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Foto: ©Thinkstock

Zeigt her eure Hände - das große Händewaschen

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Sie brauchen

  • Lupen
  • Durchsichtiges Gefäß
    (z.B. Trinkglas)
  • Tischtennisbälle, Murmeln, Perlen
  • 600 g unparfümierte Kernseife
  • 100 g Stärke
  • 230 ml abgekochtes Wasser
    (abgekühlt)
  • Duftöl
  • Evtl. Farbe (z. B. Lebensmittel- oder Seifenfarbe)
  • Unterlagen zum
    Trocknen der Seifenkugeln
  • Grobe Käsereiben
  • Größere Schüsseln
  • Evtl. Schnurstücken, zu Schlaufen verknotet

"Hast du deine Hände gewaschen? Erst die Hände waschen, dann gibt's Essen." – Die Kinder kennen diese Hinweise. Warum nur, werden sie wohl immer wieder daran erinnert, wird sich so manches Kind fragen. Auf und an unseren Händen sind Keime, Millionen Bakterien und Viren! Wie kommen sie dorthin?

Alltagsbezug

Jedes Mal, wenn wir etwas berühren, kommt man mit Keimen in Kontakt die dann an der Haut haften bleiben. Darunter sind auch solche, die uns krank machen können. Für die Keime ist es leicht, von der Hand in unseren Körper zu gelangen. Etwa, wenn wir etwas mit den Fingern bzw. der Hand essen: Brot, Obst und Gemüse, Salzstangen, ….

Versuchsüberblick

Niemand möchte sich wohl zum Essen Gummihandschuhe überstreifen, stattdessen gibt es eine viel einfachere hygienische Maßnahme im Alltag - das Händewaschen. Den meisten Kindern ist bekannt, dass sie dies mindestens nach der Toilette und auch vor dem Essen tun sollten. Zum Händewaschen gehört nicht nur Wasser, sondern auch Seife und zum Abtrocknen ein Handtuch. Seife gab es übrigens schon in der Steinzeit. Seife gibt es zwar heutzutage problemlos zu kaufen, doch bekommt das Händewaschen vielleicht eine höhere Wertigkeit, wenn die Kinder dazu Seifenkugeln nutzen können, die sie selber hergestellt hatben. Es ist ein einfaches „Handwerk“ solch eine Seifenkugel herzustellen – lassen Sie es die Kinder ausprobieren!

Der Versuch beginnt

Zeigt her eure Hände – bitten Sie die Kinder sich ihre Hände und Finger genau zu betrachten. Sehen sie sauber aus? Oft ist das so. Stellen Sie den Kindern ruhig auch Lupen oder Vergrößerungsgläser zur Verfügung – können sie damit die sogenannten „Keime“ entdecken? Leider nicht. Sie sind so klein, dass man sie nur unter stark vergrößernden Mikroskopen sehen kann.
Können die Kinder eine Vorstellung davon bekommen, dass ein „Nieströpfchen“, obwohl es so klein ist, unzählig viele winzige Keime (Viren, Bakterien) enthalten kann?
Wählen Sie mit den Kindern ein Gefäß, möglichst durchsichtig. Füllen Sie es anfangs z.B. mit Tischtennisbällen. Wie viele passen davon in das Gefäß hinein? Dann können die Kinder Murmeln einfüllen, sie sind kleiner als die Tischtennisbälle. Wie viele Murmeln finden in dem Gefäß Platz? Und was stellen die Kinder fest, wenn sie kleine Perlen in das Gefäß füllen? Können sie deren Anzahl noch ermitteln? Je kleiner die Gegenstände (symbolisieren hier die „Keime“) sind, desto mehr können davon in das Gefäß, dessen Volumen sich ja nicht ändert, gefüllt werden.

Trotzdem der Schmutz nicht offensichtlich ist, kennen die Kinder es zur Genüge, dass sie immer wieder dazu angehalten werden, ihre Hände zu waschen. Warum? Wenn wir etwas berühren oder mit etwas in Kontakt kommen, übernehmen wir auch die daran haftenden Keime. Versuchen Sie zusammen mit den Kindern (gedanklich) nachzuvollziehen, was sie heute schon alles angefasst und berührt haben: Türklinken, Schuhe, Spielzeug, Obst etc. Vielleicht haben sie heute auch schon genießt oder gehustet oder haben dies bei anderen Kindern und Erwachsenen gesehen? Dabei wird oft die Hand vor die Nase bzw. den Mund gehalten – und schon „kleben“ die Krankheitskeime an unserer Haut und wir fassen dann damit wieder die verschiedensten Dinge an. Wenn es die Gelegenheit gibt, könnten die Kinder einmal bewusst alles das markieren (z.B. mit Klebepunkten), was sie innerhalb einer zuvor festgelegten Zeit berühren.

So geht es weiter

Das Händewaschen macht also Sinn und sollte für die Kinder tatsächlich zu einer Gewohnheit werden. Dies unterstützen vielleicht die selber hergestellten Seifenkugeln.
Dazu wird u. a. die zerkleinerte Kernseife benötigt. Dafür wird die grobe Käsereibe in eine größere Schüssel gestellt, je ein Kind hält eine Schüssel, ein weiteres reibt die Kernseife in feine „Späne“. Alle Seifenspäne werden dann mit der Stärke, dem Wasser sowie etwas Duftöl und evtl. etwas Farbe vermengt und verknetet. Aus dieser Masse können die Kinder nun Kugeln formen, etwa in der Größe von Tischtennisbällen. Diese müssen dann nur noch trocknen – fertig ist die Seife für das nächste Händewaschen!
Einen tollen Peeling-Effekt erreicht man, wenn man getrocknete Lavendelblüten, Kokosraspel, Rosmarinnadeln oder Weizenkleie untermischt, und getrocknete Blütenblätter sehen in Seifenkugeln einfach schön aus! Wenn die Schnüre bzw. die Schlaufen in die Seifenkugel eingeknetet werden, dann kann man sie aufhängen.

Der Hintergrund

Hygiene ist die Lehre von der Verhütung von Krankheiten und der Erhaltung und Festigung der Gesundheit. Bereits bei den Römern dienten (gemeinschaftliche) Bäder zur Reinigung, aber auch für Sinnesfreuden. Im Mittelalter galt es, den Körper sauber zu halten, Schmutz, Fäkalien und Unrat aber durften auf die Straße. Mitunter galt Baden als gefährlich, da die Ansteckungsgefahr in Badehäusern (warm und feucht) recht hoch war. In der Renaissance hielt eine Hygiene-Pause Einzug, da man glaubte, den Körper durch eine Schmutzhülle zu schützen. Das 19. Jahrhundert brachte mit der Stadtentwicklung Kanalisationssysteme und Klärgruben, was die Seuchengefahr senkte. Wissenschaftliche Erkenntnisse über Krankheitsausbreitung, Ansteckung, Infektionswege, aber auch über Desinfektion (Louis Pasteur, Joseph Lister) wurden gewonnen: So weiß man heute, dass der hohe Anstieg grippaler Infekte im Winter seine Ursache in der hohen Keimdichte geschlossener Räume und nicht nur in häufigerer Unterkühlung hat. Seit dem 20. Jahrhundert bedarf es schließlich aufgrund von Superinfektionen, AIDS, SARS, H1N1 einer neuen Hygiene.
Doch Hygiene allein schützt von Krankheit nicht. Die körpereigene Gesundheitspolizei braucht ständiges Training, aktuelle Updates und zeitnahe Anpassung an das momentane Angebot schnell veränderlicher Krankheitserreger. Zur Ausbildung eines intakten Immunsystems müssen wir uns Noxen (das sind Dinge oder Einflüsse, die schädlich sind) aussetzen. Wie aber können wir unterscheiden, ob eine Noxe wirklich gefährlich ist? Ein Ansatz ist, sich wieder auf die eigenen Sinne zu verlassen. Ein paar Beispiele: Da unsere Pupillen sich nicht weiter verengen können, schließen wir bei Blendung die Augen. Oder aber: Wir wenden uns angeekelt ab, um Kontakt mit der Ekel auslösenden Noxe zu vermeiden. Höhenangst und Schmerzen haben einen Sinn und sind von der Evolution beabsichtigt!

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Kommentare 4 Einträge

Stiftung Haus der kleinen Forscher | 28.01.2014 15:04 Uhr

ANtwort zur Frage der Mengenangaben

Hallo Lili,
das Rezept ergibt ca. 700g. Wie viele Kugeln das ergibt hängt natürlich ganz von der Größe der Kugeln ab und kann je nach Bedarf angepasst werden. Es lässt sich daher schwer sagen, sollte aber durchaus genug für eine Gruppe hergeben.

Viele Grüße
Ihr Team der Stiftung

Stiftung Haus der kleinen Forscher | 22.01.2014 14:02 Uhr

Speisestärke

Hallo Frau Köpsel,
für die Herstellung der Seifenkugeln können Sie gern die Speisestärke nutzen. Diese ist gut verträglich für die Haut.

Viel Spaß beim weiteren Entdecken und Forschen!
Ihr Team der Stiftung

Lili | 21.01.2014 17:08 Uhr

Mengenangaben

Für wie viele Kinder bzw. Kugeln sind die Mengenangaben gedacht?

Jeannette Köpsel | 08.01.2014 19:40 Uhr

Köpsel

Welche Art Stärke benötige ich zur Seifenkugelherstellung, Speisestärke oder Wäschestärke?

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