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Den Winterbeeren auf der Spur

Wachsende Samen
© Blackzheep / iStock
Aus kleinen Keimen kann Großes entstehen - das lernen die Kinder in diesem Projekt.

Die Ganzheitliche Vorschule Ahrensburg (Schleswig-Holstein) ist als "Haus der kleinen Forscher" zertifiziert und hat mit dem Projekt "Viele kleine Schritte verändern die Welt. Den Winterbeeren auf der Spur" ein Projekt im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung sehr gut umgesetzt.

Wie sind die Kinder auf das Thema gekommen?

Als einige Mädchen und Jungen im Winter Erdbeeren zum Frühstück aßen, fragten sie sich, wie diese bei der Kälte eigentlich wachsen konnten. Die Gruppe schaute sich auf den umliegenden Feldern um, fand aber nur ein paar Salate und Grünkohl.
Doch wo kamen die Erdbeeren dann her? Aus dieser Frage entstand ein vielfältiges Projekt, in dem die Kinder unter anderem erforschten, was es mit ökologischer Landwirtschaft, Fair Trade und Gentechnik auf sich hat.

Wie sind die Kinder vorgegangen?

Zunächst beschäftigten sich die Mädchen und Jungen mit dem Wachstum von Pflanzen im Allgemeinen und der Funktion von Treibhäusern. Dabei fanden sie heraus, dass viel Energie benötigt wird, um die Pflanzen auch im Winter mit Licht und Wärme zu versorgen und sie so zum Wachsen anzuregen. Die Kinder erkundeten den Einfluss des Wetters und der Jahreszeiten, experimentierten rund um das Thema „Energie“ und überlegten, wie sie selbst dazu beitragen könnten, Energie zu sparen. Die Mitarbeitenden der Kita schickten Infobriefe über die neuen Erkenntnisse der Mädchen und Jungen an die Familien und motivierten sie dazu, zu Hause mit ihren Kindern weiterzuforschen.

Auf dem vorschuleigenen Feld spürten die Mädchen und Jungen dann am eigenen Körper, wie viel Energie es kostet, Lebensmittel zu produzieren. Sie pflanzten Mais und insgesamt 30 alte Kartoffelsorten. Der Mais musste angezogen und umgetopft werden. Die Kinder verloren bei den vielen Pflanzen fast den Überblick und entwickelten daher Ideen, den "Produktionsablauf" zu optimieren. So entstand eine Produktionskette, in der einige für den Nachschub an Pflanzerde, andere für das Umtopfen und wiederum andere für das Einstellen des eingetopften Maises in Transportkisten verantwortlich waren.

Was haben sie herausgefunden?

Auch der Kartoffelanbau folgte einer Art Produktionskette: Als die Mädchen und Jungen im Spätsommer in die Vorschule kamen, war Erntezeit. Die Kartoffeln wurden ausgegraben und in vielen leckeren Gerichten verspeist. Im Frühjahr setzten die Kinder dann neue Kartoffeln für die Vorschülerinnen und -schüler nach ihnen und beobachteten, wie sie über den Sommer heranwuchsen. Ihre Beobachtung hielten sie in Forschungsmappen mit Hilfe von Zeichnungen fest. Die Mädchen und Jungen lernten viel darüber, welche Mühe es macht, Dinge zu produzieren. Inspiriert durch diese Erkenntnisse richteten die Kinder eine Tauschen-Verschenken-Börse in der Kita ein und regten die Mitarbeitenden und Familien zum Nachdenken darüber an, was sie wirklich brauchen.

Zentrale Aspekte der MINT-Bildung

Erklären

Die Kinder formulieren erste Erklärungen, wo Erdbeeren, und andere Früchte, die viel Sonne Wärme brauchen, im Winter wachsen könnten. Nachdem sie viel über Pflanzenwachstum recherchiert haben, formulieren sie erste Erklärungen zum Energiebedarf bei der Pflanzenzucht.

Machen

Die Kinder setzen ihre Ideen für ein Versuchsfeld um und gewinnen daraus neue Erkenntnisse. Dabei entdecken sie, dass viel Energieeinsatz nötig Obst- und Gemüseanbau nötig ist. Daraus entwickeln sich eigene Umsetzungsversuche (Experimente) zum maßvollen Energieeinsatz und Energiesparen.

Zeigen

Die selbstgestellte Aufgabe stellt sich als so komplex heraus, dass die Kinder das Bedürfnis haben, den Produktionsablauf zu systematisieren (und so auch zu dokumentieren). Für die nachrückenden Kinder legen sie Forschungsmappen an.

Suchen

Die Kinder recherchieren allgemeine Informationen zum Pflanzenanbau. Sie machen sich auch kundig zum Thema Energiesparen und verantwortlicher Umgang mit Ressourcen.

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