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Kartoffeln reiben

Stark durch Kartoffeln?

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Sie brauchen

  • Frische Kartoffeln
  • Baumwolltuch o.ä.
  • Wasser
  • 1 größere Schüssel
  • 2 durchsichtige Schüsseln
  • Dunkles Papier oder Handtuch als Untergrund
  • Messer, Löffel, Brettchen
  • Utensilien zum Puddingkochen (Kakao, Milch, Zucker, Kartoffelstärke, Messbecher, Topf)

Kartoffeln sind fester Bestandteil unseres Speiseplans. Doch sie kann noch viel mehr als nur schmecken. Die in ihr enthaltene Energie in Form von Stärke kann sichtbar und nutzbar gemacht werden.

Alltagsbezug

Herbstzeit ist Kartoffelzeit. Kartoffeln sind in den verschiedensten Formen fester Bestand unseres Speiseplans und jedem Kind bekannt. Allerdings ist Kartoffel nicht gleich Kartoffel: Die verschiedenen Sorten schmecken teilweise sehr unterschiedlich und sehen auch unterschiedlich aus. Meist sind wir uns dessen nicht bewusst, weil wir pro Mahlzeit nur eine Sorte auf dem Teller haben. Die „Erdäpfel“ speichern zudem in ihrem Inneren richtig viel Energie in Form von Stärke.

Der Versuch beginnt

Kartoffeln sind sehr stärkehaltig. Kartoffelstärke kann man im Supermarkt kaufen - sie kann beispielsweise zum Andicken von Soßen, zum Kuchenbacken oder zum Kochen von Pudding genutzt werden.

Kann man auch zuhause die Kartoffelstärke aus einer Kartoffel gewinnen? Ja, das ist möglich. Dazu wird einfach eine Kartoffel halbiert und die Kartoffelhälften an den Schnittstellen kräftig aneinander gerieben. Dabei entsteht eine weißlich, leicht schaumig aussehende Flüssigkeit („Kartoffelsaft“). Beim Verreiben dieses „Kartoffelsaftes“ zwischen den Fingerspritzen kann man kleine Körnchen spüren.

Leckt man an dem „Kartoffelsaft“, spürt man die Körnchen ebenfalls auf der Zunge und zudem schmeckt es nach Stärke. Diese Geschmacksempfindung lässt sich besser nachvollziehen, wenn vergleichend auch etwas Kartoffelstärke (aus dem Supermarkt) gekostet wird.

So geht es weiter

Nachfolgend versuchen die Kinder vorsichtig die Kartoffeln unter Nutzung von Gemüsereiben zu zerkleinern. Die geriebene Kartoffelmasse wird in einer der Schüsseln aufgefangen und mit etwas Wasser versetzt. Das Wasser-Kartoffel-Gemisch filtrieren die Kinder durch ein Baumwolltuch in die zweite Schüssel und fangen das Kartoffelwasser auf. Bleibt dieses einige Minuten stehen, setzt sich Stärke (weiß) am Schüsselboden ab. Steht die durchsichtige Schüssel auf einem dunklen Untergrund ist die Stärke noch deutlicher zu sehen.

Vorsichtig schütten die Kinder mit Ihrer Hilfe das überschüssige Wasser ab. Wenn die Kinder die Stärke zwischen den Fingern verreiben, spüren sie die Stärkekörner. Eine Geschmacksprobe ist auch erlaubt. Erhitzt man das Stärke-Wasser-Gemisch, wird es dickflüssig und kann bspw. als Kleister verwendet werden.

Kartoffelstärke kann man auch im Supermarkt kaufen und daraus z.B. einen Pudding zubereiten.

Was passiert?

Durch das Reiben werden Kartoffelzellen zerstört und die Stärkekörner können dann mit dem Wasser ausgewaschen werden. Da die Stärkekörner dichter sind, schwimmen sie nicht im Wasser, sondern setzen sich am Boden der Schüssel ab. Durch Abgießen des Wassers, kann man sie vom Wasser abtrennen. Nimmt man etwas von der Masse zwischen zwei Fingerspitzen und verreibt sie, so fühlt es sich körnig bzw. sandig an.

Ideen zur Fortsetzung

Kartoffelstärkekörner haben die Eigenschaft sehr quellfähig und damit als Verdickungsmittel einsetzbar zu sein. Dies kann für die Zubereitung eines eigenen Puddings genutzt werden.

Rezept:

  • ca. 600ml Milch
  • 5 gestrichene Esslöffel (EL) Kartoffelstärke (aus dem Supermarkt)
  • 1 EL Kakao
  • 4 gestrichene EL Zucker

Die Kartoffelstärke, Zucker und Kakao werden miteinander gemischt und in 50ml kalte Milch eingerührt.

Der Rest der Milch (ca. 550 ml) wird erhitzt, am besten in einem Milchtopf (Wird ein normaler Topf genutzt, muss man rühren, rühren, rühren - sonst brennt die Milch an!)

Ist die Milch richtig heiß, schüttet man nun die Mischung aus Stärke, Zucker, Kakao und Milch in die kochende/ heiße Milch und verrührt alles gut miteinander. Die gesamte Mischung muss unter Rühren nochmals aufkochen und sollte dabei spürbar dickflüssig werden.

Nach dem Abkühlen – Guten Appetit!

Die Milch muss sich erst über 60°C erhitzt werden, ehe die Kartoffelstärke zu quellen beginnt. Je mehr Stärke bzw. je weniger Milch man miteinander vermischt, desto fester der Pudding.

Kartoffel-Bar

Die vielen unterschiedlichen Kartoffelsorten lassen sich besonders gut deutlich machen, wenn wir sie miteinander vergleichen können. Wie wäre es daher mit einer „Kartoffel-Bar“? Es werden mehrere Kartoffeln unterschiedlicher Sorten in ihrer Schale gekocht und anschließend verkostet und verglichen. Welche Kartoffelsorte mundet am besten?

Der Hintergrund

Stärke wird in vielen Pflanzen in Form kleiner Körner gebildet. Solch ein Stärkekorn hat typischerweise einen Durchmesser von einigen tausendstel Millimeter (Stärke aus Kartoffelknollen 70-100 µm= 70-100 mm-³).

Die Zucker, aus denen die Stärke aufgebaut ist, können in der Pflanze transportiert werden, z.B. aus den Blättern in die Wurzeln, Samen oder Früchte. Bei der Kartoffel erfolgt der Transport in die Knollen und dort werden die Zucker in Form von Stärkekörnern gespeichert. Stärke dient als Energiespeicher für die Pflanzen.

Die Stärkekörner der Kartoffel bestehen aus mehreren Schichten, wobei die inneren aus zu Ketten verknüpften Zuckermolekülen (Saccharid=Zucker, Mehrfachzucker=Polysaccharide) bestehen und die äußeren aus Proteinen (Eiweiße). Stärkekörner können große Mengen Wasser aufnehmen (absorbieren). Sie werden deshalb als Dickungsmittel genutzt. Kartoffelstärkekörner können z.B. bis zum Hundertfachen ihres ursprünglichen Volumens aufquellen.

Gibt man die Stärkekörner in kaltes Wasser, so wird dieses von den Proteinen (Eiweißen) aufgenommen, dringt aber nicht bis ins Innere des Stärkekorns vor, kommt also nicht bis zu den Zuckermolekülen. Die Stärkekörner werden in kaltem Wasser klebrig, es kommt zur Klumpenbildung. Diese kann nur verhindert werden, wenn die Stärkekörner sehr gut in Wasser oder Fett verteilt (suspendiert) werden.

Bei Temperaturen über 60°C  liegen die Zuckermoleküle, also die Moleküle im Inneren des Stärkekorns, nicht mehr so dicht gepackt beieinander. Dadurch kann das Wasser bis in das Innere des Stärkekorns eindringen. Die Moleküle lösen sich aber nicht vollständig in Wasser, sondern bilden ein Gel.
Das Aufquellen von Stärkekörnern ist nicht vollständig rückgängig zu machen, also nicht reversibel. Die ursprünglichen Schichtungen der Stärkebestandteile kann nicht wiederhergestellt werden.

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