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Statement zur PISA-Studie 2018

"Wir brauchen einen Zukunftspakt für frühe Bildung"

Laut den Ergebnissen der heute veröffentlichten PISA-Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) liegt die Kompetenz der fünfzehnjährigen Jugendlichen in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen weiterhin über dem OECD-Durchschnitt. Michael Fritz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung "Haus der kleinen Forscher", fordert den Zusammenschluss aller Akteure zur Qualitätsentwicklung in der frühen Bildung.

Michael Fritz
© Heidi Scherm/Stiftung Haus der kleinen Forscher
Michael Fritz

Berlin, 03. Dezember 2019. Zu den heute veröffentlichten Ergebnissen der PISA-Studie 2018 erklärt Michael Fritz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung "Haus der kleinen Forscher":

"PISA misst Kompetenzen, für deren Entwicklung schon früh die nötigen Weichen gestellt werden müssen. Es kann nicht genug betont werden: Gute frühe Bildung ist der Grundstein für eine erfolgreiche Bildungsbiografie aller Mädchen und Jungen und der Schlüssel, um den Herausforderungen unserer komplexen Welt erfolgreich begegnen zu können. Entscheidend hierbei ist jedoch die pädagogische Qualität, die mit der Qualifikation des pädagogischen Personals steht und fällt. Wir brauchen daher einen Zukunftspakt für frühe Bildung, der alle Akteure zusammenbringt und sie gemeinsam vereinbaren lässt, wie frühe Bildung in unserem Land ausreichend finanziert werden kann und ihre Qualität transparent und messbar wird."

Als Deutschlands größte Fortbildungsinitiative für pädagogische Fach- und Lehrkräfte in der frühen Bildung setzt sich die Stiftung "Haus der kleinen Forscher" dafür ein, dass alle Kinder schon früh die Chance bekommen, ihren eigenen Fragen nachzugehen und forschend die Welt zu entdecken. Die alltägliche Auseinandersetzung mit Themen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sowie mit Fragen der Nachhaltigkeit fördert Neugier, Lern- und Denkfreude der Mädchen und Jungen. Dazu bedarf es jedoch einer umfangreichen Qualitätsentwicklung in den Bildungseinrichtungen und eines Zusammenschlusses aller Akteure aus Bildung, Politik und Gesellschaft.

Gute frühe MINT-Bildung für eine nachhaltige Entwicklung macht Kinder stark für die Zukunft

Viele Kinder sind um einen Tisch versammelt und forschen
© Christoph Wehrer/Stiftung "Haus der kleinen Forscher"
"Gute frühe Bildung ist der Grundstein für eine erfolgreiche Bildungsbiografie aller Mädchen und Jungen." Michael Fritz

Das Entdecken und Forschen zu naturwissenschaftlich-technischen Fragestellungen fördert wichtige Kompetenzen, die laut dem OECD-Rahmenmodell für zukunftsfähiges Lernen relevant sind:

  • Kinder, die entdecken und forschen, formulieren Fragen und erschließen sich dadurch Zusammenhänge selbständig oder kollaborativ. Dies fördert zugleich die Sprachbildung.
  • Auf der Suche nach validen Antworten entwickeln Kinder eine kritische Haltung und die Fähigkeit, Quellen und Perspektiven selbstständig zu beurteilen. Dies ist nicht zuletzt in unserer digitalisierten Welt von Relevanz, in der sich Fakten und Fehlinformationen oft nur schwer unterscheiden lassen.
  • Auf Grundlage dieses reflektierten Wissenserwerbs sind Kinder schließlich in der Lage, nachhaltige Entscheidungen zu treffen und Neues zu konstruieren.

Internationales Forum zu MINT-Bildung für eine nachhaltige Entwicklung

Im Rahmen der Fragestellung "Wie befähigen wir Kinder durch MINT-Bildung dazu, nachhaltige Gesellschaften mitzugestalten?" kommen am 5. und 6. Dezember in Berlin rund 100 Expertinnen und Experten aus 30 Ländern zusammen, darunter Vertreterinnen und Vertreter aus MINT-Bildungsinitiativen, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Der "International Dialogue on STEM Education" (IDoS) wird dabei auch ein Positionspapier verabschieden, in dem sich die anwesenden Akteure langfristig einer Etablierung der MINT-Bildung für nachhaltige Entwicklung in ihrer Bildungsarbeit verschreiben. Beim Forum, das gemeinsam von der Siemens Stiftung und der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" ausgerichtet wird, wird auch Prof. Andreas Schleicher, Direktor für Bildung und Kompetenzen bei der OECD, anwesend sein und mit Gästen und Medienvertretern über Zukunftskompetenzen des 21. Jahrhunderts sprechen.

Im Rahmen von IDoS 2019 wird es am Donnerstag, 5. Dezember 2019, 11.30 Uhr, ein Pressegespräch geben. Bei dem Gespräch in der Repräsentanz der Robert Bosch Stiftung wird neben Dr. Nathalie von Siemens und Michael Fritz für die beiden gastgebenden Stiftungen auch Prof. Andreas Schleicher, Direktor für Bildung und Kompetenzen bei der OECD, anwesend sein. Sollten Sie Interesse haben, an dem Gespräch teilzunehmen, wenden Sie sich gerne an uns.

PRESSEKONTAKT

Porträtfoto von Katharina Hanraths
© Heidi Scherm/Stiftung Haus der kleinen Forscher

Katharina Hanraths

Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit

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