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Die Materialien

Mini-Kühlschrank selbst gebaut!

Der Tontopf saugt sich voll mit Wasser

Mini-Kühlschrank selbst gebaut!

Vor dem Vergleich ein wenig Zeit verstreichen lassen, in der die Flüssigkeiten abkühlen können

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Sie brauchen

  • Kühlschrank (zur Ansicht)
  • Wasser oder Fruchtsaft (zimmerwarm)
  • 3 gleichgroße Marmeladengläser mit Deckel
  • Eimer mit Wasser
  • 2 Tücher
  • 1 größerer Topf aus ungebranntem Ton
  • 1 wasserfeste Unterlage
  • Evtl. ein Thermometer

Ein Kühlschrank funktioniert nur mit Strom. Doch wie könnte man Lebensmittel kühlen und ihre Haltbarkeit verlängern, wenn man bspw. draußen zeltet und kein Kühlschrank oder Stromanschluss zur Verfügung stehen? In diesem Versuch können die Kinder gemeinsam erkunden, wie Lebensmittel und Getränke auch ohne Strom kühl aufbewahrt werden.

Alltagsbezug

Ein Kühlschrank im Haushalt ist so selbstverständlich geworden wie fließend Wasser und ein Fernsehgerät. Im Kühlschrank werden leicht verderbliche Lebensmittel und Getränke aufbewahrt und gekühlt.

Der Versuch beginnt

Überlegen Sie gemeinsam mit den Kindern, wie Lebensmittel und Getränke ohne Einsatz von technischen Geräten, die Strom brauchen, gekühlt werden könnten. Es gibt kühle Keller, wasserdicht verpackte Lebensmittel können ins kalte Wasser gelegt werden, manche graben Erdlöcher, in die sie die kühl zu haltenden Dinge legen. Eine weitere, nicht sehr aufwendige Kühlmethode können die Kinder gut selber austesten. Steht ein Thermometer zu Verfügung, messen die Kinder anfangs die Temperatur der Flüssigkeit, die die Kinder anschließend versuchen zu kühlen. Notieren Sie entweder die Anfangstemperatur oder das Thermometer wird an der entsprechenden Stelle mit einer Markierung versehen. Bitten Sie die Kinder, in die drei Gläser dieselbe Menge Wasser oder Saft zu gießen und die Gläser, damit nichts verschüttet wird, zu verschließen. In einen Eimer mit Wasser legen die Kinder dann den Tontopf und lassen ihn sich mit Wasser vollsaugen. Dabei entstehen Geräusche und es steigen außerdem “Perlenketten“ kleiner Luftblasen auf – falls den Kindern diese entgehen, machen Sie sie darauf aufmerksam – es ist ein interessantes „Schauspiel“. Weiterhin werden zwei feuchte Tücher benötigt. Nun muss noch ein Ort gewählt werden, an dem die Materialien ungestört mindestens eine halbe Stunde stehen können. Um die „Campingsituation“ nachzustellen, bietet sich bspw. ein schattiger, luftiger Ort im Freien an.

So geht es weiter

Den gewässerten Tontopf stellen die Kinder auf eine Unterlage und platzieren darin eines der gefüllten Gläser. Der Tontopf wird nun noch mit einem feuchten Tuch abgedeckt. Um später vergleichen zu können, wird das zweite Glas einfach ohne weitere „Kühlmaßnahmen“ neben den Tontopf gestellt. Das dritte Glas wird in das feuchte Tuch gewickelt und ebenfalls an diesem Ort aufgestellt. Nun braucht es, wie auch beim Kühlschrank, etwas Zeit, in der die Flüssigkeiten abkühlen können. Bereits nach ca. 20-30 Minuten können die Kinder erste Vergleiche anstellen: Fühlen sich die drei Gefäße gleich kalt bzw. warm an? Stellen die Kinder Temperaturunterschiede bei den Flüssigkeiten fest? Das Kühlen der Flüssigkeiten wird fortgesetzt. Vergleichen Sie gemeinsam mit den Kindern in regelmäßigen Abständen die Gefäßtemperaturen und die Flüssigkeitstemperaturen (per Verkosten und mittels Thermometer). Machen Sie sich in diesem Zusammenhang bewusst, dass und wie lange es dauert, Lebensmittel im Kühlschrank zu kühlen. Achten Sie auch gemeinsam darauf, ob Veränderungen beim Tontopf und den feuchten Tüchern feststellbar sind.

Das passiert

Sobald der trockene Tontopf in Wasser getaucht wird, dringt Wasser in die Poren und verdrängt die Luft. Schon nach kurzer Zeit stellt man durch Fühlen Temperaturunterschiede zwischen den Gefäßen fest. Temperaturunterschiede bei den Flüssigkeiten stellen sich erst nach einer längeren Kühlphase ein (nach ca. 1 Stunde). Der Tontopf und die Tücher trocknen mit der Zeit.

Ideen zur Fortsetzung

Die obige Versuchsidee bietet viele Ansätze zum Weiterforschen. Werden die Flüssigkeiten schneller oder langsamer kühl, wenn sie sich nicht in Gläsern, sondern in Metall- oder Plastikgefäßen befinden? Lassen sich Unterschiede feststellen, wenn der Tontopf nur sehr kurz gewässert oder in warmes Wasser getaucht wird? Was lässt sich beobachten, wenn der Versuch in einem Raum, in dem wenig Luftbewegung ist oder an einem sonnigen Ort durchgeführt wird? Finden Sie gemeinsam heraus, welche weiteren Methoden es gibt, um Lebensmittel länger haltbar zu machen (einfrieren, einkochen, trocknen…).

Der Hintergrund

Der Tontopf und die Tücher sind feucht. Beim Trocknen verdunstet das Wasser aus dem Ton und den Stofffasern. Für die Verdunstung ist Energie in Form von Wärme notwendig. Diese Wärme wird unter anderem dem Glas und dann auch der Flüssigkeit entzogen, wodurch beides nach und nach abkühlt. Sind der Tontopf und die Tücher getrocknet, bleibt der Kühleffekt aus. Der Tontopf und die Tücher trocknen schneller, wenn sie sich in einem Ort befinden, wo es warm ist und die Luft sich bewegt (Wind). Das von dem Topf und den Tüchern beim Trocknen abgegebene Wasser wird von der Luft aufgenommen. Warme, trockene Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als Luft niedriger Temperatur. Wird die feuchtigkeits-beladene, warme Luft stetig „abtransportiert“ und strömt neue, trockene Luft nach, trocknen Dinge schneller. Bei niedrigen Temperaturen laufen chemische Reaktionen und biologische Prozesse, die beispielsweise Lebensmittel schnell verderben und Medikamente unbrauchbar werden lassen, langsamer ab. Die typische Betriebstemperatur im Innern von Haushaltskühlschränken liegt zwischen 2 °C und 8 °C. Kühlung wurde schon in der Antike erreicht, indem große Mengen Eis aus den Bergen in die Städte transportiert und zur Lagerung von Lebensmitteln in tiefen Kellern (sog. Eiskellern) eingesetzt wurden. 1748 zeigte William Cullen die erste künstliche Kühlung an der Universität Glasgow. Der moderne Kühlschrank wurde bereits 1834 kommerziell vermarktet. Bis etwa 1950 wurden auch hölzerne Eisschränke, gespeist mit Eis aus einer Fabrik oder einem gefrorenen Teich (gelagert im Keller unter Sägespänen), verwendet. Sie enthielten innen ein Gefäß aus gelötetem Zinkblech. Oben wurde zerkleinertes Eis eingefüllt, unten das abtropfende Wasser gesammelt, in der Mitte befand dann eine von Eis umgebene Kammer, die das Kühlgut auf (Marmor-)Fächern aufnahm und mit einer Tür verschlossen wurde. Zur Entwicklung des Kühlschranks trug 1876 auch der deutsche Ingenieur und Unternehmer Carl von Linde bei. Seine Erfindungen erlaubten es, Kühlschränke nun auch industriell zu nutzen.

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Kommentare 1 Einträge

Angelika Otten | 22.04.2014 11:29 Uhr

Kühlen ohne Kühlschrank

Hallo Ihr Lieben,
ich habe mich sehr gefreut, diese Seite gefunden zu haben.
Ich gehöre schon zu einem älteren Jahrgang ´, habe aber nicht mehr wirklich in Erinnerung gehabt, wie ich ohne Kühlschrank "überleben" kann.

Ein Kobold schaltet seit einiger Zeit des Nachts an der Hauptsicherung den Stromschalter aus, der für den Küchenbereich zuständig ist. Es erschreckt micht nicht wirklich, doch die Angelegenheit mit dem Kühlschrank wurde für mich ein Thema. Das Thema möchte ich lösen.
Ich möchte ohne Kühlschrank leben können, weil ich unabhängiger leben möchte.

Die Seite hat mir gute Denkanstöße geliefert, ich werde die Vorschläge ausprobieren. Die für mich beste Methode werde ich umsetzen.

1. Vieles was im Kühlschrank ist, braucht dort nicht zu sein, habe ich festgestellt.
2. Frische Vorräte kann und will ich überlegter einkaufen
3. Einwecken ist eine gute Methode zur Vorratshaltung
4. Milchsauer einlegen

Liebe und Dankbarkeit
an Euch
Angelika



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