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Einen Rotkohl näher betrachten

Kohlensäure nachweisen

Das warme Wasser färbt sich

Kohlensäure nachweisen

Was passiert, wenn man einige Zeit hineinpustet?

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Wie riecht Zitronensaft?

Kohlensäure nachweisen

Rotkohlsaft wird auf Filterpapier aufgetragen.

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Der blaue Rotkohlsaft färbt sich rot.

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Essig, Zitrone, Früchtetee – wie viele Rottöne lassen sich herstellen?

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Sie brauchen

  • Rotkohlkopf
  • Großes Brett und Messer, Kochtopf und (Koch-)Löffel
  • Heißes Wasser, Küchensieb und Schüssel
  • Stilles und Sprudelwasser
  • Trinkgläser, Pipetten und Trinkhalme, eventuell
    Plastikspritzen
  • Weißes (Kaffee-)Filterpapier

Aus einem Rotkohlkopf wird Rotkohlsaft gewonnen. Der Farbstoff, der dem Rotkohl seine Farbe verleiht, ist ein Indikator: Indem er seine Farbe verändert, zeigt er an, ob saure oder basische Bestandteile in einem Pulver oder einer Flüssigkeit enthalten sind. Die Kinder stellen eigenes Indikatorpapier her und gehen damit auf die Suche nach Säuren.

Alltagsbezug

Im Chemielabor benutzt man Indikatoren zum Nachweis bestimmter Bestandteile. Als Indikatoren werden Stoffe eingesetzt, die z. B. ihre Farbe ändern, abhängig davon, ob sie mit einem gewissen anderen Stoff in Kontakt kommen. Indikatoren in unserem Alltag sind beispielsweise Blutzucker- oder Schwangerschaftstests sowie die Teststreifen zur Bestimmung des pH-Werts von Wasser. Auch bei Alkoholkontrollen der Polizei oder Dopingkontrollen im Sport werden Indikatoren eingesetzt, die immer dann anschlagen, wenn ein bestimmter Stoff in Blut oder Urin zu finden ist.

Blaukraut bleibt Blaukraut

Da einige Kinder frischen Rotkohl vielleicht nicht kennen, könnte zuerst der Kohlkopf an sich im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen. Welche Struktur, welche Farbe, welchen Aufbau hat er? Wie groß ist der Kohlkopf und wie schwer? Wie schmeckt und riecht frischer Rotkohl? Verfärben sich die Finger, wenn man den frisch geschnittenen Rotkohl anfasst? Was passiert, wenn man Rotkohlstücke in ein Glas mit kaltem und eines mit heißem Wasser gibt? Besprechen Sie mit den Kindern, dass Rotkohl regional unterschiedliche Namen hat: Vor allem im Süden sagt man Blaukraut dazu. Daher auch der Zungenbrecher: Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid. Wer kann ihn besonders schnell aufsagen?

Vom Blaukraut zum Rotkohl

Ein halber Rotkohlkopf wird in bonbongroße Stücke geschnitten, in zwei Litern Wasser kurz aufgekocht und dann ca. 20-30 Minuten bei mittlerer Hitze geköchelt. Den Sud abkühlen lassen und anschließend durch ein Sieb in eine Schüssel schütten.

Die Kinder füllen drei kleine Gläser jeweils zu etwa einem Viertel mit dem abgekühlten Rotkohlsaft. Besonders viel Spaß macht das Abfüllen mit Plastikspritzen als Hilfsmittel. Sehr dunkler, konzentrierter Rotkohlsaft sollte mit etwas Wasser verdünnt werden, so dass er, gegen das Licht gehalten, richtig schön blau aussieht. In das erste Glas tröpfeln die Mädchen und Jungen mit der Pipette stilles Wasser, in das zweite genauso viel Sprudelwasser. Was ist zu beobachten? In das dritte Glas pusten die Kinder nun vorsichtig mit einem Strohhalm hinein, so dass es blubbert. Der Rotkohlsaft sollte nicht aus dem Glas spritzen. Was stellen die Mädchen und Jungen fest, wenn sie etwa 10- bis 20-mal in den Saft gepustet haben?

Seht her

Das in den Saft Hineinpusten bewirkt eine leichte Farbveränderung in Richtung rot-violett. Diese wird umso deutlicher, je öfter man pustet. Auch wenn man Sprudelwasser hinzugibt, verändert der Rotkohlsaft seine Farbe und wird rötlicher. Atemluft und Sprudelwasser haben also ähnliche Eigenschaften. Bei Zugabe von stillem Wasser hingegen verändert sich der Farbton kaum, er wird nur etwas heller, weil der Rotkohlsaft verdünnt wird. Was haben also Sprudelwasser und ausgeatmete Luft gemeinsam? Beide enthalten Sprudelgas!

Indikatorpapier herstellen

Der unverdünnte Rotkohlsaft lässt sich noch weiter verwenden: Die Kinder können mit Pipetten etwas von dem Saft auf weißes Filterpapier auftragen, so dass ein breiter Streifen aus Rotkohlsaft entsteht. Das Papier wird anschließend getrocknet und lässt sich später als Indikator auf der Suche nach weiteren Säuren einsetzen. Überlegen Sie gemeinsam mit den Mädchen und Jungen: Was ist alles sauer? So kann mit den Papieren beispielsweise der Saft von Zitrusfrüchten oder Früchtetee untersucht werden. Was passiert, wenn man das Indikatorpapier über einen Ameisenhaufen hält – gerade so weit, dass die Ameisen es nicht erreichen können – und es dort hin und her bewegt?

Seht her

Die Ameisen spucken nach dem Papier, weil sie sich angegriffen fühlen. Die Spucke verändert den Farbton des eingetrockneten Rotkohlsafts – denn auch sie enthält Säure, die so genannte Ameisensäure. Immer wenn das Papier mit Säure in Berührung kommt, verändert es seine Farbe ins Rötliche.

Wissenswertes für interessierte Erwachsene

Rotkohl hat seine spezielle Farbe auf Grund eines bestimmten Farbstoffs, dem Anthocyan. Dieses Anthocyan reagiert heftig, wenn es mit etwas Säuerlichem in Berührung kommt, und zeigt dies durch einen Farbwechsel in Richtung rot an. Aber auch auf basische Stoffe reagiert der Farbstoff, dann mit einem Farbumschlag in Richtung grün. So hat der Rotkohl, je nachdem, wo er wächst, unterschiedliche Farbnuancen: Auf sauren Böden mit einem geringen pH-Wert (sauer) erhält der Kohl eine rot-violette Farbe, auf Böden mit einem höheren pH-Wert (basisch) werden die Kohlblätter blau-violett. Auch die Zubereitungsweise entscheidet über den Farbton: Das Hinzufügen säuerlicher Äpfel macht den Kohl rötlicher, wird er nur mit Speck angebraten, bleibt er violett.

In Sprudelwasser reagiert der Farbstoff nicht direkt auf das Sprudelgas Kohlenstoffdioxid, sondern auf die geringen Mengen Kohlensäure, die sich bilden, wenn Kohlenstoffdioxid im Trinkwassersprudler mit großem Druck in das Wasser gepresst wird.

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