uns zu fliegt und dem wir gerade noch ausweichen können. Testen Sie doch einmal mit den Kindern, wie schnell sie reagieren können. Verkürzt sich die Reaktionszeit, die übrigens auch Verzögerungszeit genannt wird, durch wiederholtes Üben?

Der Versuch beginnt

Beginnen Sie mit einem Gespräch: Erinnern sich die Mädchen und Jungen an Situationen, in denen sie schon einmal ganz schnell reagieren mussten? Wann ist es besonders wichtig, „blitzschnell“ zu sein? Wovon hängt es ab, ob uns das gelingt?
Bekleben Sie ein Lineal, das mindestens 30 cm lang ist, in Längsrichtung mit drei bis vier verschieden farbigen Streifen jeweils gleicher Länge – beispielsweise in rot, gelb und grün. Die unterschiedlich markierten Bereiche dienen als Maß für die Reaktionsgeschwindigkeit.
Die Kinder bilden nun Zweierteams: Ein Kind hält das Lineal senkrecht in die Höhe, kurz oberhalb der Hand des zweiten Kindes, das den Daumen und die übrigen Finger seiner Hand so spreizt, dass ein schmaler Durchgang für das Lineal entsteht. Ohne Vorwarnung wird das Lineal nun senkrecht fallen gelassen und muss von dem Kind mit den gespreizten Fingern aufgefangen werden. In welchem Bereich hat es das Lineal erwischt – im grünen, gelben oder roten? Lassen Sie die Kinder im Wechsel mehrere Versuche machen und beobachten, ob sich an ihrer Reaktionsgeschwindigkeit etwas verändert.

So geht es weiter

Auch ein Ballspiel eignet sich gut um auszuprobieren, wie schnell wir reagieren können: Ein Kind hält die Hände geschlossen hinter dem Rücken, ein anderes wirft ihm unvermittelt – aber nicht zu stark - einen Ball zu. Schafft es das Kind, die Hände so schnell hinter dem Rücken hervor zu holen, dass es den Ball fangen kann? Bei den Jüngeren können Sie als Erwachsene den Ball werfen, um ihn langsam und gezielt zu platzieren.
Die Kinder können sich außerdem einander gegenüber aufstellen und ihre eigenen Hände jeweils auf Bauchhöhe flach aneinander legen, so dass die Fingerspitzen auf ihr Gegenüber zeigen und sich gegenseitig berühren. Ein Kind darf nun ohne Vorankündigung mit den Händen nach vorne schnellen und versuchen, die Hände des anderen Kindes zu schnappen. Wer fängt wen? Gelingt es nach einiger Zeit, sich nicht mehr fangen zu lassen?

Hintergrundinformationen

Unser Körper kann in Windeseile die unterschiedlichsten Reize aufnehmen, verarbeiten und darauf reagieren. Dabei vollzieht sich ein komplexer Vorgang: Die sogenannte „Latenzzeit“ beschreibt die Zeit, die vergeht, bis das ausgelöste Signal bei dem entsprechenden Organ, z. B. den Augen oder den Ohren, angekommen ist. Von dort wird die Information an das Gehirn weitergeleitet, das sie auswertet und den passenden Befehl (z. B. „Arm ausstrecken und zugreifen“) an die entsprechenden Muskeln schickt, die daraufhin in Aktion treten.

Bei Erwachsenen beträgt die Reaktionszeit im Durchschnitt zwischen 0,2 und 1,7 Sekunden. Bei Kindern ist sie meist langsamer, u. a. weil zu einem guten Reaktionsvermögen auch gehört, sich gut zu konzentrieren und mögliche Gefahren voraussehen zu können - Fähigkeiten, die Mädchen und Jungen erst im Laufe der Zeit entwickeln. Außerdem fällt es ihnen nicht immer leicht, Geräusche korrekt zu lokalisieren und Entfernungen richtig einzuschätzen. Im Straßenverkehr geht man bei Vorschulkindern von einer Reaktionszeit von vier bis fünf Sekunden aus. Generell gilt: Unsere Tagesform beeinflusst unsere Reaktionsfähigkeit maßgeblich – wer müde ist, reagiert deutlich langsamer!

Ideen zur Fortsetzung

Und wie schnell sind unsere Augen? Probieren Sie es gemeinsam mit den Kindern aus!

Schneiden Sie ein DINA4 Blatt senkrecht in der Mitte durch. Sie erhalten so zwei Längsstreifen. Jeder Streifen wird in der Mitte geknickt, so dass die zwei rechteckigen Flächen aufeinander liegen und der Knick oben ist. Nun haben Sie eine Vorlage für zwei kleine „Daumenkinos“ aus nur zwei Bildern. Auf die obere Fläche malen die Kinder einen kahlen Baum ohne Blätter. Auf die untere Fläche, die sichtbar wird, wenn man das Rechteck aufklappt, werden dem gleichen Baum erste Blätter an die Zweige gemalt. Alternativ eignet sich auch ein lachendes Strichmännchen-Gesicht auf das ein trauriges folgt. Wichtig ist, dass die Zeichnungen jeweils auf gleicher Höhe sind. Nun rollen die Kinder das oben aufliegende Stück Papier eng um einen runden Stift bis zur Hälfte auf, bis das untere Bild zu sehen ist. Wenn der Stift jetzt zügig von unten nach oben hin- und hergerollt wird, sieht es so aus, als ob dem Baum ganz schnell Blätter wachsen. Sehen die Kinder hier zwei Bilder oder schon einen kleinen Film?

Generell gilt: Optische Eindrücke müssen mindestens 20 bis 30 Millisekunden auseinander liegen, damit wir sie als getrennt wahrnehmen. Viele Tiere können noch viel schneller aufeinander folgende Reize als getrennt voneinander wahrnehmen. Ein normaler Kinofilm wäre aus den Augen einer Hummel betrachtet nur so unterhaltsam wie ein langsam umgeblättertes Fotoalbum.

Kommentar schreiben

*Pflichtfelder

Kommentar schreiben
Haus der kleinen Forscher auf FacebookHaus der kleinen Forscher auf TwitterHaus der kleinen Forscher auf Youtube