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Sie brauchen

  • Kinderwagen oder Bollerwagen
  • Rollendes Spielzeug wie Dreirad, Rollschuhe, Puppenwagen, Murmeln
  • Fotoapparat
  • Stifte und Papier

Nicht alle haben Erfahrung mit Körperbehinderungen. Die Kinder kennen aber sicher Situationen, in denen sie aufgrund ihrer Größe Schwierigkeiten im Alltag hatten, z.B. beim Heranreichen an Gegenständen, die auf Augenhöhe Erwachsener konstruiert sind. Manchmal stehen auch dem Kinderwagen Hindernisse im Weg. Wie lassen sich Barrieren überwinden oder abschaffen?

Alltagsbezug

An Parkplätzen und Toiletten finden Kinder Schilder für Menschen, die im Rollstuhl sitzen. An Ampeln sehen sie Zeichen für Blinde. Auf Gehwegen oder an Bahnsteigen wundern sie sich vielleicht über Rillen auf dem Boden. Und im Bus haben sich zwei Mitfahrer mit den Händen unterhalten statt mit dem Mund.

Der Versuch beginnt

Fragen Sie die Kinder, was sie über Barrieren und Hindernisse im Alltag wissen: Was könnte Menschen, die nicht oder schlecht gehen, sehen oder hören im Wege stehen? Haben sie schon eine Person im Rollstuhl gesehen oder beobachtet? Oder jemand, der sich mit einem Stock orientiert hat? In welchen Situationen hatten sie selbst schon mal Schwierigkeiten oder mussten ein Hindernis überwinden – z.B. beim Einsteigen mit dem Kinderwagen in den Bus oder beim Klingelknopf, der zu hoch angebracht ist. Die Kinder werden gemeinsam feststellen, dass es viele unterschiedliche Hindernisse im Alltag geben kann.
Schlagen Sie den Kindern nun vor, sich näher mit dem Rollstuhlfahren zu beschäftigen. Sie könnten mit den Mädchen und Jungen zuerst einmal verschiedene Untergründe betrachten: Teppich, Schotter, Teer, Sand, Rasen, Fließen oder Waldboden. Dann probieren sie z.B. mit Dreirädern, Rollschuhen, Bällen, Murmeln oder anderen Fahrzeugen aus, worauf es sich gut oder nicht so gut rollen lässt.

 

So geht es weiter

Die Kinder könnten danach den Weg zum Kindergarten, zur Schule oder zum Spielplatz auf Hindernisse untersuchen. Dazu kann es sinnvoll sein, einen breiten Bollerwagen zu benutzen oder sogar einen Rollstuhl auszuleihen: Welche Stellen könnten für Menschen in Rollstühlen schwierig zu überwinden sein? Wo entdecken die Kinder vielleicht Hilfen für Rollstühle, z.B. Rampen an Treppen? Und wie fühlt es sich an, eine steile Rampe zu benutzen? Wo kommt man auf Rädern schlecht drüber hinweg und passt nicht so gut durch, weil z.B. ein Durchgang zu schmal ist? Fotografieren Sie die Stellen, um sie später zusammen anzusehen und auszuwerten. Kleben Sie die Fotos gemeinsam auf, beschreiben oder malen Sie das Problem auf und überlegen Sie zusammen eine mögliche Lösung oder Hilfe. Wie könnte eine Situation für rollende Fortbewegung vereinfacht werden? Was wäre einfach, was eher kompliziert zu ändern?
Barrieren und Hindernisse können die Kinder auch im Gebäude untersuchen. Vielleicht haben sie originelle Ideen oder Vorschläge, die Sie an die Baubehörde oder das Tiefbauamt hertragen können.

Der Hintergrund

Für Architektur- und Stadtplanungsteams sowie für den Straßen- oder Fahrzeugbau ist es eine große Herausforderung, Häuser, Wege oder Fahrzeuge zu planen und zu bauen. Dabei ist es wichtig, dass alle Menschen mitgedacht werden. Sie müssen dabei unterschiedliche Perspektiven berücksichtigen und technische oder organisatorische Lösungen für viele verschiedene Menschen finden. Diese Merkmale werden „Zugänglichkeit“ oder „Barrierefreiheit“ genannt. Zu den unterstützenden Maßnahmen gehören z.B. Rampen, abgesenkte Randsteine bei Gehwegen oder hohe Bordsteine, die das Einsteigen in Busse oder Straßenbahnen erleichtern, Aufzüge, Blindenleitsystem („Rillen“) auf Gehwegen oder Bahnsteigen, absenkbare Busse oder akustische Signale bei Ampeln.

Ideen zur Fortsetzung

Welche Barrieren entstehen, wenn Menschen sich nicht gut bewegen, sehen oder hören können? Kinder, die sich das zutrauen, könnten sich testweise die Augen verbinden und von anderen führen lassen. Auf diese Weise bekommen die Mädchen und Jungen einen anderen Blick auf bekannte Wege und somit die Möglichkeit, neu über Mobilität und Beweglichkeit nachzudenken.

Finden die Kinder auch Lösungen für ihre eigenen Probleme, z. B. an Stellen, wo sie den Verkehr schlecht überblicken können oder zu klein sind, um Geschirr aus dem Küchenschrank zu holen? Wie improvisieren sie in solchen Momenten und wie würden sie sich die ideale Situation wünschen?

Bei Behindertenverbänden oder Inklusionsbeauftragten können Sie Menschen finden, die sich vielleicht auch für einen Erfahrungsbericht einladen lassen.

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