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Im Dialog mit der Politik

Ein perfektes Paar: MINT-Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Die Bundespolitik hält große Stücke auf das Bildungsprogramm der Stiftung "Haus der kleinen Forscher". Dies zeigte sich einmal mehr bei einem Gespräch mit zwölf Abgeordneten am 4. März 2020 im Deutschen Bundestag. Hierzu waren als Experten eingeladen: Michael Fritz, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, sowie Prof. Heike Molitor von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HnEE).

"Haus der kleinen Forscher" zum Gespräch im Deutschen Bundestag

Acht Personen sitzen am Runden Tisch im Bundestag, darüber eine große Präsentationsleinwand
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Vertreterinnen und Vertreter der Stiftung und Abgeordnete im Bundestag; dritte von links: Prof. Heike Molitor, HNE Eberswalde

Berlin, 4. März 2020. Wälder sind Orte, an denen Kinder spielen, entdecken und forschen können. Zugleich sind sie Lebensräume für Tiere, Erholungsräume für Spaziergänger und wirtschaftlich genutzte Flächen, auf denen Holz angebaut werden kann. Nicht immer sind diese Nutzungen miteinander vereinbar. Die Kombination von MINT-Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) hilft, solche Konflikte zu verstehen und zu lösen. Dies war der Tenor eines Gesprächs im Deutschen Bundestag, zu dem Prof. Dr. Heike Molitor von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und Michael Fritz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung "Haus der kleinen Forscher", am 4. März 2020 von Ernst Dieter Rossmann, dem Vorsitzenden des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung eingeladen worden waren.

Zukunftskompetenzen und Nachhaltigkeit

Prof. Molitor erläuterte, dass ein Ziel von BNE der Perspektivwechsel sei, um die Lebenswelten Anderer zu verstehen und konstruktive Auseinandersetzungen führen zu können. Wer das kann, landet schnell bei der Frage, was eigentlich gerecht ist und lernt, Widerspruch auszuhalten und nach Kompromissen zu suchen. Michael Fritz ergänzte: Genau diese Fähigkeiten werden für eine globale Gesellschaft immer wichtiger. In der pädagogischen Fachwelt spricht man oft von den “4K-Kompetenzen“: Kreativität, Kollaboration, Kommunikation und kritisches Denken. Beispielhaft zeigt sich dies am Kampf gegen den Klimawandel. Um hier Lösungen zu finden, braucht es Menschen, die fähig sind,

  • mit Fachleuten anderer Disziplinen zusammenzuarbeiten (Kollaboration)
  • Lösungen zu finden, die es heute noch nicht gibt (Kreativität),
  • über ihre Erkenntnisse mit Fachleuten und mit Laien reden zu können (Kommunikation)
  • und die keinen einfachen Parolen folgen (kritisches Denken).

Umweltfragen, aber auch viele andere Problemstellungen, hängen eng mit Verteilungs- und Gerechtigkeitsfragen zusammen. Letztere lernen Kinder schon früh kennen – so etwa bei alltäglichen Diskussionen: Wer soll wie viele Bonbons bekommen? Welche Mannschaft darf wie lange auf den Fußballplatz?

Erdbeeren im Winter – eine Lerngelegenheit

Bei vielen dieser Fragen liegt der MINT-Bezug nahe. Michael Fritz berichtete von einer Kita, in der zum Nachtisch Erdbeeren serviert wurden – mitten im Winter. Ein Kind erinnerte sich, dass diese doch eigentlich im Sommer wachsen und wollte wissen, woher die Erdbeeren um diese Jahreszeit kommen. Die Fachkräfte der Einrichtung griffen diese Frage als Lerngelegenheit auf, beschäftigten sich gemeinsam mit den Kindern mit dem Wachstum von Pflanzen und verfolgten den Weg der Früchte zurück. In der Küche lernten die Kinder, dass Erdbeeren im Winter aus Peru geliefert werden. Weil das nicht nachhaltig ist, änderte die Kita ihren Speiseplan hin zu einem saisonalen Obstangebot.

Dies zeigt: Entdeckend-forschendes Lernen und verantwortungsvolles Handeln im Sinne der Nachhaltigkeit lassen sich ausgezeichnet verbinden. Es zeigt außerdem, dass Kitas im Leben der Mädchen und Jungen eine Vorbildfunktion einnehmen. Deshalb richten sich die BNE-Fortbildungen der Stiftung auch an Kita-Leitungen, die ihre Einrichtungen als Ganze im Blick haben und darin nachhaltiges Denken und Handeln etablieren können. Dass sich die Leitungskräfte mehr solcher Angebote wünschen, wissen wir aus einer kürzlich durchgeführten Telefonbefragung.

Breite Unterstützung aus der Politik

In der Diskussion mit den Abgeordneten aus allen Fraktionen stieß die Kombination von MINT-Bildung und BNE auf eine sehr positive Resonanz. Die Stiftung, so die einhellige Meinung der anwesenden Mitglieder des Deutschen Bundestages, nehme sich damit eines zentralen Zukunftsthemas an und leiste hier herausragende Arbeit. Die Abgeordneten waren sich einig, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem "Haus der kleinen Forscher" ein Leuchtturmprojekt des Bundes in der frühen Bildung finanziert, das eine dauerhafte Förderung verdient. Hierfür stellten die Parlamentarier aller Fraktionen ihre ungeteilte Unterstützung in Aussicht.

Bildungsinitiative mit Vision

Erfahren Sie hier, wofür sich die gemeinnützige Stiftung "Haus der kleinen Forscher" bundesweit einsetzt:

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