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Thüringen

Kameras an! Ton aus! Und los geht‘s

"Das war überraschend praktisch!" Derart positiv fiel das Fazit der acht Erzieherinnen nach ihrer Inhouse-Online-Fortbildung zu "Akustik – Klänge und Geräusche" aus. Mit Eimern, Murmeln, Gummibändern und Co. schickte Trainerin Christine Schöppe die Pädagoginnen aus Sonneberg in Thüringen immer wieder weg vom Computer – hin zum gemeinsamen Entdecken, Forschen und den damit verbundenen, spannenden Aha-Momenten.

Eine Erzieherin hält sich ein Papprohr ans Ohr.
© Stiftung für Innovation und Forschung Thüringen ( STIFT)
Wie hört sich die Welt durch ein Papprohr an?

Eine Online-Fortbildung? Das hört sich nach viel Zeit am Bildschirm und viel Theorie an. Aber na gut, die acht Erzieherinnen wollten das "Haus der kleinen Forscher" kennen lernen – digital. Sie hatten gerade vier Rechner von ihrem Träger bekommen und wollten die Möglichkeit nutzen und sich gemeinsam neue Ideen und Inspiration für ihren Kita-Alltag holen. Daher hatten sie für das komplette Team eine Inhouse-Online-Fortbildung  beim regionalen Netzwerkpartner vom "Haus der kleinen Forscher", der Stiftung für Innovation und Forschung Thüringen (STIFT), gebucht.

Die STIFT hatte Ende 2020/Anfang 2021 als einer von 16 Netzwerkpartnern der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" ausgetestet, ob die für Präsenzformate entwickelten Fortbildungen auch digital die gewohnte "Haus der kleinen Forscher"-Qualität vermitteln. Das Ergebnis: Ja, das funktioniert. Sehr gut sogar. Denn die teilnehmenden Pädagoginnen und Pädagogen waren durchweg begeistert von dieser Art der Fortbildung, da das digitale Format einige Vorteile bietet.

Online bedeutet auch räumliche Ungebundenheit

Ein ganz wichtiger Vorteil ist die räumliche Ungebundenheit aller Teilnehmenden: Das achtköpfige Team der Kita "Schnatterschnabel" saß verteilt auf verschiedene Räume und Rechner in Sonneberg, gut zwei Autostunden von Erfurt entfernt, wo der Hauptsitz der STIFT liegt und die Fortbildungen vom "Haus der kleinen Forscher" in der Regel angeboten werden. Bislang war die Anreise einfach ein zu großer zeitlicher Aufwand für eine Fortbildung.

"Auf einmal ist es gar nicht mehr so relevant, wo Fortbildungen gegeben werden. Das eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten", sagt Claudia Grebe begeistert. Sie ist Trainerin und Netzwerkkoordinatorin bei der STIFT und begeistert von der Möglichkeit, Fortbildungen online geben zu können. Im Vorfeld der Online-Fortbildung hatten sie und Trainerin Christine Schöppe eine Liste mit Forschungsmaterialien, die alle im Kita-Alltag zu finden sind, erstellt und an die Kita versendet: leere Joghurtbecher, Glöckchen, Rohre, Klopapierrollen, Murmeln, Steine, Bindfäden und so weiter.

Aufgaben für Trainerinnen und Trainer verlagern sich

© Stiftung für Innovation und Forschung Thüringen (STIFT)
Im Vorfeld erhielten die Erzieherinnen eine Materialliste und gestalteten ihre Forschertische selbst.

"Dabei ist es trotzdem wichtig zu schauen, dass diese Liste nicht zu lang wird", sagt Christine Schöppe. Im Vergleich zu den Präsenz-Fortbildungen ist das eine Arbeitserleichterung für die Fortbildnerin, denn normalerweise bringt sie zahlreiche Materialien in Kisten mit, arrangiert Forschertische, erstellt Flipcharts und dokumentiert die Ergebnisse.

Alle diese Aufgaben, da sind sich Claudia Grebe und Christine Schöppe einig, werden durch das Online-Angebot erleichtert. "Wenn ich die Teilnehmenden an die Tische zum Entdecken und Forschen in ihre Räumen schicke, bitte ich sie gleich, Bilder von sich und ihren 'Forschungsarbeiten‘ zu machen und sie mir direkt zu schicken. So sammele ich bereits während der Fortbildung Bilder für die Dokumentation und dann können wir gemeinsam darüber sprechen, was sie herausgefunden haben und wie sie vorgegangen sind."

Das Frühstück als Klang-Collage

Ganzkörperportrait Christine Schöppe
© Christine Schöppe
Christine Schöppe ist Umweltpädagogin und leitet als Trainerin bei der STIFT die Fortbildungen vom "Haus der kleinen Forscher".

Dann hieß es: Kameras an, Ton aus – auch, wenn es eigentlich um Klänge und Geräusche ging. Aber da die Pädagoginnen in mehreren Räumen forschten und entdeckten, wäre das wohl eine ganz schöne Kakofonie für Christine Schöppe geworden. Also lieber: zuschauen und sehen, was die Pädagoginnen entdecken; sehen, wie sie Eimer, Gummibänder und Glocken zusammen nutzen, um es klingen, scheppern oder rauschen zu lassen. So hatten sich die Pädagoginnen daran gemacht, das Kita-Frühstück akustisch nachzustellen und präsentierten später eine bunte Klang-Collage. "Die Teilnehmenden haben begeistert vom Forschen und ihren Entdeckungen erzählt; was gut für die Feinmotorik ist, wie laut die Murmeln durch den Eimer donnern und wie das gemeinsame Tun die Fantasie anregt", sagt Christine Schöppe.

Was sie jedoch im Vergleich zum Präsenz-Format vermisst, ist das Gefühl für die Gruppe, die sich gemeinsam in einem Raum aufhält und austauscht. Das Lachen vom anderen Ende des Raumes, wenn auf einmal zehn Murmeln aus dem Eimer springen, und natürlich der Smalltalk am Rande jeder Fortbildung. 

"Die neuen Möglichkeiten des Online-Formats wollen wir auf jeden Fall für uns nutzen – und das, was wir an Präsenz so lieben und schätzen, hoffentlich auch bald wieder erleben", sagt Claudia Grebe. Vielleicht treffen sie die Erzieherinnen aus Sonneberg dann ja noch einmal persönlich – und ein anderes Mal wieder online. Das Schöne sei ja, die Vielzahl der Möglichkeiten und ihre positiven Aspekte und Unterschiede zu nutzen.

Inhouse-Fortbildungen in Thüringen

Sowohl für Kitas als auch für Grundschulen bietet die STIFT/Jungforscher Thüringen individuelle Inhouse-Fortbildungen an – online oder in Präsenz. Hier geht es zur Übersicht der Fortbildungen und zur Anmeldung:

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