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Schopfheim, 05.05.2017

Fachtag: Wer forscht, der fragt – Wer fragt, der forscht

Warum sind Forschen und Sprechen untrennbar miteinander verbunden? Wie beeinflusse ich Kinder in ihrem Denken durch die Art meiner Fragen? Wie können wir Kinder dabei unterstützen, ihre Umwelt aktiv mitzugestalten und nachhaltig zu handeln? Rund 50 pädagogische Kita-Fachkräfte erhielten beim Fachtag des Netzwerks Südwestmetall Hochrhein, der IHK Hochrhein-Bodensee und dem Landkreis Lörrach wichtige Impulse für ihre pädagogische Arbeit. Sie diskutieren die Frage, in welchem Zusammenhang naturwissenschaftliche und sprachliche Förderung beim Forschen und Entdecken stehen. Außerdem erhielten zwei Einrichtungen für ihre gute Bildungsarbeit das Zertifikat als „Haus der kleinen Forscher“.

Nachhaltiges Handeln bei Kindern fördern, ein wichtiges Anliegen in der frühen Bildungsarbeit. © IHK Hochrhein-Bodensee

Die Kunst, Fragen zu stellen

Die Referenten Dr. Stephan Gühmann und Veronika Meiwald stellten in ihrem Vortrag die Zusammenhänge zwischen sprachlicher Bildung und Naturwissenschaften dar. Ihr Fazit: „Die Grundprinzipen der Sprachförderung und der naturwissenschaftlichen Bildung sind dieselben: es geht um Interaktion, Freude, Aufmerksamkeit.“ Denn wer neugierig ist, in seiner Neugier gefördert wird und durch Ausprobieren zu neuen Schlüssen kommt, formuliert Fragen und erklärt sich Probleme.

Wann stelle ich am besten welche Fragen? Und wie?

Die pädagogischen Fachkräfte hatten die Gelegenheit zu reflektieren, welche Rolle sie als Lernbegleiter einnehmen und wie sie Kinder mit ihrer Art zu sprechen und Fragen zu formulieren beim Denken und Handeln beeinflussen. Welche Fragen stelle ich als Lernbegleiter, um das eigenständige Denken der Kinder anzuregen? Was passiert, wenn ich Fragen auf eine bestimmte Weise formuliere? Welche Antwortmöglichkeiten ergeben sich aus den unterschiedlichen Fragetypen und wie wirken sich diese auf das Lernen der Kinder aus? Was kann dabei schiefgehen? Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für die Fragenden und die Befragten?

Dr. Gühmann gibt praktische Impulse für das Forschen in Kita, Hort und Grundschule. © IHK Hochrhein-Bodensee

Wie können wir Kinder dabei unterstützen, aktiv an der Gestaltung ihrer Welt mitzuwirken?

Rita Schwarzelühr-Sutter, Mitglied des Bundestages und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Landtagsabgeordneter Josha Frey unterstrichen in ihren Grußworten, wie wichtig es ist, die fragende Haltung von Kindern zu fördern, damit sie sich zu verantwortungsbewussten Persönlichkeiten entwickeln können, die nachhaltig handeln. Beide unterstützen daher die neuen Angebote der Stiftung im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Mit Bildung für nachhaltige Entwicklung wollen die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ und das Südwestmetall-Netzwerk Hochrhein Mädchen und Jungen darin stärken, unsere komplexe Welt mit ihren begrenzten Ressourcen zu erforschen, zu verstehen und aktiv zu gestalten. Kinder erkennen: „Mein Handeln hat Konsequenzen. Ich kann etwas tun, um die Welt ein Stück zu verbessern.“ Das Südwestmetall-Netzwerk Hochrhein ist eins von 30 BNE-Modellnetzwerken, das die neuen Bildungsangebote rund um Nachhaltigkeit noch vor offiziellem Start erprobt und in Kitas, Horte und Grundschulen bringt.

Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium. © IHK Hochrhein-Bodensee
Josha Frey, sucht- und europapolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. © IHK Hochrhein-Bodensee
Stephan Wilcken, Südwestmetall, lobte dankend das Netzwerk für ihr langjähriges Engagement in der frühen MINT-Bildung © IHK Hochrhein-Bodensee

Zertifizierung als Haus der kleinen Forscher

Ein weiterer Höhepunkt des Fachtages war die Zertifizierung von zwei Einrichtungen als „Haus der kleinen Forscher“. Der Kindergarten Kunterbunt aus Birkendorf stellte sein erfolgreich zertifizierte Projekt „Vom der Raupe zum Schmetterling“ vor, bei dem die Kinder die Entwicklung von Lebewesen und verschiedene Entwicklungsstadien beobachtetn und den Umgang mit Natur und Lebewesen reflektieren. Der Kindergarten Purzelbaum aus Ühlingen- Birkendorf erhielt das Zertifikat bereits zum dritten Mal. Teil der Bewerbung war das Forscher-Projekt „Forschen mit Wasser“, bei dem die Mädchen und Jungen Schnee, Wasser und Eis erforschten. Netzwerkkoordinatorin Monika Schmitt und Dr. Stephan Gühmann überreichten die Plaketten. „Die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte und die zertifizierten Projekte überzeugen, weil sie sich sehr an den Interessen der Kinder orientieren. Die Erzieherinnen betonten immer wieder, dass sie beim gemeinsamen Forschen mit den  Kindern selbst noch viel gelernt haben,“ sagte Gühmann anerkennend.

Über das Netzwerk

Der Verband der Metall- und Elektroindustrie e. V., Südwestmetall ist Netzwerkpartner der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ für das Südwestmetall-Netzwerk Hochrhein. Koordiniert wird das Netzwerk vor Ort durch den gemeinnützigen Bildungsträger BBQ Berufliche Bildung gGmbH.

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