Direkt zur Hauptnavigation, zur Unternavigation dem Inhalt oder zum Seitenfuß

4. Sitzung des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung "Haus der kleinen Forscher"

10. Oktober 2016 (7 Beiratsmitglieder), Stiftung Haus der kleinen Forscher, Berlin

Leitung: Hans-Günther Roßbach

Die Sitzung beginnt mit einer Übersicht zu den aktuellen Aktivitäten der Stiftung durch den Vorstand Michael Fritz. Als wichtige Eckpfeiler der Stiftungsarbeit werden die überarbeitete Vision und Mission der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" vorgestellt, die beginnend in 2015 erarbeitet wurden und nun mit dem Stiftungsrat abgestimmt sind. Die damit verbundenen zwei grundsätzlichen Stiftungsziele (1) pädagogische Fach- und Lehrkräfte stärken und (2) Bildungseinrichtungen unterstützen stellen die Bedarfsorientierung in den Mittelpunkt: die Angebote werden künftig noch gezielter auf die jeweiligen Bedarfe von pädagogischen Fach- und Lehrkräften eingehen, um Bildungseinrichtungen für Kinder zwischen drei und zehn Jahren noch besser auf ihrem Weg als "Haus der kleinen Forscher" zur Seite zu stehen.

Im ersten inhaltlichen Themenschwerpunkt der Beiratssitzung gibt Karen Bartling, Teamleiterin Forschung und Entwicklung, einen Überblick zum Prozess der fachlichen Fundierung der frühen informatischen Bildung. Johannes Magenheim präsentiert als Vertreter der AG "Zieldimensionen informatischer Bildung im Elementar- und Primarbereich" die Ergebnisse der gleichnamigen Expertise. Die ausgearbeiteten Zieldimensionen für Kita- und Grundschulkinder und für pädagogische Fach- und Lehrkräfte lehnen sich an bestehende nationale und internationale Standards und Curricula zum Bildungsbereich Informatik an und wurden den Besonderheiten der (früh)kindlichen Altersgruppen angepasst. Dies stellt eine Pionierleistung der Expertengruppe dar, da die Didaktik der informatischen Bildung bisher erst Kinder ab der Sekundarstufe in den Blick nahm. Die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats würdigen ausdrücklich die Ausarbeitungen der AG, sie befürworten zudem eine noch stärkere Differenzierung von Altersgruppen innerhalb der Zieldimensionen als Grundlage für eine entsprechende Gestaltung der Stiftungsangebote. Vor dem Hintergrund eines Mangels an empirischen Studien zur informatischen Bildung in den frühen Jahren, betonen die Mitglieder des Beirats wie auch Johannes Magenheim den Bedarf an Begleit- und Wirkungsforschung zum frühen Lernen über Informatik. Antonia Franke-Wiekhorst, Referentin für Naturwissenschaften, Technik und Informatik, gibt einen Einblick in die inhaltlichen Konzepte und pädagogischen Ideen für Informatikangebote, die die Stiftung derzeit mit Kindern und Fach- und Lehrkräften aus kooperierenden Einrichtungen pilotiert. Der Schwerpunkt liegt dabei zunächst auf Zugängen zur informatischen Bildung ohne den Einsatz digitaler Geräte ("unplugged"). Der Wissenschaftliche Beirat gibt Hinweise und Anregungen für die weitere Ausgestaltung der Materialien und Angebote. Der Beirat begrüßt die Nähe der geplanten Praxisideen zu den Alltagserfahrungen der Kinder. Ab Herbst 2017 wird das "I" in MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) mit konkreten pädagogischen Angeboten in das Fortbildungsprogramm der Stiftung integriert sein.

Im zweiten inhaltlichen Themenschwerpunkt der Sitzung berichtet Janna Pahnke, Bereichsleiterin Forschung und Qualitätsmanagement, von der strategischen Weiterentwicklung der Stiftungsangebote in Richtung einer langfristigen und noch stärker bedarfsgerechten Begleitung und Professionalisierung. Grundlage hierfür bilden Analysen vorhandener Daten und Rückmeldungen auf Fachkraft- und Einrichtungsebene. Um die Passung zwischen Angeboten und Nutzern aus der Praxis weiter zu optimieren und Pädagoginnen und Einrichtungen gute Orientierung im Fortbildungs- und Zertifizierungsprogramm zu ermöglichen, plant die Stiftung "Haus der kleinen Forscher" die Entwicklung eines digitalen Systems, über welches Trainerinnen und Trainer sowie pädagogische Fach- und Lehrkräfte ihren eigenen Entwicklungsstand in Bezug auf ihre Tätigkeit in der MINT-Bildung analysieren und darauf aufbauend Empfehlungen für passgenaue Qualifizierungsangebote erhalten können. Die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats begrüßen die Idee eines solchen Systems zur Orientierungshilfe und bedarfsgerechten Weiterqualifizierung und weisen auf erfolgskritische Faktoren für die Umsetzung hin. Karen Bartling beschreibt, wie die ab 2017 geplante Studie zu Verlaufswegen der Entwicklung pädagogischer Fach- und Lehrkräften in der Initiative „Haus der kleinen Forscher“ in den Entwicklungsprozess des Orientierungssystems eingebunden sein wird. Die Beiratsmitglieder diskutieren die Formulierung der Fragestellung und tragen mit ihren Empfehlungen zur weiteren Präzisierung der Studienkonzeption bei (Studienausschreibung erfolgt Anfang 2017).

Für die nächste Beiratssitzung am 6. März 2017 ist als Thema u.a. der aktuelle Stand im Projekt "Trainerakademie 2.0" vorgesehen.

Haus der kleinen Forscher auf Facebook Haus der kleinen Forscher auf Twitter Haus der kleinen Forscher auf Youtube