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Foto: ©Thinkstock

Gerüche unterscheiden und wiedererkennen

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Sie brauchen

  • Mehrere Filmdosen oder Wäschebefeuchter
  • Watte
  • Intensiv duftende Lebensmittel/Materialien (z.B. Zwiebel, Kaffee, Zimt, Zitrone, Kräuter, Holz o.ä.)
  • Messer und Küchenbrett

Für die Fortsetzungsidee

  • Verschiedene Obst- und Gemüsesorten
  • Schal oder Tuch zum Verbinden der Augen

Das Experiment macht die Kinder mit verschiedenen Obst und Gemüsesorten bekannt und schärft darüber hinaus den Geruchssinn und den Tastsinn der Kinder.

Alltagsbezug

Vielen Kindern sind manche Obst und Gemüsesorten gar nicht bekannt, viele Kinder essen auch viel zu selten frisches, unverarbeitetes Obst und Gemüse.

Der Versuch beginnt

Stellen Sie zusammen mit den Kindern Dinge zusammen, die einen besonders intensiven und typischen Geruch haben, wie z.B. Früchte, Kräuter, Gewürze, frisches Holz, Leder oder bringen Sie eine Auswahl mit. Verzichten Sie auf Dinge mit sehr beißendem Geruch wie z.B. Essig und auf gefährliche Stoffe wie z.B. Benzin. Die Kinder sollten nichts von den gesammelten Dingen verschlucken. Ermuntern Sie die Kinder, die gesammelten Materialien  zu erkunden und zu beschreiben:  Wie sehen sie aus? Wie fühlen sie sich an, kann man mit ihnen Geräusche machen? Wie riechen sie außen und (falls zerkleinert) innen?  Klären Sie gemeinsam mit den Kindern die Bezeichnung der Gegenstände. Stellen Sie Duftproben-Paare her, indem sie eine kleine Menge jeden Materials in jeweils zwei Filmdosen füllen und mit Watte abdecken. Um das vergleichende Riechen zu erleichtern, legen Sie die Deckel nur lose auf. Werden Wäschebefeuchter benutzt, können diese befüllt und verschlossen werden. Bitten Sie die Kinder, nur mit Hilfe ihres Geruchssinns die Filmdosen bzw. Wäschebefeuchter zu Paaren mit gleichem Geruch zu sortieren. Überprüfen Sie gemeinsam die Ergebnisse – sind alle Kinder einverstanden? Finden Sie gemeinsam mit den Kindern eine Beschreibung der Gerüche.

So geht es weiter

Dieses Riech-Memory könnte auch speziell auf Gemüse und Obst bezogen und erweitert werden. Dazu wird das zuvor gewaschene Obst und Gemüse sowohl unzerteilt als auch in kleine Happen zerschnitten benötigt. Im Gespräch können Sie zusammen mit den Kindern klären, welches Obst und Gemüse diese kennen und auch schon einmal gekostet haben. Geben Sie den Kindern die Möglichkeit ihnen nicht bekanntes Obst und Gemüse näher kennenzulernen, also anzufassen, daran zu riechen und zu verkosten. Die Kinder könnten paarweise zusammen arbeiten und wechselseitig den Versuch durchführen. Eines der beiden Kinder verbindet sich die Augen oder schließt diese. Das zweite Kind reicht ihm ein unzerteiltes Stück Obst oder Gemüse. Es geht darum, nur per Tastsinn und Geruchssinn herauszufinden, um welches Obst oder Gemüse es sich handelt. Es fällt den Kindern in Regel leicht, die Oberflächen / Texturen zu beschreiben. Schwerer fällt es ihnen oft, beim Riechspiel das Gemüse zu erkennen, bei Obst gelingt es öfter. Es kann hilfreich sein, dass Obst und Gemüse fürs Riechen  aufzuschneiden, um so die Aromen besser frei zusetzen. Sind Tast- und Riechsinn nicht ausreichend zum Erraten des Obst- oder Gemüsesorte, kann auch noch verkostet werden. Gelingt es den Kindern ohne Nutzung des Sehsinns herauszufinden, um welches Obst und Gemüse es sich handelt?

Der Hintergrund

Gerüche sind komplizierte Gemische. Was wir als einzelnen Geruch wahrnehmen, wie der von Gebäck im Ofen oder auch der strengere Geruch eines Pferdeapfels, besteht aus vielen Einzelkomponenten. Wir sind gar nicht in der Lage, jeden dieser Duftstoffe mit unserem Riechorgan, der Nase, wahrzunehmen. Allerdings gibt es einige sogenannte "Leitsubstanzen", die uns einen Geruch erkennen lassen. Beim Einatmen gelangt die Luft, die Duftstoffe transportiert, zur Riechschleimhaut ganz oben in der Nasenhöhle. Hier befinden sich auf einer Fläche, die nicht viel größer als ein 2-Euro-Stück ist, rund drei Millionen Riechsinneszellen. Jede Riechsinneszelle ist auf einen bestimmten Duftstoff spezialisiert. Dockt ein Duftstoff am entsprechenden Sinneshaar der Riechzelle an, wird ein elektrischer Reiz ausgelöst, der, vielfach, verstärkt direkt in das sogenannte Riechhirn weitergeleitet wird. Dort werden die Impulse ausgewertet in andere Hirnregionen weitergeschickt.

Düfte und Gerüche können zum einen im Sitz der Emotionen, dem sogenannten Mandelkern, weiterverarbeitet werden. Dort erzeugen die Duftinformationen blitzschnell ein Gefühl – je nach Geruch also Freude, Angst, Ekel oder Wohlgefühl. Sehr intensive Gerüche dringen auch in unser Bewusstsein vor. Geschieht dies, wird anhand eines Duftes ein Lebewesen oder Gegenstand erkannt und dieser ihm zugeordnet. Diese Fähigkeit ist nicht angeboren, sondern wird von erlernt und kann geübt werden.

Die Funktion unseres Riechorgans ist übrigens noch gar nicht lange erforscht. Im Jahre 2004 erhielten zwei amerikanische Wissenschaftler (Richard Axel und Linda B. Buck) den Nobelpreis für Medizin für die Erforschung der Riechzellenrezeptoren und der Organisation des menschlichen olfaktorischen Systems.

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Kommentare 2 Einträge

Nicolai Heymann | 12.08.2011 22:51 Uhr

Mein Kind war begeistert!

Ich hab mich der Beschreibung angenommen, es war wirklich einfach zu verstehen. Und mein Sohn war beeindruckt!

Jürgen Temming | 11.08.2011 14:23 Uhr

riecht gut....

.... und schmeckt gut

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