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Ob Karotte oder Möhre, die Bezeichnung ist zwar regional unterschiedlich, meint aber das Gleiche

Die gesunde Farbe der Möhre

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  • 1 Speiseteller
  • 1 große Gemüsereibe
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Für jedes Kind

  • 1 Möhre
  • 1 Teelöffel
  • 2 Trinkgläser
  • 1 Dessertteller

Carotin und andere Pflanzenfarbstoffe sind neben Vitaminen wichtige gesunde Bestandteile von Obst und Gemüse. Das Experiment zeigt den Kindern, wie fettlöslich der Pflanzenfarbstoff Carotin ist. Es veranschaulicht mit einfachen Mitteln, dass sich das Carotin der Möhren in Fett besser auflöst als in Wasser.

Alltagsbezug

Der Pflanzenfarbstoff Carotin ist ein wichtiger Bestandteil von Obst und Gemüse. Er ist fettlöslich und entwickelt so erst seine Wirksamkeit. Daher sollte bspw. zu geriebenen Möhren immer etwas Öl gereicht werden.

Versuchsüberblick

Das Experiment veranschaulicht mit einfachen Mitteln, dass sich das Carotin in Öl wesentlich besser auflöst als in Wasser. Mit Hilfe einer Reibe stellen die Kinder Möhrenraspel her und geben diese in je einen durchsichtigen Behälter mit Wasser und Speiseöl. Die Kinder können rasch beobachten, was dann passiert.

Der Versuch beginnt

Stellen Sie die Experimentiermaterialien auf einen Tisch bereit. Füllen Sie die Karaffe mit Trinkwasser. Waschen Sie gemeinsam mit den Kindern die Möhren und lassen diese gut abtropfen. Legen Sie die Möhren auf den Speiseteller. Fragen Sie die Kinder, ob Möhren gesund und lecker sind. Erwähnen Sie dabei, dass Möhren neben wichtigen Vitaminen einen Farbstoff enthalten, der sie rötlich macht - das Carotin. Dieser Farbstoff ist sehr gesund (zellschützende Wirkung). Manche Vitamine und Farbstoffe benötigen allerdings Fett bzw. Öle, um richtig wirksam zu werden.

So geht es weiter

Jedes Kind kann nun seine Möhre raspeln und diese Raspel auf einen Dessertteller legen. Bitten Sie die Kinder, behutsam zu sein, damit sie sich an der Raspel nicht verletzen. Besser, das letzte Stück Möhre nicht raspeln und (bis auf das Endstück mit dem Wurzelansatz) einfach aufessen! Das Reiben der Möhren ist gerade für ganz junge Kinder eine spannende motorische Übung und Erfahrung. Jedes Kind erhält zwei Trinkgläser. Nun gibt jedes Kind etwas Wasser in ein Glas sowie die gleiche Menge Speiseöl ins andere Glas. Es reicht, wenn jedes Glas etwa zu einem Drittel gefüllt ist. Jetzt können die Kinder mit dem Teelöffel eine kleine Menge Möhrenraspel in das Wasserglas geben und vorsichtig umrühren. Anschließend geben sie eine gleich große Menge Möhrenraspel in das Glas mit dem Öl und rühren ebenfalls vorsichtig um. Besonders wichtig ist, dass in den Gläsern gleich große Mengen Wasser, Öl und Möhrenraspel gelangen. Was beobachten die Kinder? Was passiert jetzt im Glas?

Und das passiert

Die Kinder können schon innerhalb weniger Minuten beobachten, dass sich das Öl viel schneller rötlich verfärbt als das Wasser. Dies bedeutet, dass sich der Farbstoff Carotin in Öl besser löst als in Wasser. Reicht man also Öl zu Möhren, Gemüse und Salaten, so gelangt der gesunde Pflanzenfarbstoff  viel leichter in den menschlichen Körper.

Ideen zur Fortsetzung

Reinigen Sie gemeinsam mit den Kindern die Teller, die Reibe, die Gläser und trocknen diese ab. Erläutern Sie den Kindern, dass Carotin nicht der einzige Pflanzenfarbstoff ist, sondern dass andere Obst- und Gemüsesorten ebenfalls wichtige Pflanzenfarbstoffe enthalten. Diese können auch andersfarbig sein, zum Beispiel grün. Erläutern Sie, dass Sie mit den Kindern nun schauen wollen, ob sich auch der grüne Farbstoff besser in Öl auflöst als in Wasser: Beachten Sie, dass der Effekt nicht so deutlich ist wie beim Carotin. Wiederholen Sie mit den Kindern das oben beschriebene Experiment und verwenden Sie statt der Möhre die Salatgurke und/oder Zucchini.

Der Hintergrund

Kinder lernen bei diesem Versuch, dass es wichtig ist, immer ein wenig Öl an den Karottensalat zu geben. So können beim Essen die gesunden Bestandteile der Karotten besser aufgenommen und verdaut werden.

Für Fachkräfte, die mehr darüber wissen wollen: Carotine (von lateinisch carota: „Karotte“) sind zu den Carotinoiden gehörige Naturfarbstoffe, die in vielen Pflanzen vorkommen, besonders in den farbigen Früchten, Wurzeln und Blättern. Sie zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen. Die Carotine sind unpolar und deswegen fettlöslich, d. h. weiterführend auch, sie können nur im menschlichen Organismus zusammen mit zumindest einer geringen Menge Fett verwertet werden. Carotinoide treten in vielen Varianten auf – über 600 sind bis heute bekannt. Allen gemeinsam ist eine ähnliche Grundstruktur bei unterschiedlichen Endgruppen. Das bekannteste Carotin ist Beta-Carotin. Von ihm leitet sich der Name der gesamten Gruppe der Carotine ab. Es ist die wichtigste Vorstufe von Vitamin A in Lebensmitteln und wird deswegen auch als Provitamin A bezeichnet. Neben Beta-Carotin können auch Alpha-Carotin und Alpha-Cryptoxanthin in Vitamin A umgewandelt werden. Aber die einzelnen Ausprägungen, wie etwa Beta-Carotin, haben auch von Vitamin A unabhängige Wirkungen. In Pflanzen haben Carotinoide eine Funktion bei der Photosynthese und schützen sie vor schädlichen Auswirkungen der UV-Strahlen. In den Wurzeln von Pflanzen gebildet, übernehmen sie dort den Schutz vor Infektionen.Der Mensch nimmt mit seiner Nahrung in größeren Mengen Alpha- und Beta-Carotin, Alpha-und Beta-Cryptoxanthin und Lycopin auf. Die Funktionen und Wirkungen der Carotine im menschlichen Körper werden mehr und mehr bekannt, sind aber auch nicht unumstritten. So lassen etwa neuere Studien Zweifel an der krebshemmenden Wirkung aufkommen. Eine generell zellschützende Wirkung als Antioxidantien kann ihnen aber mit Sicherheit zugeschrieben werden. Beta-Carotin ist die Vorstufe von Retinol (Vitamin A) und wird deshalb auch als Provitamin A bezeichnet. Die besten Quellen von Beta-Carotin sind tiefgelbe bis orange Früchte und Gemüse, aber auch dunkelgrüne Gemüsesorten. Aus Pflanzen extrahiertes oder synthetisch hergestelltes Beta-Carotin wird als Lebensmittelfarbe (E 160 beziehungsweise E 160 a, siehe Lebensmittelzusatzstoff) sowie als Beigabe zu Vitaminpräparaten verwendet. Beta-Carotin wird vielen Lebensmitteln wie zum Beispiel Butter, Margarinen, Süßwaren, Molkereiprodukten und Limonaden in teilweise sehr hohen Mengen zugesetzt, um dem Verbraucher das von ihm erwartete Bild der Ware (Farbe) zu bieten. Ansonsten wären beispielsweise Margarinen mehr oder weniger weiß bis hellgrau.
Anders als bei Vitamin A kann es bei einer Überdosierung von Carotinen nicht zu schädigenden Wirkungen kommen. Dies liegt zum einen an der geringeren Resorptionsrate für Carotine (20-35% für Beta-Carotin) sowie an der begrenzten Kapazität zur Umwandlung in Vitamin A. Zum anderen legt der Körper ein Depot mit Beta-Carotin an und wandelt dieses nur bei Bedarf in Vitamin A um. Direkt aufgenommenes Vitamin A hingegen wird im Körper - vorwiegend im Fettgewebe und der Leber - gespeichert. Ein Zuviel an Carotinen macht sich optisch als Gelbfärbung der Haut bemerkbar (Carotinämie, "Karottenikterus"), ist aber nicht behandlungsbedürftig, da keine Hypervitaminose. Die Aufnahme von Beta-Carotin ist schlechter als von Vitamin A. Es muss etwa doppelt so viel Beta-Carotin aufgenommen werden, um dem Körper die gleiche Menge Vitamin A zur Verfügung zu stellen. Die beiden Stoffe sind frei kombinierbar. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für gesunde Erwachsene eine tägliche Zufuhr von 0,8 bis 1,1 mg Vitamin A. Seine antioxidativen, immunstärkenden und krebshemmenden Eigenschaften entfaltet Beta-Carotin erst dann, wenn es mit anderen Antioxidantien (vor allem Vitamin C, E und Selen) zusammenwirken kann. Dies ist beim Genuss von Früchten und Gemüse der Fall.

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Kommentare 1 Einträge

Hain Ursula | 04.10.2012 15:21 Uhr

experiment zum carotin

Wir haben im KiGa das Experiment mit den Möhrenraspeln in Öl bzw. in Wasser ausprobiert.
Weil wir im Glas nichts erkennen konnten, haben wir je einen Eßlöffel der Mischung auf einen weißen Teller gegeben. Paradoxerweise war das Wasser deutlich orange gefärbt, während das Öl überhaupt keine Farbe angenommen hatte. Die Kinder haben allerdings beobachtet, dass die Karottenraspeln im Wasser noch orange geblieben sind, währden die in Öl etwas brauner ausgesehen haben - logische Folgerung: beim Wasser ist das Karotin noch in der Karotte geblieben, beim Öl ist es rausgezogen worden (deshalb sind die Karotten brauner....). Auch eine Erklärung oder?
Wir haben noch ein Spiel dazu gemacht:
1 Kind ist die Karotte - 2 bis 3 Kinder sind Beta-Karotin und halten sich an der Karotte fest - nun kommen weitere 2 bis 3 Kinder und sind das Wasser - hier hält sich das Karotin weiterhin an der Karotte fest und geht nicht ab - nun kommen 2 bis 3 Kinder als Öl - jetzt lassen die Karotine ihre Karotte los und geben sich mit dem Öl die Hand und tanzen durch den Raum (der ist unser Bauch!!!)
Liebe Grüße aus dem Kahlgrund und den Kindern der Villa Kunterbunt
Ursula Hain

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