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Xavier Gallego / © Thinkstock

Farben als Signale

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Sie brauchen

  • Sonnenbrillen
  • evtl. Farbige Folien
  • evtl. Frischhaltefolie und Handcreme oder Mehl
  • Buntstifte
  • Papier

In diesem Versuch erkunden Sie gemeinsam mit den Kindern, welche Farben oder Farbkombinationen besondere Bedeutungen haben und warum es ausgerechnet diese Farben sind.

Alltagsbezug

Rot bedeutet „Achtung“ und Grün steht für „Alles OK“, diesen Symbolcharakter von Farben kennen fast alle Kinder. Zu Hause, in der Kita, an öffentlichen Plätzen und im Straßenverkehr finden wir zahlreiche farbliche Hinweise, vom blau markierten Wasserhahn bis hin zum schwarz-gelb-gestreiften Absperrband an einer Unfallstelle.

Der Versuch beginnt

Lassen Sie die Mädchen und Jungen zusammentragen, welche Bedeutungen von Farben sie bereits kennen. Ein gut geeigneter Einstieg sind die Ampelfarben Rot, Gelb und Grün. Legen Sie z. B. ein Bild oder eine einfache Zeichnung einer Ampel in die Mitte der Kinderrunde, und fragen Sie die Kinder, was uns die Farbe „Rot“ an der Ampel mitteilt. Und wie ist es beim Wasserhahn, welche Bedeutung hat die rote Markierung hier? Was ist mit roten Knöpfen, Signalleuchten oder Schildern? Was bedeutet es für einen Fußballspieler, wenn ihm der Schiedsrichter die rote Karte zeigt? Besprechen Sie mit den Mädchen und Jungen in ähnlicher Form, für welche Art Botschaften die Farben Grün, Gelb und Blau eingesetzt werden.

Machen Sie anschließend mit den Kindern eine Farb-Expedition, möglichst in einer Umgebung, in der sich viele Straßenschilder, Ampeln oder Baustellen entdecken lassen. Welche Farben finden die Mädchen und Jungen auf all diesen Hinweisen zur Verkehrsregelung? Können sie für jede dieser Farben eine Grundbedeutung entdecken, z. B. Rot immer für Gefahren oder Verbote und Grün immer für Gefahrlosigkeit und Erlaubtes? Oder gibt es auch grüne Verbotsschilder?

So geht es weiter

Die Kinder werden auf ihrer Expedition entdeckt haben, dass nur einige wenige Farben auf den Schildern und Markierungen im Straßenverkehr zu finden sind. Dazu gehören Rot, Grün, Gelb und Blau, zusätzlich noch Schwarz und Weiß. Diese Farben sind gut als Signal geeignet, denn man kann sie auch bei schlechten Sichtverhältnissen noch erkennen und voneinander unterscheiden. Bei Verkehrsschildern in Rosa, Türkis und Braun wäre das viel schwieriger.

Das sollen die Mädchen und Jungen nun systematisch untersuchen und dann selbst beurteilen, ob die Farben für Verkehrsschilder gut gewählt sind. Zum Forschen müssen die Kinder erst einmal „schlechte Sichtverhältnisse“ herstellen. Dazu eignen sich beispielsweise Sonnenbrillen, farbige Folien oder Streifen von Frischhaltefolien, die mit Handcreme eingeschmiert oder mit Mehl eingepudert werden, und durch die die Kinder hindurch schauen. Die Mädchen und Jungen werden sicherlich viele eigene Ideen entwickeln, wie sich eine Sicht bei Nebel, Regen oder Dunkelheit simulieren lässt. Damit ausgestattet können sie nun ihre Expedition wiederholen und vergleichen, welche Farben sich gut erkennen lassen und welche nicht.

Die Kinder können auch eine eigene Auswahl an farbigen Gegenständen zusammenstellen oder Verkehrsschilder in selbstgewählten Farben zeichnen, und deren Sichtbarkeit unter verschiedenen Bedingungen untersuchen.

Zu welchem Ergebnis kommen die Mädchen und Jungen? Sind die Farben von Straßenschildern, Ampeln, Absperrungen und weiteren Kennzeichnungen im Verkehr gut gewählt oder würden die Kinder andere Farben empfehlen?

Der Hintergrund

Unsere Farbwahrnehmung hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, z. B. wie hell es ist, wie klar die Luft ist, ob wir die Farbe alleine oder in Kombination mit bestimmten anderen Farben sehen, und ob wir sie vor einem bunten oder unruhigen Hintergrund betrachten, z. B. auf einer stark belebten Straße oder in einem Wald mit starken Licht- und Schatteneffekten. Deshalb ist es wichtig, dass Warnungen und Gefahren mit grellen Farben gekennzeichnet sind, die klar herausstechen – wie Rot oder Gelb. Grün und Blau gleichen sich eher der natürlichen Umgebung an und stellen daher „harmlosere“ Signale dar. Und „weiche“ Farben wie Braun, Rosa und Lila sind bei schlechten Sichtverhältnissen schwer zu unterscheiden und gehen deshalb unter.

Im Tierreich ist eine Hautfärbung in einer Kombination aus Rot, Gelb und Schwarz ein Hinweis darauf, dass das Tier giftig ist. Durch den starken Farbkontrast fallen die Tiere auf und wirken bedrohlich, wie z. B. die schwarz-gelb gestreifte Wespe. Viele Vögel, z. B. Pfaue und Enten, nutzen die bunte Federpracht aber auch, um bei ihren weiblichen Artgenossen aufzufallen und sie anzulocken. Eine Vogelmutter füttert das Küken als erstes, das den Schnabel am weitesten aufreißt und dessen rote Kehle am deutlichsten zu sehen ist. Auch in der Pflanzenwelt haben Farben eine wichtige Bedeutung: Mit ihren kräftig gefärbten Blüten locken viele Pflanzen Insekten zur Bestäubung an und verheißen „leckere“ Nahrung, wie Nektar und Pollen.

Ideen zur Fortsetzung

Auch wir Menschen orientieren uns an Farben in der Natur: Einen giftigen Fliegenpilz erkennen wir an seinem roten Hut mit weißen Punkten, und ob eine Kirsche reif ist oder nicht, sehen wir an ihrer Farbe. Und wenn ein Apfel durch und durch braun ist, ist er vergammelt, und wir sollten ihn lieber nicht essen. Beim nächsten gemeinsamen Frühstück oder Mittagessen können Sie das als Spiel aufgreifen: „Würdet ihr dieses Brot essen wollen, wenn es Blau (oder Lila oder Schwarz…) wäre?“ So geht es reihum, jedes Kind darf ein Lebensmittel zur Diskussion stellen, und alle diskutieren darüber, warum man bestimmte Dinge nur in bestimmten Farben essen mag – oder eben nicht.

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