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"Forschen heißt auch tüfteln, erfinden, spielerisch technische Themen angehen"

Interview mit Dr. Maria Schneider, Kreativdirektorin der Autostadt in Wolfsburg

Seit Februar 2013 ist die Autostadt in Wolfsburg neuer Partner der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. Die Lern- und Bildungsangebote der Autostadt greifen Situationen aus der Lebenswelt der Kinder auf und schaffen spannende Erlebnisse für die jungen Gäste.

Maria Schneider (Foto: privat)
Maria Schneider (Foto: privat)

Wie die Stiftung „Haus der kleinen Forscher" unterstützt die Autostadt Pädagoginnen und Pädagogen dabei, Kinder beim Entdecken naturwissenschaftlicher und technischer Phänomene zu begleiten und ihren Forschergeist zu befriedigen. Sie ist als anerkannter außerschulischer Lernort eine der wichtigen Bildungseinrichtungen in Niedersachsen. Bereits seit 2008 unterstützt sie das „Haus der kleinen Forscher" bei der Umsetzung der Bildungsinitiative in den Kitas der Region Wolfsburg. Jetzt arbeiten beide Bildungsakteure noch enger zusammen, indem die Autostadt als Förderer der Stiftung eingestiegen ist. Die Autostadt verstärkt damit das Engagement der bestehenden Partner – der Helmholtz-Gemeinschaft, der Siemens Stiftung, der Dietmar Hopp Stiftung und der Deutsche Telekom Stiftung.

Frau Dr. Schneider, was haben Sie als Kind erforscht?
Mein erstes „Forschungslabor" war der elterliche Betrieb. Dort stand die Metallverarbeitung im Mittelpunkt und ich habe schon früh ein besonderes Interesse für Schweißnähte und andere Metallverbindungen entwickelt. Mein Vater hat mich oft auf Dienstreisen mitgenommen und ich habe so einen Teil meiner Kindheit in Werkstätten und Produktionshallen verbracht. Das fand ich unglaublich spannend und dort habe ich mich schon früh und mit großer Selbstverständlichkeit als Forscherin betätigt.

Was war der Grund, die bestehende Zusammenarbeit mit der Stiftung „Haus der kleinen Forscher" in eine enge Partnerschaft umzuwandeln?
Als vom niedersächsischen Kultusministerium anerkannter außerschulischer Lernort liegt es Nahe, dass wir unser Workshopprogramm, das eine unmittelbare Erfahrung von Naturwissenschaft und Technik ermöglicht, mit dem Stiftungsanliegen verbinden. Über das bisherige Engagement hinaus können wir im Rahmen der Partnerschaft mit unserer Kompetenz eine neue Rolle innerhalb der Stiftung einnehmen. Die konkreten Erfahrungen der Autostadt im Bereich der technischen Frühbildung können in die Entwicklung der Angebote der Stiftung „Haus der kleinen Forscher" eingehen. Mit der Stiftung gewinnt die Autostadt im Gegenzug einen inhaltlichen Partner, der seine wissenschaftlich reflektierten Angebote perspektivisch allen Kitas und Grundschulen in ganz Deutschland zur Verfügung stellt.

Wie wird sich die Autostadt in die Bildungsinitiative „Haus der kleinen Forscher" einbringen?
Wer kleine Kinder beim Spielen beobachtet stellt fest: Sie sind wahre Erfinder, Tüftler und Techniker, die Häuser, Fahrzeuge, ganze Städte und Landschaften bauen. So erschließen sie sich ihre Welt, gleichzeitig erforschen sie beim Spiel Funktions- und Wirkungszusammenhänge. Wir möchten Sie dabei unterstützen und stärken. Unsere Erfahrungen aus mehreren Jahren technischer Frühbildung wollen wir deshalb in die inhaltliche Arbeit der Stiftung einbringen.
Gleichzeitig übernehmen wir aber auch auf der politischen Ebene Verantwortung und werden uns in den Gremien der Stiftung, wie beispielsweise dem Stiftungsrat, aktiv beteiligen. Außerdem ist die Autostadt in Wolfsburg ein wunderbarer Ort, um neben den Fortbildungsveranstaltungen für Kita-Fachkräfte und Grundschullehrerinnen und -Lehrer auch Fortbildungen für die Trainerinnen und Trainer der Stiftung durchzuführen. Auch Fachtagungen und Kongresse sind denkbar.

Wie können „Haus der kleinen Forscher" und Autostadt den Herausforderungen in der technischen Frühbildung gemeinsam begegnen?
Zunächst indem sie in der bewährten Form die Fortbildungsangebote für die pädagogischen Fachkräfte um technische Aspekte erweitern und auch in diesem Bereich helfen, die Schwellenängste zu überwinden. Gleichzeitig muss aber auch im Dialog mit Wissenschaftlern und Praktikern untersucht werden, welche Formen und Wege hier angemessen sind. Erfahrungen aus der schulischen Bildung liegen bereits vor, eine Übertragung in die frühkindliche Bildung steht aber noch aus. Wir möchten hier gemeinsam die nächsten Schritte gehen.

Bitte beenden Sie den Satz: „Forschen in der Kita heißt ..."
...zunächst Neugier lernen. Auch wenn Kinder hinsichtlich vieler Dinge neugierig sind müssen sie doch in der Weiterentwicklung begleitet werden, damit aus der kindlichen Neugier eine eigene Antriebskraft wird, die den Forschergeist in ihnen weckt und wach hält. Forschen heißt für mich auch tüfteln, erfinden, spielerisch technische Themen angehen, ausprobieren und durch Versuche Lösungen finden. Ein defektes Spielzeug ist manchmal das bessere, nämlich dann, wenn Kinder versuchen die fehlende Funktion zu reparieren, auszugleichen oder zu ersetzen.

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