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MINT-übergreifende Kompetenzen

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik begegnen Kindern überall in ihrem Alltag und jede Disziplin hat ihre fachspezifischen Besonderheiten. Mit den folgenden Anregungen fördern Sie Kompetenzen, die in allen vier Fachrichtungen wichtig sind.

In den folgenden Beispielen können Sie die die Mächen und Jungen dabei unterstützen, Vermutungen aufzustellen, diese methodisch kontrolliert zu überprüfen, Ergebnisse für alle verständlich aufzubereiten und nach weiterführenden Informationen zu suchen.  

Kinder geben einander in Reihe Tüten weiter, um sie zu befüllen.
© Christoph Wehrer/Stiftung Haus der kleinen Forscher
Gemeinsam Erklärungen suchen, umsetzen und überprüfen, darstellen und schließlich von anderen lernen: Das verbindet alle MINT-Disziplinen.

Erklären

Zwei Jungen betrachten einen Tennisball in einem Glas mit Waser
© Christoph Wehrer / Stiftung Haus der kleinen Forscher

Lernerfahrung:

Die Kinder lernen, dass sich Bedingungen oder Ursachen und Wirkungen in einen Zusammenhang bringen lassen. Sie erfahren, dass Ursache und Wirkung z. B. als Wenn-Dann oder Je-Desto Sätze ausgedrückt werden können.

Wo begegnet es den Kindern im Alltag?

Wirkzusammenhänge begegnen Kindern ständig. Je länger der Wasserhahn aufgedreht ist, desto voller wird der Zahnputzbecher. Wenn die Sonne untergeht, wird es Abend und kühler draußen. Wenn mir der Teller aus der Hand rutscht, zerschellt er auf dem Fliesenboden.

Praxisidee: Was passiert, wenn...?

Bringen Sie Gegenstände für Wenn-Dann Zusammenhänge mit, bei denen die Wirkung sofort eintritt. Nehmen Sie z. B. ein Glas Wasser und einen Tischtennisball und halten Sie den Ball über das Glas, lassen ihn aber nicht los. Fragen Sie nun die Kinder: "Was, glaubt ihr, passiert, wenn ich den Ball loslasse?" Die Kinder stellen nun Vermutungen auf. Nachdem Sie gemeinsam aufgelöst haben, was dann passiert, sind die Kinder dran. Welche "Wenns" oder "Jes" fallen ihnen ein und was denken die anderen, was dann passiert?

Machen

Kinder beobachten gefrorenes Wasser
© Stiftung Haus der kleinen Forscher

Lernerfahrung

Die Kinder lernen, dass mithilfe des methodisch kontrollierten Vorgehens komplexe Fragestellungen erforscht und dabei einzelne Faktoren gezielt untersucht werden können.

Wo begegnet es den Kindern im Alltag?

Im alltäglichen Leben und unserer Umwelt wirken viele Faktoren zusammen, so dass es oft schwierig ist, klare Ursache-Wirkungsbeziehungen zu erkennen. Was bestimmt, wie schnell ich rutschen kann? Die Neigung der Rutsche oder das Material meiner Hose? Wie ist das bei Regen? Oder bei Wasserrutschen?

Praxisidee: Woran liegt's?

Lassen Sie die Kinder ein Phänomen überprüfen, das durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden kann, z.B. das Gefrieren von Wasser.
Befüllen Sie dazu mit den Kindern verschiedene Gefäße aus verschiedenen Materialien und in verschiedenen Farben mit Wasser. Stellen Sie sie ins Gefrierfach. Überprüfen Sie nach einer Weile gemeinsam mit den Kindern, ob das Wasser in manchen Gefäßen schneller gefriert als in anderen. Woran könnte das liegen? Am Material? An der Art des Behältnisses? An beidem? An der Menge des Wassers oder etwa an der Farbe der Gefäße? Überlegen Sie zunächst mit den Kindern, wie sie herausfinden können, welche Faktoren den Prozess beeinflussen und welche nicht. Wie würden die Kinder vorgehen?

Bei der methodisch kontrollierten Untersuchung wird immer nur ein Parameter verändert, während alle anderen gleich bleiben. Sie können also gleiche Gefäße in verschiedenen Farben oder Materialien testen oder einen Teller, eine kleine Tasse und ein Schälchen aus Keramik und so herausfinden, welche Faktoren das Gefrieren beeinflussen und welche nicht.
Tipp: Lassen Sie die Kinder auf ihre Art und Weise dokumentieren, was sie herausgefunden haben. Diese Ergebnisse können Sie auch für die Weiterführung der Praxisanregung "Ein paar Striche und drei Kringel" (siehe unten) nehmen. Frage zum Weiterforschen, nachdem alles gefroren ist: Was denken die Kinder, in welchem Gefäß das Eis am schnellsten wieder auftaut? Und wieso? Hier können Sie den ganzen Prozess rückwärts durchspielen und das neu erlangte Wissen der Kinder direkt mit einbeziehen.

Zeigen

Ein Junge zeigt auf Plakate und eine Tafel
© Christoph Wehrer / Stiftung Haus der kleinen Forscher

Lernerfahrung

Die Kinder lernen, dass eine präzise Ausdrucksweise und verständliche Dokumentation wichtig ist, damit andere die eigenen Ergebnisse nachvollziehen können.

Wo begegnet es den Kindern im Alltag?

Spielanleitungen, Kochrezepte oder der Bericht über das letzte Forschungsprojekt in ihrer Einrichtung – es gibt ganz verschiedene Situationen, in denen Kinder erklären, erzählen oder auf Ergebnisse von anderen zurückgreifen. Doch wie können solche Informationen so präsentiert werden, dass es zu keinen Missverständnissen kommt und alle sie verstehen?

Praxisidee: Ein paar Striche und drei Kringel

Fordern Sie die Mädchen und Jungen auf, ein paar Striche auf ein kleines Blatt Papier zu malen. Wichtig ist hierbei, dass die Mädchen und Jungen nicht nachfragen oder schauen, wie es die anderen Kinder machen, sondern einfach so malen, wie sie es verstanden haben. Es gibt auch kein "richtig" oder "falsch" dabei. Danach sollen die Kinder auf ein anderes Blatt Papier in der Mitte drei kleine Kringel nebeneinander malen. Vergleichen Sie anschließend gemeinsam die Blätter. Wie viele Striche haben die Kinder gemalt? Sind die Striche lang oder kurz, quer oder längs, eng beieinander oder weit auseinander? Und wie sieht es mit den Kringeln aus? Gleichen sich da die einzelnen Varianten eher? Was denken die Kinder, woran das liegen kann? Wie würden die Kinder die Anweisung formulieren, damit sie alle gleich verstehen? Und wie würden sie es einem Kind erklären, dass nicht hören kann?

Hier geht es darum, sich präzise auszudrücken und eine Sprache oder Bilder zu benutzen, die alle verstehen. Das fördert ein gemeinsames Verständnis, was gerade beim Forschen unerlässlich ist, um Fehlinterpretationen und Missverständnisse zu vermeiden.

Tipp zum Vertiefen und Weiterforschen: Lassen Sie die Kinder untereinander ihre Ergebnisse von vorausgegangen Forschungen vergleichen, z.B. aus der Praxisanregung "Woran liegt’s?". Können alle sie verstehen? 

Suchen

Drei Mädchen schreiben etwas an einem Laptop
© Christoph Wehrer / Stiftung Haus der kleinen Forscher

Lernerfahrung

Die Kinder lernen, selbstständig nach Informationen zu suchen und dafür geeignete Ressourcen heranzuziehen.

Wo begegnet es den Kindern im Alltag?

Viele Fragen von Kindern, z.B. zu Phänomenen, die sie umgeben, können die Mädchen und Jungen beim Forschen beantworten. Manchmal ist das aber nicht möglich oder sie benötigen zusätzliche Informationen.

Praxisidee: Gesucht – gefunden!

Nehmen Sie eine typische Kinderfrage zum Anlass, die die Kinder nicht selbst erforschen können, z.B. "Wie viele Sterne gibt es?" oder "Warum muss ich am Abend schlafen?"
Überlegen Sie gemeinsam mit den Kindern, wie sie vorgehen oder etwas dazu herausfinden können. Wen können sie fragen? Wo können sie nachschauen? Haben die Kinder Bücher zum Thema, finden sie Informationen im Internet oder kennen sie vielleicht eine Expertin oder einen Experten? Was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Herangehensweisen und wie wählt man eine geeignete aus? Das Buch könnte z.B. nicht mehr ganz aktuell sein, dafür findet man im Internet oft viele verschiedene Angaben und es ist schwieriger, wahre von falschen Informationen zu unterscheiden. Ist eine Methode immer besser als eine andere oder kommt es auch auf die Information an, die man sucht? Welche Möglichkeiten haben Kinder, die noch nicht lesen können?

Machen Sie dazu mit den Kindern eine Recherche-Schnitzeljagd zu einem Thema, das die Kinder in Ihrer Einrichtung gerade interessiert. Tragen Sie alle Informationen, die die Kinder dazu auf verschiedene Weise finden, zusammen und überlegen Sie: "o haben die Kinder die jeweiligen Informationen her? Haben sie ähnliche Antworten gefunden oder widersprechen sie sich vielleicht? Konnten die Kinder ihre Frage beantworten?

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