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20.12.2022
Fortsetzung Kita-Programm ab 2023

Ein "KiQ" für mehr Kita-Qualität in der frühen MINT-Bildung

Gute MINT-Bildung beginnt mit Entdecken und Forschen. Doch wie kann man Kindertageseinrichtungen noch besser dabei unterstützen, das entdeckende und forschende Lernen mit Kindern nachhaltig im Kita-Alltag zu verankern? Zwischen 2019 und 2022 entwickelte, erprobte und evaluierte die Stiftung ein neues Kita-Programm, um genau das herauszufinden. Erste Auswertungen zeigen: Das neue, 18-monatige Qualifizierungsprogramm könnte neue Maßstäbe in der alltagsintegrierten frühen MINT-Bildung setzen.

Film über die Konzeption und Erprobung des neuen Kita-Programms "KiQ – gemeinsam für Kita-Qualität: Wenn Entdecken und Forschen zum Alltag werden"


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„Ich würde das KiQ-Programm auf jeden Fall empfehlen, weil es festgefahrene Strukturen gut aufbrechen kann und neue Impulse gibt – egal, an welchem Stand man als Kita ist.“
(Stefanie Grot, Kita-Leiterin aus Hamburg)

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© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Das neue "KiQ"-Programm verankert das entdeckende und forschende Lernen im Kita-Alltag

Das Entdecken und Forschen bietet vielfältige Zugänge, um die Kompetenzen der Kinder zu stärken. Frühe MINT-Bildung lässt sich gut mit anderen Bildungsbereichen verknüpfen und kann alltäglich gezielt zur Förderung weiterer wichtiger Themen wie Sprache oder Nachhaltigkeit beitragen. Darum unterstützt das neue Programm "KiQ – gemeinsam für Kita-Qualität" Einrichtungen dabei, das entdeckende und forschende Lernen im Kita-Alltag zu verankern.

"Wir freuen uns, dass wir dank der Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung neue Wege erproben konnten, um Kitas bei der Entwicklung ihrer pädagogischen Qualität noch intensiver zu unterstützen", sagt Michael Fritz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung "Haus der kleinen Forscher". Im Rahmen des nun auslaufenden Modellprojekts hat das stiftungseigene "KiQ"-Projektteam bundesweit rund 90 Kitas individuell begleitet und mit ihnen verschiedene Unterstützungsmaßnahmen zur alltagsintegrierten MINT-Bildung für nachhaltige Entwicklung getestet. Erprobt wurde das "KiQ"-Programm in Hamburg und in bestimmten Regionen in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen.

Der ganzheitliche "KiQ"-Ansatz zeigt Wirkung

© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Ein starkes "KiQ"-Tandem: Erzieher Björn Wöhrmann und Kita-Leiterin Daniela Wiebe aus NRW bei der Zertifikatsübergabe zum Abschluss der Programm-Modellphase.

Damit das entdeckende und forschende Lernen auf Dauer ein selbstverständlicher Teil des Kita-Alltags wird, fördert die Stiftung bei "KiQ" die Weiterentwicklung der gesamten Kita. Sie setzt hier auf das Zusammenspiel zwischen einer umfassend qualifizierten pädagogischen Fachkraft, einer unterstützenden Leitung und einem aktiv mitwirkenden Team. Im Zentrum steht die Förderung einer gemeinsamen Haltung zum Entdecken und Forschen im Kita-Team.

Das 18-monatige Programm kombiniert verschiedene Qualifizierungsmaßnahmen zur professionellen und persönlichen Weiterentwicklung. Herzstück des "KiQ"-Programms ist eine modulare Fortbildungsreihe im Blended-Learning-Format, an der pro Kita eine pädagogische Fach- und eine (stellvertretende) Leitungskraft teilnehmen. Als Tandem erfahren sie, wie sie alltägliche MINT-Lerngelegenheiten erkennen und die Kinder im Alltag pädagogisch gut begleiten können. Dieses Wissen geben sie an das Team weiter. Die Tandems erhalten zudem Anregungen zur Begleitung von Veränderungsprozessen in ihren Kitas, um diese gemeinsam mit ihren Teams anzustoßen. Während der gesamten Programmlaufzeit unterstützt eine Prozessbegleitung die teilnehmenden Kitas dabei, ihre eigene Vision einer entdeckenden und forschenden Kita zu entwickeln und zu verwirklichen. Schritt für Schritt begleitet die Prozessbegleitung jedes Team bei ihrem individuellen Veränderungsprozess – von der Bestandsaufnahme über die Planung bis hin zur Umsetzung von Maßnahmen.


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Jetzt habe ich das Gefühl: Ich muss viel weniger machen, darf zurücktreten und entdecken, was in den Kindern drinsteckt, und es mit ihnen rauskitzeln.
(Björn Wöhrmann, Erzieher aus Oerlinghausen)

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„KiQ“-Projektleiterin Irina Bitter zieht eine positive Bilanz: „Vom Erkennen und Aufgreifen von MINT-Anlässen im Kita-Alltag über sichtbare Veränderungen der Haltung zum Entdecken und Forschen: Es ist schön und gleichzeitig beeindruckend zu sehen, was die teilnehmenden Fach- und Leitungskräfte während der Modellphase mit uns erarbeitet und gelernt haben – und das trotz der schwierigen Umstände in der Pandemie!“ Viele Teilnehmende betonten zum Ende der Modellphase gar, dass ihnen der alltagsintegrierte "KiQ"-Ansatz Stress nahm und der regelmäßige kollegiale Austausch während der Pandemie Halt gab.

Erste Evaluationsergebnisse bestätigen Wirksamkeit des neuen Kita-Programms

Sämtliche Studienergebnisse rund um die Modellphase des neuen Programms "KiQ – gemeinsam für Kita-Qualität" werden voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2023 im Rahmen einer wissenschaftlichen Schriftenreihe von der Stiftung veröffentlicht.

Neben den Abschlusspräsentationen des ersten "KiQ"-Jahrgangs 2020-2022 und den persönlichen Feedbacks auf den regionalen Reflexionstreffen bestätigen auch erste Ergebnisse einer Längsschnittstudie (Befragung der teilnehmenden pädagogischen Fach- und Leitungskräfte zu drei unterschiedlichen Zeitpunkten im Programm), dass die Teilnahme am "KiQ"-Programm positive Effekte auf alle drei adressierten Ebenen hat: Tandem/Team, Einrichtung und Kinder. So sagte die große Mehrheit der Befragten etwa, dass sich die Kinder seit ihrer Programmteilnahme (noch) neugieriger, wissbegieriger und aufgeschlossener zeigten und ihre eigenen Beobachtungen und Interessen häufiger artikulierten. Und in Bezug auf die gesamte Einrichtung zeigten sich eine bewusstere und alltagsintegriertere Gestaltung des Entdeckens und Forschens mit den Kindern sowie sichtbare Veränderungen von Kita-Räumen und zeitlichen Strukturen.

Erste Evaluationsergebnisse zur Wirksamkeit des "KiQ"-Programms [PDF]

Das neue Kita-Programm wird fortgesetzt

© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Das "KiQ"-Tandem der Sinstorfer Kinderstube aus Hamburg bei ihrer Abschlusspräsentation

Dank einer erneuten BMBF-Förderung kann die Stiftung ihr neues Programm "KiQ – gemeinsam für Kita-Qualität: Wenn Entdecken und Forschen zum Alltag werden" auch nach der Modellphase erneut kostenfrei anbieten. Zwischen 2023 und 2026 sollen sukzessive zwei neue "KiQ"-Jahrgänge in insgesamt acht ausgewählten Regionen starten. Die Regionen ersten Regionen stehen bereits fest. Im März 2023 beginnt dann die Bewerbungsphase für die vier Regionen des nächsten Jahrgangs, der im September 2023 startet.

Die bewährten Programmpfeiler werden auch in den nächsten "KiQ"-Jahrgängen erhalten bleiben. Die Stiftung nimmt die Evaluationsergebnisse zum Anlass, einzelne Module zu optimieren, neue Wahlangebote zu ergänzen und die Blended-Learning-Struktur auszubauen. Weitere Erfahrungsberichte finden Sie verlinkt auf unserer "KiQ"-Modellphase-Webseite. Alle aktuellen Informationen zum "KiQ"-Programm ab 2023 finden Sie ab sofort auf der Programmseite www.hdkf.de/kiq.

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