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Neue Wege der Lernbegleitung:
Das Projekt Trainerakademie 2.0

Die Trainerakademie 2.0 richtet die Qualifizierung der Trainerinnen und Trainer in Zukunft neu aus: Im Mittelpunkt dieser Offensive steht ein neues Qualitätssystem für Fortbildung. Es bietet vielfältige Qualifizierungsmöglichkeiten für die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in einem kontinuierlichen Prozess von Akkreditierung bis zu regelmäßiger Re-Akkreditierung.

Foto: Birte Filmer/Stiftung "Haus der kleinen Forscher"
Neue Wege der Lernbegleitung: Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ startet Trainerakademie 2.0

Dank der Zuwendung der aqtivator gGmbH und ihres Gesellschafters, des Unternehmers Stefan Quandt, kann die Stiftung „Haus der kleinen Forscher" ihr Weiterbildungsangebot für Trainerinnen und Trainern maßgeblich verbessern. Mit dem Projekt Trainerakademie 2.0 leistet die Stiftung im MINT-Bereich damit einen Beitrag zur qualitätsorientierten Entwicklung der Lernbegleitung pädagogischer Fach- und Lehrkräfte in Kita, Hort und Grundschule.

Herzstück des Projekts: Das Qualitätssystem für Fortbildung mit Bewerbung, Akkreditierung und Re-Akkreditierung

Mit dem Qualitätssystem für Fortbildung hat die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ einen wichtigen Meilenstein des Projekts „Trainerakademie 2.0“ zur Qualitätssicherung und -entwicklung in der Bildungsinitiative erreicht. Dafür wurde der Bewerbungs- und Akkreditierungsprozess für Trainerinnen und Trainer grundlegend überarbeitet. Außerdem gibt es künftig einen regelmäßigen Re-Akkreditierungsprozess. Dadurch wird systematisch die Qualität der Fortbildungen für pädagogische Fach- und Lehrkräfte unterstützt. Denn das Qualitätssystem für Fortbildung unterstützt Trainerinnen und Trainer individueller bei ihrer Tätigkeit als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der frühen MINT-Bildung. Die Re-Akkreditierung sorgt zusätzlich für die Anerkennung ihres Engagements.

Abbildung: Prozess der Akkreditierung von Trainerinnen und Trainer ab September 2018

An der Ausgestaltung des Qualitätssystems wirkten unterschiedliche Beteiligte mit. So erhielt die Stiftung viele Rückmeldungen aus der Trainerschaft sowie den Netzwerken bei ihrer Jahrestagung im September 2017. Außerdem gaben Fokusgruppen in Berlin Feedback ebenso wie Teilnehmende an Webinaren und in Forendiskussion auf der Lernplattform Campus.

Ab 1. September 2018 gelten klar definierte Voraussetzungen für die Akkreditierung als neue Trainerin bzw. Trainer (siehe Abbildung). Bei der neu eingeführten regelmäßigen Re-Akkreditierung stimmen sich Trainerinnen und Trainer, Netzwerkkoordinationen und die Stiftung alle zwei Jahre ab, ob die Zusammenarbeit fortgesetzt wird. Kommt es danach zur Re-Akkreditierung, bescheinigt eine Urkunde den Trainerinnen und Trainern ihr Engagement in der Bildungsinitiative „Haus der kleinen Forscher“. Hiermit entspricht die Stiftung auch einem Wunsch vieler Trainerinnen und Trainer.

Das Fundament: Zieldimensionen für Trainerinnen und Trainer

Grundlage für das Qualitätssystem für Fortbildung bildet ein Modell professioneller Kompetenz für Trainerinnen und Trainer der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, das sich in diverse Zieldimensionen untergliedert (siehe Abbildung). In 2016/17 trafen sich dazu eine Gruppe wissenschaftlicher Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Fachdidaktiken, der Erwachsenenbildung und der Bildungsforschung sowie Fokusgruppen aus der Trainerpraxis. Sie diskutierten in mehreren Arbeitstreffen mit der Stiftung, was eine optimale Lernbegleitung für pädagogische Fach- und Lehrkräfte in der frühen MINT-Bildung ausmacht. Dieses Modell professioneller Kompetenz für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren umfasst Wissen und Können sowie emotionale und motivationale Faktoren, die für die Fortbildungsleitung in der frühen MINT-Bildung wichtig sind.

Weitere Wirkungsfelder der Zieldimensionen

Auch für die Qualifizierungsangebote spielten die Zieldimensionen eine große Rolle: Anhand der angestrebten Ziele lässt sich jetzt konkret beschreiben, durch welche Angebote welche Fähig- und Fertigkeiten der professionellen Kompetenz von Trainerinnen und Trainern weiterentwickelt werden können. So lassen sich bestehende ebenso wie neue Qualifizierungsangebote zielgerichtet überarbeiten, neu konzipieren und umsetzen – damit anschließend Trainerinnen und Trainer gezielt ihre Fähig- und Fertigkeiten erweitern können.

Auf diese Weise erlauben es die Zieldimensionen künftig auch den Trainerinnen und Trainern, transparenter als bisher Lernangebote abgestimmt auf den eigenen Bedarf zu nutzen. Denn die Beschreibungen der Bildungsangebote nehmen jetzt Bezug auf diese Zieldimensionen – ganz gleich, ob es sich etwa um eine Fortbildung zu einem MINT-Thema, eine Profilfortbildung zum Thema „Moderation und Methoden“ oder ein digitales Lernangebot zum Thema „Ko-konstruktive Lernbegleitung“ handelt. Dadurch können Trainerinnen und Trainer genau erkennen, in welchen Bereichen sie sich durch Fortbildung individuell entwickeln und weiter professionalisieren können.

„Kleine Forscher“-Kompass

Eine entscheidende Komponente des Qualitätssystems für Fortbildung ist der „Kleine Forscher“-Kompass. Dieses Online-Tool soll Trainerinnen und Trainern die Auswahl von Bildungsangeboten erleichtern, um sich professionell weiterzuentwickeln.
Mit dem Tool beantworten sie Wissensfragen, die zentrale Aspekte der Zieldimensionen (z.B. aus der Erwachsenenbildung) aufgreifen. Zugleich sollen diese Fragen zur Reflexion über die eigene Tätigkeit als Fortbildungsleitung im MINT-Bereich anregen. Anschließend gibt das Online-Tool den Trainerinnen und Trainern Rückmeldungen zum eigenen Wissensstand in verschiedenen Bereichen und darauf aufbauend Empfehlungen aus dem Bildungsangebot der Stiftung für ihren weiteren individuellen Lernweg. Die Trainerinnen und Trainer werden unterstützt, sich mit der eigenen Tätigkeit als Lernbegleitung in der frühen MINT-Bildung auseinanderzusetzen und sich über Möglichkeiten der professionellen Weiterentwicklung zu informieren. Deshalb gehört die Nutzung des „Kleine Forscher“-Kompass auch zu den Voraussetzungen für die Re-Akkreditierung als Trainerin oder Trainer.

Neue Qualifizierungsangebote: Entwicklung ermöglichen und erleben

Im Rahmen des Projekts „Trainerakademie 2.0“ entstanden viele neue Qualifizierungsangebote, die Trainerinnen und Trainer in ihrer Rolle als Fortbildungsleitung stärken. Hierzu gehört der Ausbau von Online-Lernangeboten. Sie bieten den Vorteil, sich räumlich und zeitlich unabhängiger weiterzubilden und sich mit anderen Trainerinnen und Trainern leichter auszutauschen. Mögliche Wissenslücken lassen sich schneller schließen und neue Impulse für die eigene Fortbildungspraxis können entstehen.  

Ganz neu im Angebot für die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ist das Videocoaching. Diese erprobte Form der Reflexion gilt als sehr wirksam und ergänzt das etablierte Hospitationsprogramm. Dabei zeichnen Trainerinnen oder Trainer Sequenzen der eigenen Fortbildung mit der Kamera auf und reflektieren diese anschließend in einem Coaching-Gespräch mit Referentinnen oder Referenten der Stiftung.

Ein weiteres neues Format sind sogenannte Profilfortbildungen, die in den Netzwerken der Bildungsinitiative vor Ort von Referentinnen oder Referenten der Stiftung durchgeführt werden. Sie unterstützen gezielt den Aufbau verschiedener erwachsenenpädagogischer Kompetenzen wie „Moderieren“, „Visualisieren“ oder „Kommunikation“. Die Netzwerkkoordinationen können am eigenen Standort für die Trainerinnen und Trainer ihres Netzwerks (und ggf. benachbarter Netzwerke) dieses Angebot organisieren. Die netzwerkinternen Profilfortbildungen stoßen auf viel Resonanz bei den Trainerinnen und Trainern. So fördern die Profilfortbildungen zugleich den Austausch innerhalb des Netzwerks und kräftigen die Bildungsinitiative vor Ort.

„Ich finde, das Videocoaching ist ein wunderbares Werkzeug zur persönlichen Weiterentwicklung und Professionalisierung. Die außerordentlich wertschätzende Rückmeldung hat mich in meiner Trainertätigkeit gestärkt. Die Selbstreflexion und die Tipps der Mitarbeiterin vom ‚Haus der kleinen Forscher‘ haben mir Selbstvertrauen gegeben und gleichzeitig angeregt, Neues auszuprobieren. Danke für den frischen Schwung!“ Lisa Peter, Trainerin

Über das Projekt Trainerakademie 2.0

Das Projekt Trainerakademie 2.0 läuft über drei Jahre von 2016 bis 2019. Es wird ermöglicht durch die Zuwendung der aqtivator gGmbH von über 2,5 Millionen Euro. Ausgangssituation für die Förderung war ein Fortbildungsprogramm für die Trainerinnen und Trainer der Stiftung, das seit 2006 vor allem durch Workshops zu MINT-Themen sowie Hospitationen geprägt war. Nach zehn Jahren Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ entstand der Plan einer Qualitätsoffensive mit dem Ziel, die Qualifizierung der Trainerinnen und Trainer neu auszurichten, um sie besser auf ihre wichtige Tätigkeit als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Stiftung vorzubereiten und kontinuierlich dabei zu unterstützen.

Qualitätsoffensive mit neuen Angeboten

Die Trainerakademie 2.0 setzt diese Qualitätsoffensive mit innovativen Maßnahmen um: Dazu gehören die Einführung eines Online-Tools zur besseren Orientierung der Trainerinnen und Trainer über ihre Entwicklung und das Angebot der Stiftung. Es werden neue, verstärkt auch digitale Qualifizierungsformate erprobt und ein Akkreditierungs- und Re-Akkreditierungsprozesses für die Trainerinnen und Trainer wird etabliert. Diese Maßnahmen sollen bis 2019 umgesetzt sein. Danach stehen die Angebote dauerhaft zur Verfügung. Die Trainerakademie 2.0 sichert somit hohe Qualität und eröffnet neue Perspektiven für Deutschlands größte Bildungsinitiative im Bereich der frühen Bildung.

Das Ziel: gute frühe Bildung für alle Kinder

Anlässlich des Beginns der Förderung, betonte Stefan Quandt: „Die Stiftung ‚Haus der kleinen Forscher‘ und die aqtivator gGmbH haben ein gemeinsames Ziel: Gute MINT-Bildung für alle Mädchen und Jungen im Kita- und Grundschulalter – unabhängig von ihrer Herkunft und dem Einkommen der Eltern. Wir freuen uns, die Stiftung bei der Entwicklung der Trainerakademie begleiten zu können. Auf die Trainerinnen und Trainer kommt es an: Sie sichern in der MINT-Pädagogik die hochwertige und qualifizierte Arbeit der Bildungsinitiative.“

Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Michael Fritz, sieht großes Potenzial in der Zusammenarbeit. „Unsere Trainerinnen und Trainer sind neben unseren Netzwerkpartnern das Gesicht des ‚Hauses der kleinen Forscher‘ vor Ort und leisten hervorragende Arbeit. Zusammen mit der aqtivator gGmbH möchten wir sie in Zukunft noch besser dabei unterstützen.“

Der Projektpartner aqtivator gGmbH fördert gemeinnützige Organisationen, die sich erfolgreich für Bildung, Integration und Chancengerechtigkeit einsetzen. aqtivator unterstützt die Professionalisierung und das Wachstum der geförderten Organisationen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Entwicklung nachhaltiger Skalierungsmodelle. Gründer und Gesellschafter von aqtivator ist der Unternehmer Stefan Quandt.

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