Direkt zur Hauptnavigation, zur Unternavigation dem Inhalt oder zum Seitenfuß

Kinder klatschen im gleichmäßigen Rhythmus (Foto: Christoph Wehrer)

Der Rhythmus der Zeit

Suche nach Forscherideen

1950 Bewertungen
Sie haben diesen Artikel bereits bewertet.
0 Kommentare

Noch mehr Praxisideen?

Jetzt Fortbildungen besuchen!

Sie brauchen

  • Stoppuhr

Für die Fortsetzungsidee:

  • Uhr mit Sekundenzeiger

Vieles im Alltag geschieht oft in einer geregelten Abfolge, in einem bestimmten Rhythmus. Dies vermittelt ein Gefühl von Zeit. Wie wäre es, wenn die Kinder einmal selbst einen Rhythmus erfinden, mit dem sie die Dauer eines Vorgangs messen können?

Alltagsbezug

Kinder lernen die Zeit über Rhythmus kennen. Wiederkehrende Elemente in ihrem Alltag wie der Morgenkreis, das gemeinsame Frühstück oder der Mittagsschlaf passieren in einer regelmäßigen Abfolge, die ihren Tag rhythmisiert. Rhythmus gibt es im Großen wie im Kleinen, auch der Sekundenzeiger folgt einem gleich bleibendem Takt.

Der Versuch beginnt

Stellen Sie sich mit den Kindern im Kreis auf. Bitten Sie die Mädchen und Jungen, alle zu klatschen. Was passiert? Es ist faszinierend: Meist stellt sich innerhalb kürzester Zeit ein gemeinsamer Klatschrhythmus ein, ohne dass dies abgesprochen wurde. Greifen Sie diesen Rhythmus auf. Können ihn die Kinder einmal schnell klatschen, dann wieder ganz langsam? Nun darf sich jedes Kind der Reihe nach einen eigenen Rhythmus ausdenken, den die anderen mitklatschen. Greifen Sie daraus eine Abfolge auf, bei der den Mädchen und Jungen ein gleichmäßiges Mitklatschen leicht fällt und die einen deutlich erkennbaren Start- und Endpunkt hat. Wie oft lässt sich die Abfolge wiederholen, bis eins der Kinder den Kreis, in dem sie stehen, einmal umrundet hat? Wie sieht es beim nächsten Kind aus? Die Mädchen und Jungen können so messen, wer schneller war – und das ganz ohne Uhr!

So geht es weiter

Das gleichmäßige Klatschen eignet sich für das Messen und Vergleichen kurzer Zeitabschnitte, aber wie ist es, wenn man einen längeren Vorgang messen möchte? Die Kinder wollen z. B. herausfinden, wer am schnellsten das Außengelände der Kita einmal umrunden kann. Stimmen Sie dafür gemeinsam ein Lied mit mehreren Strophen an, das allen Kindern bekannt ist. Starten Sie den Lauf eines Kindes jeweils mit dem ersten Ton und hören Sie – mitten im Text – auf zu singen, wenn das Kind den Zielpunkt erreicht hat.
Anschließend können Sie mit den Mädchen und Jungen eine gemeinsame Auswertung machen: Ist das eine gute Methode, die Zeit zu messen? Vielleicht möchten die Kinder einmal mit der Uhr nachmessen, wie lange das Liedsingen jeweils dauert? Was zeigt die Stoppuhr bei einem ersten, was bei einem zweiten Durchgang an?

Der Hintergrund

Zeit messen bedeutet Vergleichswerte zu finden. Dabei war der Aspekt der Regel- bzw. Gleichmäßigkeit bereits bei der Herstellung der allerersten Uhren eine Herausforderung: Wie konnte man sicherstellen, dass der Sand einer Sanduhr immer im gleichen Tempo rieselt oder dass bei einer Wasseruhr das Wasser gleichmäßig tröpfelt? Auch bei diesem Experiment ist es wichtig, dass der Rhythmus die ganze Zeit über konstant bleibt. Und das ist gar nicht so einfach. Bereits Galileo Galilei soll das Liedersingen benutzt haben, um herauszufinden, wie lange eine Kugel für das Herabrollen von einer Schräge brauchte. Die Messung war ihm dann letztendlich aber nicht genau genug.

Ideen zur Fortsetzung

Schauen Sie mit den Kindern gemeinsam auf eine große Uhr, bei der man den tickenden Sekundenzeiger deutlich sieht – und am besten auch hört. Wenn die Mädchen und Jungen ganz leise sind, können sie dem Takt der Sekunden lauschen. Anschließend können sie den Sekundenzeiger begleiten und seinen Takt mitklatschen, während ein Kind mitzählt. Bei sechzig haben die Kinder genau eine Minute lang geklatscht! Gelingt ihnen das auch, wenn sie die Uhr nicht mehr sehen und hören? Wie können Sie auch ohne Uhr weiterhin im Takt der Sekunden klatschen? Sammeln Sie hierzu die Ideen der Kinder. Alternativ zum Klatschen können die Mädchen und Jungen auch mit dem Fuß aufstampfen oder hochspringen.

 

Kommentar schreiben

*Pflichtfelder

Kommentar schreiben
Haus der kleinen Forscher auf Facebook Haus der kleinen Forscher auf Twitter Haus der kleinen Forscher auf Youtube