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Ein Mädchen schaut zu, wie mit einer Kelle Flüssigkeit in ein Glas gegossen wird

Gerecht verteilt?

Ein Stück Obsttorte wird in möglichst gleichgroße Stücke geteilt

Gerecht verteilt?

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Sie brauchen

  • Bonbons zum Aufteilen
  • Foto von einer Gruppe verschiedener Menschen
  • Foto mit jungen Kindern in Schuluniform

Für Kinder ist Gerechtigkeit bereits ein großes Thema und sie lernen schnell, dass es kein einfaches Unterfangen ist. Entdecken Sie mit den Mädchen und Jungen, wie sich Dinge gerecht verteilen lassen.

Alltagsbezug

Bei vielen Themen einer Kita-, Hortgruppe oder Grundschulklasse stößt man auf Fragen hinsichtlich gerechter oder ungerechter Verteilung. Das gilt etwa für Spielzeugnutzung, Kuchenverteilung oder Tafeldienste. In der nachhaltigen Entwicklung ist Gerechtigkeit ein Schlüsselthema, z. B. bei der meist ungleichen und damit als ungerecht empfundenen Verteilung von Ressourcen, Chancen und Möglichkeiten.

Getränke für alle

Das gerechte Aufteilen von Getränken ist schwierig, wenn es nicht genug gleiche Gläser gibt. Aber enthält das höhere Glas mehr Limonade als das breitere? Lassen Sie die Mädchen und Jungen Gläserformen und -größen vergleichen. Stellen Sie jedem Kind die gleiche Menge Wasser und verschiedene Gläser zur Verfügung. Jedes Kind füllt Wasser in eines der Gefäße, kippt es in das andere Gefäß, dann in das nächste, bis es alle ausprobiert hat. Thematisieren Sie, in welchem Gefäß das Wasser „mehr“ aussieht. Woran mag das liegen? Welche Gläser gefallen den Mädchen und Jungen? Sind es wirklich die größeren? Wie wäre eine Aufteilung gerecht?

Wer bekommt etwas?

Nicht alle Gerechtigkeitsfragen können durch Mathematik gelöst werden. Manchmal wollen nicht alle dasselbe und in schwierigeren Fällen gibt es nicht genug Ressourcen. Dann kommt unser Wertesystem zum Tragen. Wir verteilen danach, wer mehr kann, bedürftiger ist oder sympathischer aussieht. Bei der Nachhaltigkeit geht es um eine gerechte Verteilung von Chancen und Möglichkeiten sowie einen Abbau von Abhängigkeiten. Geben Sie den Mädchen und Jungen ein Bild mit unterschiedlichen Menschen. Diskutieren Sie mit den Kindern, wem auf dem Bild sie einen Bonbon geben würden, wenn sie weniger Bonbons hätten, als Personen zu sehen sind. Wie lauten die Begründungen der Mädchen und Jungen? Welche Strategien des Ausgleichs haben sie, damit sich niemand benachteiligt fühlt? Geben Sie einige Bonbons in die Kindergruppe und lassen Sie die Mädchen und Jungen um diese verhandeln.

Weiterforschen mit der Bildkarte

Betrachten Sie gemeinsam das Foto auf der Bildkarte (siehe PDF). Beachten Sie hierbei die Tipps zur Lernbegleitung auf der zweiten Kartenseite. Wie kann ein Wald oder Park gerecht verteilt sein? Was für Themen auf dem Bild kennen die Kinder schon? Welche Fragen haben sie, was wollen sie herausfinden? Die Fragen auf der Bildkarte sind nur als Anregungen zu verstehen.

Wissenswertes für interessierte Erwachsene

„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“ Brundtland-Bericht, 1987

Im vorangestellten Zitat stecken zwei Aspekte von Gerechtigkeit. Zum einen wird die Gerechtigkeit zwischen Menschen, die gegenwärtig unter sehr unterschiedlichen Bedingungen leben, angesprochen, zum anderen die zwischen jetzt und zukünftig lebenden Menschen. Auch für Kinder ist Gerechtigkeit bzw. Ungerechtigkeit ein wichtiges Thema – dabei geht es meistens darum, Dinge, Aufgaben oder Privilegien gerecht zu verteilen. Die Mädchen und Jungen lernen schnell, dass das kein einfaches Unterfangen ist, denn wenn ein Kind es als gerecht emp-findet, mehr Pizza zu bekommen, empfinden die anderen es möglicherweise als ungerecht. Daher sind die verschiedenen Gerechtigkeitskonzepte immer Teil des Kita-, Hort oder Grundschulalltags. Ziel von Bildungsprozessen ist Chancengerechtigkeit, durch die alle Mädchen und Jungen einen Zugang zu guter Bildung erhalten und Lebenschancen gerecht verteilt sind. Eine gerechte Verteilung von Ressourcen und Lasten ist elementare Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung. Das kann auch als Prävention gegen Krieg, Flucht oder Vertreibung gesehen werden.

Ideen zur Fortsetzung

Wem gehört der Baum?
Suchen Sie mit den Kindern einen Baum im Park oder Wald aus. Überlegen Sie gemeinsam: Wem gehört der Baum? Gehört er sich selbst oder der Person, der das Grundstück gehört? Der, die ihn gepflanzt hat? Dem Tier, das in ihm wohnt? Was bedeutet die jeweilige Antwort für den Baum oder die Mädchen und Jungen?

Gleich und gerecht:
Zeigen Sie den Kindern ein Bild, auf dem sämtliche Mädchen und Jungen gleich angezogen sind (z. B. Schuluniformen tragen) und fragen Sie sie, wie sie das finden. Ist es gerecht, wenn alle gleich sind? Gibt es Unterschiede zwischen Gerechtigkeit und Gleichheit?

Was ist ungerecht?
Überlegen Sie zusammen, was wirklich ungerecht ist und wo die Kinder schon einmal Ungerechtigkeit erlebt oder beobachtet haben. Sicherlich empfinden sie Verschiedenes als ungerecht. Ist es gerecht, dass Mady keine Geschwister hat oder Lutz mit all seinen in einem Raum schlafen muss? Was aber ist wirklich schlimm? Überlegen Sie, was Sie gemeinsam tun können, um die Welt gerechter zu machen.

Gerechtigkeit in MINT

Gerechtigkeit ist wertebasiert, also kein eigentliches MINT-Thema. (M) Es ergeben sich mathematische Begriffe, wie gleich, mehr oder weniger, wenn um gerechte Verteilung gerungen wird. Beim Teilen vom Kuchen geht es um Teilung der Ebene, beim Aufteilen der Getränke um Raum. (N) Natürliche Ressourcen sind ungleich verteilt. Wasser oder Sonnenschein gibt es nicht überall gleich viel. Ist das gerecht? Darüber kann gemeinsam nachgedacht werden. (T) Technische Lösungen können helfen, Ungerechtigkeit zu beseitigen, z. B. wenn es keinen Zugang zu trinkbarem Wasser gibt. (I) Das bietet Anlässe für Optimierungsprozesse, die eine Grundaufgabe der Informatik sind.

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