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Die Bedeutung exekutiver Funktionen in der frühen MINT- und kulturellen Bildung

Welche Bedeutung hat eine gute Selbstregulation von Kindern für ihren Bildungs- und Lebensweg? Können Forschen und Entdecken oder künstlerische Aktivitäten positiv zu Selbstregulation und Bildungserfolg beitragen? Welche Bedeutung kann exekutiven Funktionen und der damit verbundenen Fähigkeit zur Selbstregulation in der frühen MINT- und kulturellen Bildung zugeschrieben werden? Diesen und weiteren spannenden Fragen ist die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ gemeinsam mit 20 weiteren Experten und Expertinnen aus Wissenschaft und Praxis am 22. und 23. März 2018 in den Räumlichkeiten der Stiftung nachgegangen.

Exekutive Funktionen - Definition, Entwicklung und Förderung

Gruppenfoto vom Fachforum
© Stiftung Haus der kleinen Forscher
Teilnehmende des Fachforums, März 2018

Exekutive Funktionen, also die kognitiven Prozesse, die der Selbstregulation und zielgerichteten Handlungssteuerung von Menschen in ihrer Umwelt dienen, haben eine große Bedeutsamkeit für die Entwicklung von Kindern und im späteren Leben. Darüber waren sich die Fachleute aus den Bereichen der Entwicklungspsychologie, der kulturellen Bildung, Vertreter von Stiftungen und anderen Bildungsinstitutionen sowie der Praxis einig, nachdem Frau Prof. Sabina Pauen (Universität Heidelberg) einen Überblick über die Aufgaben und die Entwicklung exekutiver Funktionen und ihrer Zusammenhänge mit akademischen Leistungen, der sozio-emotionalen Entwicklung und späteren Erfolgen u.a. im Berufsleben gab. Im Beitrag von Prof. Claudia Roebers wurde anschließend erörtert, ob und wie exekutive Funktionen gefördert werden können, und diskutiert welche Wirkmechanismen zugrunde liegen.

Exekutive Funktionen und ihre Bedeutung in der frühen MINT- und kulturellen Bildung

Ein großer Schwerpunkt des Fachforums lag darin, sich mit den Zusammenhängen zwischen exekutiven Funktionen und den beiden Bildungsbereichen MINT- und Kulturelle Bildung auseinanderzusetzen. Hierzu gab Prof. Christian Rittelmeyer zunächst einen Überblick über die kulturelle Bildung und was darunter verstanden wird. Im Anschluss daran folgten Beiträge, die unter anderem die Verknüpfungspunkte von exekutiven Funktionen zu Bewegung, Spiel und Sport aufzeigten, wissenschaftliche Erkenntnisse über die Wirkungen beispielweise musikalischer Förderangebote auf exekutive Funktionen darlegten oder Praxisinitiativen vorstellten. Zudem ging Prof. Beate Sodian in ihrem Vortrag der Frage nach, wie sich wissenschaftliches Denken im Vorschul- und Grundschulalter entwickelt und mit exekutive Funktionen in Zusammenhang steht. Neben der Diskussion um Gelingensbedingungen zur Förderung exekutiver Funktionen und der Reflexion des aktuellen Forschungsstands wurde während des Fachforums der aktuelle Stand einer Expertise, die im Rahmen eines von der Stiftung Mercator geförderten Pilotprojektes entsteht, vorgestellt. Die Arbeitsgruppe (Prof. Sabina Pauen, Prof. Christian Rittelmeyer, Wiebke Evers und Laura Walk) trägt in ihrer Expertise den aktuellen Kenntnisstand zusammen und leitet daraus u. a. Empfehlungen für die Arbeit der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ und der Stiftung Mercator ab. Diese Überlegungen wurden im Fachforum diskutiert und Impulse daraus für die weitere Arbeit an der Expertise aufgegriffen und vertieft. Am Ende des Fachforums waren sich die Teilnehmenden darüber einig, dass eine alltagsintegrierte Förderung exekutiver Funktionen lohnenswert ist und die Bildungsbereiche MINT- und kulturelle Bildung dafür sehr gut geeignet sind. Gleichzeitig bedarf es der weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema, um die zugrundliegenden Wirkmechanismen genauer verstehen und gezielte, fördernde Bildungsangebote entwickeln zu können.

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