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Schafe auf einer Weide

Kleine Wollwerkstatt

Verschiedene Wollarten werden untersucht

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Sie brauchen

  • Verschiedene Arten gewaschene Rohwolle oder Wollvlies (direkt vom Schäfer oder im Internet bestellbar)
  • Lupen
  • Schälchen
  • Glatte Holzstäbe (z.B. Stricknadeln)
  • Mindestens zwei Hundebürsten aus der Zoohandlung oder Handkarden (spezielle Bürsten zum Wollverarbeitung)

(1 kg Rohwolle bzw. Wollvlies entspricht etwa einer gefüllten Einkaufstüte und ist ausreichend für ca. 20 Kinder.)

Ob Milch, Wurst oder Wolle: Tiere – insbesondere Nutztiere – spielen eine wichtige Rolle in unserer Lebenswelt. Im Alltag bieten sich verschiedene Gelegenheiten, mit Kindern deren Bedeutung zu entdecken. Sie forschen, verstehen Zusammenhänge und erweitern ihr Wissen über Tiere, wie sie leben und artgerecht gehalten werden. Über tierische Produkte wie z.B. Wolle können ethische Fragen wie "Darf man Tiere nutzen?" diskutiert werden.

Alltagsbezug

Viele Kinder tragen im Winter Mützen, Schals und Socken auch aus Schafwolle. Vielleicht haben sie auch schon einmal jemandem beim Stricken oder Häkeln zugesehen. Aber woher kommt die Wolle und wie wird sie gemacht? Und warum sind eigentlich nicht alle unsere Kleidungsstücke aus Wolle? Warum trägt man Kleidung aus Wolle meistens im Winter? Diesen und anderen Fragen können die Kinder nachgehen, wenn sie sich näher mit der Wolle und ihrer Herkunft beschäftigen – zum Beispiel in einer kleinen Wollwerkstatt. Querdenkfragen: Warum haben Schafe eigentlich Wolle? Wie unterscheiden sich verschiedene Schafsrassen? Was brauchen Schafe für ein gutes und artgerechtes Leben? Wo finde ich in der Kita oder zuhause Dinge aus Wolle? Warum trägt man Kleidung aus Wolle meist im Winter?

Der Versuch beginnt

Die unterschiedlichen Wollarten werden auf Schälchen verteilt. Die Kinder untersuchen nun zunächst die Wolle: Wie fühlt sich die Wolle an? Wie sieht sie aus? Wie riecht sie? Welche Unterschiede gibt es zwischen den Wollarten?
Stellen Sie mit den Kindern Überlegungen an, warum die Wollarten sich unterscheiden. So erfahren die Kinder, dass es verschiedene Schafrassen gibt und diese auch durch ihre Wolle an unterschiedliche Lebensbedingungen angepasst sind. Nimmt man die Wolle genauer unter die Lupe, lässt sich viel Überraschendes entdecken. Selbst in der gewaschenen Wolle stecken noch kleine Äste, Reste von Gras, Pflanzensamen oder Ähnliches.
Zupfen Sie mit den Kindern noch vorhandene kleine Äste, Samen oder Knoten mit den Fingern heraus. Dabei können Sie mit den Kindern über verschiedene Funktionen der Schafwolle, z.B. das Verbreiten von Pflanzensamen nachdenken.

So geht es weiter

Dann wird die Wolle dünn auseinandergezogen und auf die Bürsten gelegt. Durch die "Haken" wird die Wolle gekämmt. Fertig ist ein weiches Wollvlies, das von den Bürsten gezupft wird. Dieser Vorgang wird wiederholt, dann kann das Vlies zu einem Faden verarbeitet werden.

Das Wollvlies wird vorsichtig auseinandergezogen, sodass ein dünner Anfang entsteht. Dieser wird um einen glatten Holzstab gelegt. Mit einer Hand wird dieser Anfang festgehalten und gleichzeitig mit einer Drehbewegung des Stabes weiteres dünnes Wollvlies auf den Stab gewickelt. Der Faden wird dabei in sich gedreht. Nach und nach wird mit der anderen Hand langsam das Vlies zugeführt. Dann lässt man den Faden vom Stab nochmal abrollen und ihn mit der Kreisbewegung wieder aufwickeln. Durch die Wiederholung wird der Faden fester verzwirnt. Achtung: Die Abrollbewegung ist anders als die Aufwickelbewegung. Aus dem gezwirnten Faden können z.B. Armbänder hergestellt werden.

Variante: Zwei Kinder nehmen gemeinsam ein Stück Wollvlies, ziehen es in die Länge und verdrehen es gegengleich so lange, bis ein gezwirnter Faden entsteht, der ihnen dünn genug ist.

Ideen zur Fortsetzung

Wie stark ist der Faden, den die Kinder hergestellt haben? Lassen Sie die Mädchen und Jungen Dinge mit unterschiedlichem Gewicht befestigen. Was kann an den Faden gehangen werden, ohne dass er reißt? Stellen Sie mit den Kindern ein Netz aus dem Faden her: Was kann dann damit transportiert werden?

Im Rahmen des Kita- und Grundschulalltags bieten sich dazu verschiedene Gelegenheiten etwa über tierische Produkte wie z.B. Wolle. So können Themen wie Bedürfnisse/Verhaltensweisen von Tieren und Artenvielfalt erarbeitet und Gelegenheiten für die Auseinandersetzung mit (tier-)ethischen Fragen wie "darf man Tiere nutzen?" geschaffen werden. Wie das gelingen kann zeigen Projekte wie zum Beispiel die Bildungskooperation der Dr. Axe-Stiftung mit Innowego im Rahmen derer eine Heftreihe zur Begegnung mit Nutztieren entstanden ist (siehe www.axe-stiftung.de/lernmaterial.html). Die hier vorgestellten Aktionsideen sind weitgehend aus dem Heft I "Auf Augenhöhe – Über Schafe & Co" übernommen (Dr. Axe-Stiftung (Hrsg.) 2015).

Hintergrund:

Erleben Kinder frühzeitig, unmittelbar und (inter-)aktiv, dass es verschiedene Tiere, Pflanzen und Lebensräume gibt, welche Funktionen sie füreinander und für den Menschen haben, wird damit das Fundament für die spätere Wertschätzung von Vielfalt gelegt. Bezogen auf Nutztiere heißt das, zunächst darüber nachzudenken, was z.B. Schafe mit dem Alltag der Kinder zu tun haben. Daran anknüpfend werden Mädchen und Jungen für das Thema Artenvielfalt sensibilisiert.

Die Kinder lernen einzelne Schritte der Wollverarbeitung kennen, indem sie sie selbst ausprobieren. Selbst etwas herzustellen bietet viele Erfahrungsmöglichkeiten: Die Kinder verstehen Zusammenhänge zwischen Herkunft und Verwendung des Rohstoffes und lernen, Produkte wertzuschätzen. Sie entdecken altes Handwerk und können es mit heutigen Techniken vergleichen.

Tipp: Wenn es die Möglichkeit gibt, können die Kinder im Vorfeld einen Lernbauernhof oder einen Archehof mit Schafen besuchen. Die Kinder können vorher Überlegungen über das Leben der Schafe anstellen und diese dann vor Ort überprüfen. Bei der Auswahl eines externen Lernortes ist es wichtig, dass die Tiere dort artgerecht gehalten werden. Im Zusammenhang mit Artenvielfalt ist es besonders interessant, wenn dort unterschiedliche und auch alte Nutztierrassen vertreten sind.

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