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Sachsen-Anhalt

Ein "Name, der verpflichtet": 6. Zertifizierung für den Kindergarten "EINSTEIN" aus Halle

Im Jahr 2008 wurde der Kindergarten "EINSTEIN" aus Halle zum ersten Mal zertifiziert. Seitdem haben die Erwachsenen und die Kinder mit dem Forschen nicht mehr aufgehört und feiern nun ihre sechste Zertifizierung - als erste Einrichtung bundesweit. In den zehn Jahren als "Haus der kleinen Forscher" habe sich viel getan, erzählt Leiterin Kerstin Schneider.

Kinder und Erzieherinnen freuen sich über die 6. Zertifizierung zum "Haus der kleinen Forscher"
Große Freude bei den Kleinsten zur 6. Zertifizierung! © Christine Hertel

Ihr Kindergarten ist die erste Einrichtung bundesweit, die jetzt zum 6. Mal vom "Haus der kleinen Forscher" zertifiziert wird. Herzlichen Glückwunsch! Wie kam es dazu?

Unter der 5. Plakette, die die Kinder selbst abmontierten, hing noch die allererste.

Kerstin Schneider: "Während wir unser Qualitätsmanagementsystems 'Kita Frühling' erarbeiteten, wurden wir auf die Initiative 'Haus der kleinen Forscher' aufmerksam. Gerade das Thema Technik löste bei den Erzieherinnen bislang Unsicherheiten aus und der Wunsch nach Unterstützung war groß. Im Jahr 2007 fand der erste Workshop statt.

Eine Mitarbeiterin, die sich auf diesem Gebiet schon sehr engagierte, nahm an dieser Fortbildung teil. Als sie begeistert und voller Tatendrang zurück kam und intensiv berichtete, war es um uns geschehen. Im Jahr 2008 wurden wir dann zum ersten Mal und als zweite Einrichtung in gesamt Sachsen-Anhalt zertifiziert. Nicht nur unsere Kinder haben sich riesig gefreut, auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren stolz."

Wieso ist es Ihnen wichtig, dass Ihr Kindergarten ein zertifiziertes "Haus der kleinen Forscher" ist und welche Entwicklungen haben Sie bei den Pädagoginnen und Pädagogen beobachtet?

Kerstin Schneider: "Wenn ich zurückblicke, hat sich in den weiteren zehn Jahren in unserem Haus viel verändert. Begonnen hat es mit einem kleinen Labor für fünf bis sechs Kinder. Aufgrund des großen Interesses mussten wir sogar Zeiten bestimmen, wer wann forschen darf, was all unseren Vorstellungen widersprach. Mittlerweile arbeiten wir offen in Anlehnung an den Situationsansatz.

Die Sichtweisen der pädagogischen Fachkräfte haben sich verändert und das Forschen, Experimentieren, Tüfteln, Probieren durchstreift unser ganzes Haus. Kinder finden in den mit ihnen eingerichteten Themenräumen mit integrierten Lernwerkstätten frei zugängliche Materialien, Mitarbeiter die beobachten, zuhören, abwarten, aushalten und den Kindern die Zeit schenken, welche sie für die Umsetzung ihrer Themen und Inhalte benötigen.

Haben Hühner einen Bauchnabel?

Die Pädagoginnen und Pädagogen sind offener, untereinander kommunikativer, lassen zu, lernen von und mit den Kindern und profitieren von den Stärken des anderen. Sie gehen gemeinsam den Fragen auf den Grund und hinterfragen das Handeln der Kinder. Im Laufe der Zeit, galt es viele Antworten zu finden. Zum Beispiel: 'Haben Hühner einen Bauchnabel?' oder 'Wo macht der Astronaut Pipi?' Wir sind gespannt, welche Fragen und Themen unseren Kindern zukünftig wichtig sind."

Kinder und pädagogische Fachkräfte wechseln ja durchaus von Jahr zu Jahr. Wie haben Sie es geschafft, dass Sie alle zusammen am Ball geblieben sind?

Kitaleiterin Kerstin Schneider

Kerstin Schneider: "Für Mitarbeiter, die neu in unser Team kommen, ist es jedes Mal eine große Herausforderung und bedarf einer positiven Grundhaltung. Jedes Jahr wird eine Weiterbildung für das gesamte Team aus dem Angebot der Initiative organisiert, so werden auch hinzukommende Mitarbeiter gut eingebunden. Zudem besuchen einzelne Mitarbeiter laufende Workshops, aber auch Fortbildung anderer Anbieter. Wir sind und bleiben ein 'Haus der kleinen Forscher', der Name 'Einstein' verpflichtet!"

Wie werden Sie die Zertifizierung feiern? Haben Sie etwas Besonderes vor?

Das Wichtigste ist, den Kindern zuzuschauen, mitzumachen und sich begeistern zu lassen

Kerstin Schneider: "Am 3. Mai erhalten wir nun zum 6. Mal die Auszeichnung zum 'Haus der kleinen Forscher'. Alle sind schon sehr aufgeregt und haben sich etwas Besonderes ausgedacht. So empfangen Kinderkellner unsere Gäste mit einer selbst zubereiten Erfrischung, Kinderreporter und Fotografen zeigen unser Haus, berichten von dem, was uns momentan beschäftigt und führen die Besucher durch eine Ausstellung, in der Materialien und Ergebnisse vom Projekt Forschergeist zu sehen sind. Die festliche Übergabe wird mit selbst gebackenen Kuchen und unserem Chor 'Die Pfuhlspatzen' abgerundet."

Welche Tipps und Anregungen würden Sie anderen Kitas mitgeben?

Kerstin Schneider: "Das Wichtigste ist, den Kindern zuzuschauen, mitzumachen und sich begeistern zu lassen. Man darf dabei vor allem nicht den Mut verlieren! Es ist ein Lernprozess, sowohl für die pädagogischen Fachkräfte, als auch für die Kinder. Dabei ist auch die interne Kommunikation sehr entscheidend. Ein regelmäßiger Austausch im Team ist sehr hilfreich, um die Kinder optimal zu unterstützen, Themen und Interessen herauszufinden und den Materialbedarf zu klären."

Zertifizierung als "Haus der kleinen Forscher"

Kitas, Horte und Grundschulen, die nach dem pädagogischen Ansatz der Stiftung regelmäßig mit Kindern auf Entdeckungsreisen gehen, können sich um die Zertifizierung als "Haus der kleinen Forscher" bewerben. Eine erfolgreiche Zertifizierung gilt für zwei Jahre, danach können Sie sich folgezertifizieren lassen.

Welche fünf Schritte dafür notwendig sind, erfahren Sie hier.

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