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Quelle: Christoph Wehrer / © Stiftung Haus der kleinen Forscher

Lauschangriff

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Sie brauchen

  • ggf. Trinkglas

Manchmal hören wir Worte, die nicht für unsere Ohren bestimmt sind, aber wieso?

Alltagsbezug

Nicht jedes Gespräch ist für alle Ohren bestimmt, aber manchmal möchte man genau das hören, was die anderen geheim halten wollen. Die Mädchen und Jungen erkunden verschiedene Möglichkeiten, um einen benachbarten Raum zu belauschen.

Der Versuch beginnt

Sie brauchen für diesen Versuch einen Raum, in dem Stimmen und Geräusche aus dem Nebenzimmer hörbar sind, z. B. vom benachbarten Gruppen- oder Klassenraum. Aus Fairness-Gründen sollte die Nachbargruppe über den „Lauschangriff“ informiert werden – oder Sie führen den Versuch gemeinsam mit ihrer Kollegin oder ihrem Kollegen durch und die Kindergruppen belauschen sich abwechselnd.

In Ihrem eigenen Gruppen- oder Klassenraum fordern Sie dann die Kinder auf, zunächst einmal ganz leise zu werden und genau hinzuhören. Fallen den Mädchen und Jungen die Geräusche von nebenan überhaupt auf? Können sie Einzelheiten erkennen, z. B. wer gerade spricht, was gesagt wird, und woher die Stimmen kommen?

So geht es weiter

Überlegen Sie jetzt mit den Kindern, wie sie die Geräusche aus dem Nachbarzimmer deutlicher hören können und probieren Sie die Ideen gemeinsam aus. Vielleicht pressen die Mädchen und Jungen ihre Ohren gegen die Wand oder formen die Hände zu einer Hörmuschel. Kann man so besser verstehen, was nebenan gesagt wird?

Ein beliebter Trick zum Lauschen ist es, ein Trinkglas mit der Öffnung an die Wand zu pressen und das Ohr auf den Glasboden zu legen. Die Mädchen und Jungen können selbst ausprobieren, ob es damit besser geht. Fordern Sie die Kinder auch auf, das mit anderen Gegenständen zu versuchen, vielleicht mit einer Salatschüssel, einem Kochtopf oder einem Plastikbecher. Vielleicht haben Sie sogar ein Stethoskop in Ihrer Einrichtung - geht es damit besonders gut?

Der Hintergrund

Geräusche verursachen Schallwellen in der Luft, das sind kleine Schwingungen der Luftmoleküle. Diese Schallwellen breiten sich von der Geräuschquelle kommend in alle Richtungen aus, ganz ähnlich zu den Wellen, die sich z. B. von einem kleinen Stein ausbreiten, der ins Wasser geworfen wird. Sobald solche Schallwellen auf unser Ohr treffen lösen sie dort eine Reihe von Reaktionen und Nervenreizen aus – wir hören das Geräusch!

Schallwellen werden aber nicht nur durch die Luft übertragen, sondern auch durch Wände, Glas, Metall, Wasser und viele andere Stoffe. Darum können wir häufig hören, was im Nebenzimmer geschieht und müssen uns z. B. die Musik der Nachbarn mit anhören – ob wir wollen oder nicht.

Wenn es um unsere Ruhe und Privatsphäre geht, dann wünschen wir uns vor allem schalldämmende Materialien für die Wände, aber wenn man etwas hinter einer „Geräuschbarriere“ ganz genau hören möchte, z. B. den Herzschlag im Brustkorb, dann möchte man die Schallübertragung verstärken. Beide Bedürfnisse lassen sich durch geeignete Materialien und Materialkombinationen verwirklichen. So sind z. B. weiche oder poröse Materialien wie Schaumstoff sehr gute Schalldämpfer, während für die Schallübertragung eher harte, feste Stoffe wie Holz oder Glas geeignet sind.

Ideen zur Fortsetzung

Die Geräusche, die man durch eine Wand hört, klingen meistens viel dumpfer als sonst. Wenn Sie sich mit der Nachbargruppe absprechen – oder alternativ Ihre Gruppe auf zwei Räume aufteilen - und die belauschten Kinder mit ganz hohen oder ganz tiefen Stimmen sprechen oder auch Musikinstrumente einsetzen, dann können die Lauscher systematisch erkunden, welche Töne besonders gut durch die Wand dringen.

Die belauschten Mädchen und Jungen können auch flüstern oder rufen. So können die Lauscher herausfinden, bei welcher Lautstärke man gar nichts mehr hört, selbst mit Hilfsmitteln nicht, und bei welcher Lautstärke man noch nicht einmal sein Ohr an die Wand zu halten braucht, um jedes Wort zu verstehen.

Probieren Sie auch gemeinsam mit den Kindern aus, welchen Einfluss die Art der Wand hat. Vielleicht gibt es in ihrer Einrichtung z. B. einen Holzschuppen, einen Raum mit Rigips-Wänden oder mit einer Glaswand. Wodurch kann man besonders gut hören? Wodurch schlecht – oder gar nicht? In der Mensa oder anderen Gemeinschaftsräumen, in denen sich oft sehr viele Menschen gleichzeitig aufhalten, gibt es häufig Wände mit sogenannten Schallabsorbern, was für Entdeckungen zum Lauschen können die Mädchen und Jungen hier machen?

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