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Eine Gruppe Kinder und eine Erwachsene sitzen im Kreis auf dem Boden

Macht mit! – Mitbestimmung lernen

Zwei Jungen und zwei Mädchen sitzen auf einer Bank auf einem Spielplatz

Macht mit! – Mitbestimmung lernen

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Material für die Abstimmung
z.B. Bildmaterial, Klebepunkte

Je früher Kinder echte Partizipationsmöglichkeiten erhalten, desto eher können sie ihre eigene Bedeutung für die Gemeinschaft erfahren. Entdecken Sie mit den Mädchen und Jungen, wo es im Alltag Möglichkeiten zur Mitbestimmung gibt.

Alltagsbezug

Kinder können nicht nur über sich selbst bestimmen, z. B. was sie essen oder spielen, sondern sie können gemeinsam mit anderen Kindern und Erwachsenen Entscheidungen des Miteinanders treffen. Das bedeutet, dass Mitbestimmung in allen Lebensbereichen sinnvoll ist. Nachhaltigkeitsthemen mit dem Potenzial der Beteiligung aller sind z. B. die Essensversorgung, die Verkehrssituation (z. B. Parkverbot vor der Kita) oder die Gestaltung des Außengeländes (z.B. ökologische Nischen).

Was ich will

Kinder haben meist ganz genaue Vorstellungen über ihre eigene Lebenswelt auch bevor sie all ihre Bedürfnisse und Ideen sprachlich ausdrücken können. Für die Partizipation in Kita, Hort oder Grundschule liegt daher ein wichtiger Verantwortungsteil bei Ihnen, denn Sie müssen den Mädchen und Jungen die Mitbestimmung ermöglichen. Dazu gehört u. a. Kindern, deren sprachliche Kompetenz noch nicht ausreicht, über verschiedene Sinne Informationen zu geben (etwa mit Modellbau) und ihnen alternative Ausdrucksmöglichkeiten anzubieten. Eine Möglichkeit ist, bei Abstimmungen das, worüber abgestimmt wird, als Bild (Zeichnung oder Foto) zu zeigen. Ihre Entscheidung können die Mädchen und Jungen dann durch verschiedenfarbige Gegenstände zum Ausdruck bringen, die sie vor sich legen. Alle Bilder und Gegenstände müssen vor der Abstimmung geklärt werden. Generell gilt in der Partizipation das Prinzip der Freiwilligkeit.

Unsere Verfassung

Es ist nicht für alle Erwachsenen leicht, Kinder bei Entscheidungen mitbestimmen zu lassen. Daher ist es wichtig, zuerst im gesamten Team zu entscheiden, wobei sie mitbestimmen dürfen und wobei nicht. Das können Sie in einem Dokument festhalten, das alle Erwachsenen unterschreiben können. Dabei ist es in Ordnung, erst einmal „klein“, z. B. bei der Gestaltung eines Ausflugs, zu beginnen und sich Stück für Stück weiter zu wagen. Erst wenn Sie sich über Ihre Wünsche und Grenzen im Klaren sind, wird mit den Mädchen und Jungen besprochen, bei welchen Teilentscheidungen sie mitbestimmen dürfen. Die Erwachsenen sind dafür verantwortlich, die relevanten Informationen für die Kinder verständlich darzustellen. Besonders wichtig ist, dass Sie sich Zeit einräumen, Ihre Haltung bezüglich der Partizipation der Kinder sowohl für sich als auch im Team zu reflektieren.

Weiterforschen mit der Bildkarte

Vier Fotos sind an einer Wand befestigt, eins mit einem Wald, eins mit einem Pool, eins mit einer Insel und eins mit Tieren darauf

Betrachten Sie gemeinsam das Foto auf der Bildkarte (siehe PDF). Beachten Sie hierbei die Tipps zur Lernbegleitung auf der zweiten Kartenseite. Wobei können die Kinder gut mitbestimmen? Was für Vorschläge hätten sie für einen gemeinsamen Ausflug? Die Fragen auf der Bildkarte sind nur als Anregungen zu verstehen.

Wissenswertes für interessierte Erwachsene

„Partizipation heißt, Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden.“ Dr. Richard Schröder, Philosoph und Theologe, 1995

Das Ziel der Bildung für nachhaltige Entwicklung ist, Menschen zu befähigen, Wissen über nachhaltige Entwicklung anzuwenden, gemeinsam mit anderen Entscheidungen zu treffen und umsetzen zu können, um auf diese Weise nachhaltige Entwicklungsprozesse zu verwirklichen. Je früher Kinder echte Partizipationsmöglichkeiten erhalten, desto eher können sie ihre eigene Bedeutung für die Gemeinschaft erfahren. Indem sie Empathie entwickeln und einen Perspektivwechsel vornehmen, lernen sie, die Bedürfnisse anderer zu berücksichtigen, und verstehen, welche Folgen ihr Handeln haben könnte. Die Mitbestimmung der Mädchen und Jungen setzt jedoch Ihre Mitsprache sowie die des technischen Personals und mitunter auch der Elternschaft voraus. Die Fähigkeit zur Partizipation an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen bildet eine Grundlage für die nachhaltige Entwicklung einer Gesellschafft. Partizipation bringt nicht nur gute Lösungen auf Basis von Wissen und Erfahrungen aller, sondern auch die Akzeptanz dieser Lösung und Verantwortungsübernahme.

Ideen zur Fortsetzung

Perspektivwechsel:
Kinder müssen bei Partizipationsprozessen nicht nur ihre eigene Ansicht vertreten, sondern auch abweichende Standpunkte verstehen. Dazu ist es notwendig, sich in andere hineinzuversetzen. Das kann beim Philosophieren oder durch Rollenspiele geübt werden. Mögliche Fragen zum Thema Perspektivwechsel: „Warum möchte Tom was anderes essen als ich?“ „Stört es die Ameisen, wenn wir Fußball spielen?“ „Warum fahren nicht alle Leute gern Fahrrad?“

Methoden:
Um Partizipationsprozesse im Alltag zu verankern, bietet sich die Kinderkonferenz als Methode an. Damit in den Diskussionen alle Kinder gehört werden, können in großen Gruppen Sprechkarten verteilt werden. So können sich z. B. pro Tag jeweils drei Kinder ausführlich äußern.

Unbeeinflusst:
Viele Mädchen und Jungen lassen sich durch diejenigen beeinflussen, die zuerst ihre Meinung äußern. Daher kann es sinnvoll sein, durch Klebepunkte abzustimmen, die hinter Bilder geklebt werden.

Mitbestimmung in MINT

Hier sind keine Unterscheidungen zwischen den MINT-Bereichen zu      treffen, denn die Fragen der Kinder sollten immer eine Basis für Forschungsprojekte, die Gestaltung des pädagogischen Alltags und der Themenwahl sein.

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