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10. Plenum Frühpädagogik in Bonn

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) stärkt Kitas, Kinder und Kommune

Am 3. September 2021 fand das 10. Plenum Frühpädagogik zum Thema "Nachhaltige Kitas für starke Kommunen: Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als Motor für mehr Lebensqualität" statt. Auf Einladung der Stiftung "Haus der kleinen Forscher", FRÖBEL und des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB) kamen rund 250 Vertreterinnen und Vertreter aus der frühen Bildung, Politik, Verwaltung und Organisationen im ehemaligen Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Bonn zusammen.

© Boris Breuer/ FRÖBEL e.V.
Plenarsaal in Bonn gefüllt mit Menschen
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
© Boris Breuer/ FRÖBEL e.V.
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Mann und Frau am Rednerpult
© Boris Breuer/ FRÖBEL e.V.
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Den Stellenwert nachhaltiger, früher Bildung für Kommunen vor Ort würdigten Dr. Joachim Stamp, Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen sowie Bonns Oberbürgermeisterin, Katja Dörner, in ihren Eröffnungsreden. „Nachhaltigkeit ist ein Grundprinzip globalen Lernens“, so Stamp. „Je früher Kinder an die kommenden Verantwortungen herangeführt werden, desto besser können sie damit umgehen. BNE kann dafür einen entscheidenden Beitrag leisten.“ Auch Dörner misst der Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, eine besondere Bedeutung bei: „Es geht darum, Kinder […] vor den Folgen des Klimawandels zu schützen.“

Grundstein legen: Gut vorbereitete Fachkräfte in Kitas sind erste Voraussetzung

Wie Kinder früh verantwortungsvolles Handeln lernen, diskutierten anschließend Michael Fritz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" und FRÖBEL-Geschäftsführer Stefan Spieker. Beide sind sich einig, dass Kinder sich selbst zunächst als selbstwirksam erleben müssen, um verantwortungsvoll Entscheidungen zu treffen. „Umso eher Kinder Selbstwirksamkeit erleben, umso stärker werden sie“, so Spieker. Dafür brauche es vor allem qualifizierte Fachkräfte, die Kinder in der Entwicklung dieser Kompetenzen unterstützen. „Starke Fachkräfte sind eine wesentliche Voraussetzung für starke Kinder“, betonte Fritz. „Organisationsentwicklung ist die Basis von Qualitätsentwicklung, die wir brauchen, um Fachkräfte in der täglichen Arbeit zu stärken.“ Die Kita als qualitätsgesicherte Organisation sieht Fritz als Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung von Kommunen: „In den Kitas wird mit den Kindern der Grundstein für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft und damit auch für die Kommunen vor Ort gelegt.“

Befürwortung für die Qualifizierung von Kitas und Fachkräften gab es auch aus dem Publikum. Eine Kita-Fachkraft aus Hamburg fügte dem Talk hinzu: „MINT-Fortbildungen sind für uns Fachkräfte zentral, um die Kinder gut im Alltag beim Entdecken und Forschen zu begleiten“. Die Stiftung "Haus der kleinen Forscher" als Förderin früher MINT-Bildung für nachhaltige Entwicklung unterstützt die Fach-, Lehr- und Leitungskräfte mit einem vielfältigen Weiterbildungsangebot. Dazu gehören auch BNE-Fortbildungen – die neusten zum Thema "Konsum umdenken", bei dem Nachhaltigkeit im Alltag mit Kindern spielerisch entdeckt wird.

Lehr- und Lernorte nachhaltig verändern

Viele Impulsgebende forderten bessere bildungspolitische Rahmenbedingungen, um Kinder zu aktiven Gestalterinnen und Gestaltern ihrer Gesellschaft zu machen. Nadine Thunecke von der Deutschen UNESCO Kommission erklärte: „Wenn wir Kinder befähigen wollen zu handeln, brauchen wir eine Transformation von Lehr- und Lernumgebungen sowie die Förderung von nachhaltiger Entwicklung auf lokaler Ebene.“

Mit der Frage, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung als Querschnittsaufgabe in Kitas verankert werden kann, beschäftigten sich Ute Krümmel, Stiftung Haus der Kleinen Forscher, und Susanne Schubert, innowego. Sie stellten den Referenzrahmen für die praktische Umsetzung vor, um BNE wirksam in den Kindertageseinrichtungen zu etablieren.

Susanne Schubert von Innowego – Forum Bildung & Nachhaltigkeit eG nahm die Träger in die Pflicht. Es sei ihre Aufgabe „zu prüfen, dass Kitas Ressourcen haben, BNE vor Ort umzusetzen“. Dabei dürfe BNE nicht als "add-on" betrachtet werden. „Vielmehr muss sie integrierter Bestandteil einer frühen Bildung sein und in die kontinuierliche Qualitätsentwicklung einfließen. Bildungsangebote sollten so gestaltet sein, dass sie den Anforderungen an BNE entsprechen“, so Ute Krümmel, die das Projekt BNE in der Stiftung leitet .

Die Stiftung folgt dem Auftrag, BNE in den Einrichtungen früher Bildung zu verankern – gemäß dem UNESCO-Weltaktionsprogramm. Das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt der Stiftung bietet ein umfangreiches Fortbildungsprogramm für Fach-, Lehr- und Leitungskräfte an, das den Einrichtungen dabei hilft, frühkindliche BNE als ganzheitliches Konzept zu verstehen und es praxisnah, wirksam und mit Freude umzusetzen.

Good-Practice: BNE als Chance für mehr Lebensqualität

In anschließenden Good-Practice-Sessions stellten mehrere Initiativen vor, wie frühe Bildung Impulse für eine nachhaltige Entwicklung in der Kommune setzt. So beeindruckte ein Vortrag über die "Zukunftsstadt 2030" Gelsenkirchen die Teilnehmenden, die es sich zum Ziel setzt, Musterstadt in Deutschland zu werden und dafür Kitas, Schulen und die Zivilgesellschaft vor Ort am Prozess teilhaben lässt. Michael Godau skizzierte beispielhaft das Projekt "Quartiersentdecker". Hierbei werden Kinder in die Stadtplanung mit eingebunden und so entstand bereits ein Park für Kinder und Familien, der zum gemeinsamen Entdecken und Forschen anregt – mit Werkzeugcontainer und Forschermaterialien sowie Flächen zum Anbau von Gemüse und vielem mehr. Der Park ist „ein Ort der Begegnung […] und wird von allen Anwohnern vor Ort gepflegt und stetig weiterentwickelt“, beschreibt Godau das Vorhaben und ergänzt: „Das Projekt Quartiersentdecker zeigt, wie Kitas, Schulen und Kommunen gemeinsam den Grundstein für eine nachhaltige Entwicklung vor Ort für mehr Lebensqualität legen.“

Weichen müssen jetzt gestellt werden

Fazit: An vorbildhaften Projekten und Ideen, Kitas und Kommunen nachhaltiger zu gestalten, mangelt es keineswegs. Das Know-How aufseiten vieler Organisationen und Initiativen ist vorhanden, das Engagement der Kitas hoch – ebenso wie der Wunsch der Träger, BNE langfristig in den Einrichtungen zu verankern. Es ist an der Politik, hier die nötigen Weichen zu stellen, um Nachhaltigkeit in den Bildungsplänen zu verankern und zu gewährleisten, dass Kitas die nötigen Ressourcen erhalten, um Kinder auf eine Zukunft vorzubereiten, in der der Umgang mit Veränderung eine ihrer wichtigsten Kompetenzen sein wird.

Kitaleitungen und deren Teams regional unterstützen

Zwei Kitaleiterinnen erfinden ein Spiel aus Kieselsteinen

Mit BNE-Fortbildungen in den Regionen und zusätzlich kostenfreien Onlinekursen und Webinaren unterstützen wir Kita-Teams ganz praktisch und alltagsnah bei BNE, demnächst noch verstärkt durch Inhouse-Fortbildungen direkt in den Kitas.

BNE-Angebote "Haus der kleinen Forscher"