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Moderne Energiebildung im Grundschulunterricht

Produktidee steht fest: Lehrkräfte entwickeln digitales Lernangebot für Grundschüler

Mit Hilfe von Design-Thinking-Methoden haben 22 Grundschullehrkräfte aus Berlin und Niedersachsen in der "Digitalwerkstatt Energie" sechs digitale Lernangebote entworfen, mit denen sich Kinder ab der 3. Klasse spielerisch das Themenfeld "Strom und Energie" erarbeiten können. Gemeinsam mit den Projektinitiatoren fiel am 14. Februar die Entscheidung, welches Produkt bis Ende 2020 bis zur Marktreife entwickelt wird.

Gruppenfoto Teilnehmende der "Digitalwerkstatt Energie" der Stiftung Haus der kleinen Forscher
© Catrin Wolf / Stiftung Haus der kleinen Forscher
Stuhlkreis am Entscheidungstag: 22 Lehrkräfte haben in der "Digitalwerkstatt Energie" digitales Unterrichtsmaterial für die Grundschule entwickelt, mit der Kinder spielerisch mehr über Energie und Energiewende lernen können.
© Catrin Wolf / Stiftung Haus der kleinen Forscher
Anne Lehmann, Projektleiterin bei der Stiftung "Haus der kleinen Forscher"
© Catrin Wolf / Stiftung Haus der kleinen Forscher
Präsentation der Prototypen in der "Digitalwerkstatt Energie" in Berlin
© Catrin Wolf / Stiftung Haus der kleinen Forscher
Lehrerinnen beim entwickeln ihrer Produktidee. Im Hintergrund: Stellwände mit Zwischenergebnissen.
© Catrin Wolf / Stiftung Haus der kleinen Forscher
Modell eines Prototyps für ein Spiel zur Energibildung in der Grundschule
© Catrin Wolf / Stiftung Haus der kleinen Forscher
Konsenslotsin Adela Mahling steht vor Flipchart und redet. Auf dem Flipchart zu lesen: Bewertungshilfe für Lehrkräfte und die Stiftung, mit Unterpunkten
© Catrin Wolf / Stiftung Haus der kleinen Forscher
Zwei Frauen bei Präsentation ihrer Produktidee
© Catrin Wolf / Stiftung Haus der kleinen Forscher
Drei Grundschullehrer*innen präsentieren ihre Produktidee
© Catrin Wolf / Stiftung Haus der kleinen Forscher
Gebasteltes Modell einer Produktidee
© Catrin Wolf / Stiftung Haus der kleinen Forscher
Michael Fritz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung "Haus der kleinen Forscher", und Kirsten Dieterich von der innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft.
© Catrin Wolf / Stiftung Haus der kleinen Forscher
Zwei Grundschullehrer am Laptop
© Catrin Wolf / Stiftung Haus der kleinen Forscher
Ein Lehrerteam aus Berlin präsentiert ihre Produktidee "Interaktives Lexikon".
© Catrin Wolf / Stiftung Haus der kleinen Forscher
Lehrerteam präsentiert ihre Spielidee "Fossile Kleinstadt"
© Catrin Wolf / Stiftung Haus der kleinen Forscher
Bunte Notizzettel als Teil einer Prototypen-Präsentation
© Catrin Wolf / Stiftung Haus der kleinen Forscher
Gebastelte Prototypen von Grundschullehrkräften: In zwei Design-Thinking-Workshops entstanden neue digitale Unterrichtstools
Systemisches Konsensieren geht auch mit Gesten: Abstimmungsszene vom Event "Digitalwerkstatt Energie – die Entscheidung" in Berlin, wo Lehrkräfte ihre entwickelten digitalen Unterrichtsideen präsentierten.
© Catrin Wolf / Stiftung Haus der kleinen Forscher

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Bei der Entscheidung erprobte das "Digital Lab"-Team der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" eine neue Methode mit den Lehrerinnen und Lehrern: das systemische Konsensieren. Entgegen der üblichen Vorgehensweise, sich für die Produktidee zu entscheiden, die die Mehrheit favorisiert, 'gewinnt' hier die Idee, die am wenigsten Widerstände bei den Beteiligten hervorruft. Hier lagen gleich zwei Produktideen vorne – beide entwickelt von Teams aus der "Digitalwerkstatt Energie" in Hannover.

Zwei Produktideen werden kombiniert

Produktidee 1: "Stromzimmer"
Die erste Produktidee ist ein virtuelles Raumkonzept, in dem sich die Grundschulkinder von Raum zu Raum vorarbeiten und darin verschiedene Themengebiete wie "Energie und Geschichte" oder den Stromkreislauf erforschen. Sie haben die Möglichkeit, ihre Ergebnisse zu präsentieren, sich auszutauschen oder eine Reise in die Vergangenheit zu unternehmen, um zu schauen, wie die Welt ohne oder mit nur wenig Strom aussah. Außerdem können sie ein eigenes Quiz zum Thema Strom erstellen und mit Mitschülerinnen und -schülern teilen.

Produktidee 2: "Forschungslabor bei Nacht"
Die zweite Produktidee knüpft an ein klassisches Kartensammelspiel an: Die Schülerinnen und Schüler können digital Bilder sammeln und diese untereinander tauschen. Dabei nehmen sie beispielsweise selbst Fotos von Energieträgern auf, laden diese in ihren Ordner, erhalten dazu Hintergrundinformationen und können dies dann mit ihren Freunden und Mitschülern teilen oder tauschen.

Nun gilt es, beide Produktideen konzeptionell zu verknüpfen und weiter auszuarbeiten. Dazu lädt die Stiftung die Projektteilnehmenden im April 2020 zu einem letzten Workshop nach Berlin ein. Hier sollen die Produktanforderungen präzisiert werden, gemeinsam mit einer Digitalagentur. Steht das Feinkonzept, beginnt die Digitalagentur ab Mai mit der technischen Entwicklung von testbaren digitalen Prototypen, die sukzessive mit Inhalten 'gefüttert' werden. Im September beginnt dann die 'Feuerprobe': Mehrere Grundschulklassen werden die neue App und passendes wahrscheinlich nicht-digitales Zusatzmaterial auf Herz und Nieren testen und Verbesserungsvorschläge machen.

Ko-Kreation kommt gut bei Grundschullehrkräften an

Viele der Lehrerinnen und Lehrer, die an einem der sechs Produktentwicklungen mitgewirkt haben, wollen nun weiter dabei bleiben – sei es bei der inhaltlichen Entwicklung der App oder bei der Testphase mit ihren Grundschulklassen. Ungeachtet dessen, ob es die eigene Produktidee ist, die feinkonzipiert wird oder nicht. "Für mich gilt: Der Weg ist das Ziel", so ein Grundschullehrer und stellvertretender Rektor einer Berliner Schule, der bei der "Digitalwerkstatt Energie" dabei war. Und eine Teilnehmerin aus Niedersachsen fügt hinzu: "Ich bin fasziniert davon, was in so kurzer Zeit entstanden ist. Und ich bin stolz, dass man etwas mitgestalten kann, das man anschließend im Unterricht einsetzt. Diese Möglichkeit hat man nicht oft."

Projektleiterin Anne Lehmann der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" hält das Digitalwerkstatt-Angebot schon jetzt für einen großen Erfolg: "Das Feedback der Lehrerinnen und Lehrer ist selbst für uns überraschend positiv. Sie sehen das nicht nur als einmaliges Projekt, sondern auch als Fortbildung." Während des Labs lernten die Teilnehmenden neue Arbeitsmethoden kennen, die einige nun auch in ihre Arbeit mit den Schülern oder im Kollegium integrieren möchten. „Die Lehrkräfte fühlten sich bei uns sehr wohl. Ihnen wurde hier die Rolle von Experten zuteil und man schätzte ihre Arbeit, ihre Ideen und vor allem ihr Engagement“, erklärt Lehmann die Begeisterung. "Solche Wertschätzung erfährt dieser Berufsstand heute viel zu selten."

Über das Projekt

Mit ihrem Projekt "Digitalwerkstatt Energie" erprobt die Stiftung "Haus der kleinen Forscher" in ihrem Digital Lab, wie konsequentes ko-kreatives Arbeiten mit Grundschullehrkräften die Entwicklung von pädagogischen Unterrichtsprodukten bereichert und welche Lerneffekte es bei den Mitwirkenden gibt. Das experimentell angelegte Fortbildungsangebot wurde an zwei Standorten mit jeweils 12 Plätzen angeboten. Ein kleines Stiftungsteam unterstützte die Teilnehmenden mit "Design Thinking"-Workshops, Anregungen und der erforderlichen Infrastruktur.

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