Direkt zur Hauptnavigation, zur Unternavigation dem Inhalt oder zum Seitenfuß

"Am liebsten baue ich Dinge, die ich gerade selber brauche"

Mats ist elf Jahre alt, geht in die vierte Klasse, kommt aus Erfurt, spielt gerne Fußball, trifft sich mit seinen Freunden und… ist ein richtiger Erfinder. Bei Jugend forscht Mittelthüringen hat der Grundschüler in diesem Jahr den ersten Platz im Bereich Technik und den Sonderpreis Erneuerbare Energien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie bekommen. Und ihm schwirren noch eine ganze Reihe weiterer Ideen für nützliche Erfindungen im Kopf herum. Den Schwung für so viel Erfindertum hat er unter anderem aus den Experimentierstunden bei Monika Hennig mitgenommen – die Ingenieurin ist Trainerin beim „Haus der kleinen Forscher“.

Foto: Stiftung Haus der kleinen Forscher
Schon im letzten Jahr tüftelte Mats für den "Tag der kleinen Forscher" an einem stromlosen Haus, in dem es niemals kalt wird.

Seit wann interessierst du dich eigentlich für das Forschen?

„Schon immer. Am liebsten baue ich Dinge, die ich gerade selbst brauche. Zum Beispiel habe ich einmal für meine Geburtstagsfeier eine Schokokuss-Wurfmaschine entwickelt. Ein anderes Mal habe ich vor einer Grillparty meiner Eltern einen Bürstenaufsatz für die Bohrmaschine zusammengeschraubt, mit der man Kartoffel abschmirgeln kann und sie so nicht zu schälen braucht. So waren fünf Kilogramm Kartoffeln in zwei Minuten fertig geschält.“
 

Hört sich spannend an. An welchen Forscherwettbewerben hast du schon teilgenommen?

„Ich habe vor ein paar Wochen am Regionalwettbewerb Jugend forscht/Schüler experimentieren teilgenommen und dort mit meinem selbstgebauten Fahrrad-Handyladegerät den ersten Platz im Bereich Technik gewonnen. Auf Landesebene bin ich dritter geworden.

Und voriges Jahr haben wir mit ein paar Schülern meiner Schule zum „Tag der kleinen Forscher“ unser Haus der Zukunft gebaut. Dazu haben wir ein Haus entwickelt, dass seinen Energiebedarf komplett selbst deckt – und zwar nur aus erneuerbaren Energien.“
 

Wie kamst du auf diese Ideen? 

„Auf die Idee mit dem Handyladegerät kam ich, da wir diesen Sommer einen dreiwöchigen Fahrradurlaub machen wollen. Unterwegs zelten wir. Um trotzdem telefonieren oder auch die Navigation an Mamas Handy nutzen zu können, habe ich mir gedacht, dass es doch toll wäre, ein Ladegerät fürs Fahrrad zu bauen. Zuerst wollte ich ein Windrad am Rad zur Stromerzeugung nutzen, das brachte allerdings nicht genug Spannung. Daher zapft mein Gerät jetzt den Strom vom Nabendynamo ab.“
 

Was passiert jetzt damit? Können wir bald Handyladegeräte fürs Fahrrad in Elektroläden kaufen? 

„Handyladegeräte fürs Fahrrad gibt es ja schon zu kaufen, aber die kosten noch ziemlich viel Geld. Die Guten mindestens 100 Euro. Aber wer sich selbst eins nachbauen möchte, kann sich unter www.fahrradzukunft.de den Grundbauplan besorgen und bekommt im Elektroladen für ca. 13 Euro die benötigten Elektroteile dazu. Das Material für mein Ladegerät, das ich noch solider und schicker gebaut habe, hat ca. 20 Euro gekostet und ist dafür absolut wetterfest sowie staub- und schlaggeschützt. Vielleicht hat so bald jeder ein eigenes Ladegerät am Fahrrad. Damit kann man ja auch Akkus, z.B. für die Taschenlampe, aufladen. Das wäre auf jeden Fall gut für die Umwelt.“
 

In der Steigerwaldschule gibt es Experimentierstunden. Was macht ihr da?

„In unseren wöchentlichen Experimentierstunden haben wir Kristalle aus Brausetabletten gezüchtet, Raketen mit Streichhölzern und Alufolie gebaut oder aus Pflanzenstoffen Tinte in unterschiedlichen Farben hergestellt. Das habe ich natürlich auch meinen Geschwistern zu Hause gezeigt. Es war meine Experimentierlehrerin, Dr. Ulrike Baur, die vorgeschlagen hat, dass ich bei Jugend forscht/Schüler experimentieren mitmachen könnte. Außerdem hat sie mich beim Bau und der Ausarbeitung der schriftlichen Arbeit unterstützt. Genauso wie unsere ehemalige Experimentierlehrerin, Monika Henning, die mir vor allem bei elektrotechnischen Fragen geholfen hat. Ohne die Hilfe von ihnen hätte ich das sicher nicht gemacht.“
 

Was würdest du gerne erfinden? Was braucht die Welt, deiner Meinung nach, unbedingt?

„Ich würde gerne eine Zahnputzmaschine bauen, die man wie ein Gebiss in den Mund schiebt und nach zwei Minuten einfach wieder rauszieht. Das Geschrubbe beim Zähneputzen nervt mich nämlich immer.“

Initiative Jungforscher Thüringen

In Kindergärten und im schulischen Bereich zielt „Jungforscher Thüringen“ auf die Integration von MINT und Forschung als festen Bestandteil in den Kindergartenalltag bzw. in den Unterricht und die schulische Nachmittagsbetreuung.

Aufbauend auf diese Aktivitäten im schulischen Bereich durch die Initiative „Thüringen – Land der kleinen Forscher“, bei der pädagogische Fach- und Lehrkräfte aus Kindergärten, Horten und Grundschulen in praxisnahen Weiterbildungen kontinuierlich in den MINT-Bereichen qualifiziert und kostenlose, hochwertige Arbeitsmaterialien zur Verfügung gestellt werden, zielen die außerschulischen Angebote auf die Interessierten- und Begabtenfindung, deren Förderung und Standortbindung.

Eine wesentliche Rolle kommt dabei dem Wettbewerb „Jugend forscht“ zu. Er ermöglicht die Findung und die Motivation von MINT-interessierten und/oder begabten Schülern, Auszubildenden, Studienanfängern über die Wettbewerbe „Schüler experimentieren“ und „Jugend forscht“.

Haus der kleinen Forscher auf FacebookHaus der kleinen Forscher auf TwitterHaus der kleinen Forscher auf Youtube