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© iStock.com / Aaron Amat

LERNFÖRDERLICHE GESTALTUNG ZEITLICHER STRUKTUREN

Viele Faktoren beeinflussen die zeitlichen Strukturen für das Entdecken und Forschen in der Kita: Manche sind veränderbar, wie z. B. Regeln, Abläufe von Übergangssituationen und Freispielzeiten; andere, wie der Fachkräfte-Kind-Schlüssel, kaum. Wie Sie die veränderbaren Strukturen und Rahmenbedingungen besonders gewinnbringend für das Entdecken und Forschen nutzen können, erfahren Sie hier.

Welche Strukturen oder Rahmenbedingungen unterstützen die lernförderliche Gestaltung zeitlicher Strukturen beim alltagsintegrierten entdeckenden und forschenden Lernen?

Alltagssituationen nutzen

Erzieher forscht mit Kind am Waschbecken
© Stiftung Haus der kleinen Forscher / Christoph Wehrer

Das entdeckende und forschende Lernen im Alltag ermöglicht es, jede Situation als Bildungsmoment zu nutzen. Alltagssituationen wie Anziehen und Waschen sind somit nicht mehr nur Übergänge, die mit Stress einhergehen und getan werden müssen, sondern bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten, um in Beziehungs- und Lernprozesse mit den Kindern zu gehen. Hierfür ist es notwendig, viel Zeit für diese Situationen einzuplanen.

Viel Zeit und Raum zum freien Spiel

Kinder versuchen mit einer Schnur den kürzesten Weg auf einem Spielbrett zu finden.
© Stiftung "Haus der kleinen Forscher" / Christoph Wehrer

Für das entdeckende und forschende Lernen ist es wichtig, dass die Kinder viel Zeit und Raum zum freien Spiel haben, damit sie ihren individuellen Interessen selbstgesteuert nachgehen können. Teiloffenes oder offenes Arbeiten und verlässliche Regeln unterstützen dies. Freie Spielphasen können von pädagogischen Fachkräften genutzt werden, um Gespräche mit einzelnen Kindern zu führen, Beobachtungen durchzuführen und individuell auf einzelne Kinder einzugehen.

Regeln, Rituale und wiederkehrende Abläufe

Mehrere Kinder sitzen im Morgenkreis zusammen
© Stiftung "Haus der kleinen Forscher"

Regeln, Rituale und wiederkehrende Abläufe ermöglichen es Kindern, eigenständig zu handeln und zu spielen sowie Konflikte ohne Hilfe meistern zu können. Die pädagogische Fachkraft gewinnt so an zeitlichen Ressourcen für z. B. Beobachtungen oder Kleingruppenarbeit. Kinder müssen Regeln und wiederkehrende Abläufe nachvollziehen und verinnerlichen können. Insbesondere Regeln sollten mit den Kindern gemeinsam erarbeitet und reflektiert werden.


Zeit lernförderlich gestalten: Was heißt das ganz konkret?

Erzieherin und Kitakind beobachten gemeinsam drei kleine Sanduhren auf dem Tisch.
© Christoph Wehrer / (c) Stiftung Haus der kleinen Forscher

Reflektieren Sie folgende Aussagen: Ist dies bereits in Ihrer Kita Alltag? Möchten Sie sich in diesem Bereich weiterentwickeln? Was können Sie und Ihr Team hierfür tun?

Gerne können Sie für Ihre Reflexion unsere Vorlage nutzen: einfach ausdrucken, Entwicklungspotenziale erkennen und Ihre Gedanken dazu notieren.

Vorlage mit Reflexionsfragen herunterladen

Tipps - aus der Praxis für die Praxis

"Bitte, nur noch fünf Minuten!"

© Stiftung "Haus der kleinen Forscher" / Christoph Wehrer

Die verabredeten fünf Minuten kommen vielen Erwachsenen lang vor, doch für Ihr Kind sind sie häufig viel zu kurz. Bauen Sie doch gemeinsam eine Sanduhr als unparteiischen Zeitmesser! Dazu benötigen Sie zwei Plastikflaschen, von denen Ihr Kind eine etwa zur Hälfte mit Sand befüllt. Bohren Sie gemeinsam ein Loch in die Schraubdeckel. Je größer die Löcher sind, umso schneller wird später der Sand herausrieseln. Die Flaschen werden mit den durchbohrten Schraubdeckeln verschlossen, die leere Flasche kopfüber auf die sandbefüllte Flasche gehalten und mit Klebeband fixiert. Nun können die Kinder die Sanduhr umdrehen und mit der Stoppuhr die Zeit messen, die der Sand benötigt, um vollständig in die leere Flasche zu rieseln. Füllen Sie zusätzlichen Sand ein, entnehmen Sie welchen oder variieren Sie die Größe der Löcher im Deckel, falls Sie die Zeitspanne der Sanduhr verändern möchten.

"Was schaffst du alles in einer Minute?"

© Stiftung "Haus der kleinen Forscher" / C. Wehrer

Fragen Sie die Mädchen und Jungen außerdem, was sie glauben, in einer Minute alles schaffen zu können. Einen Apfel oder einen Joghurt ganz aufessen? Die große Runde im Außengelände oder auf dem Schulhof laufen? Probieren Sie es gemeinsam aus.

Austauschgruppen

Eine Frau sitzt an einem Laptop und lächelt.
© Braun Media GmbH / Stiftung Haus der kleinen Forscher

Möchten Sie sich mit anderen Kolleginnen und Kollegen über Ihre Erfahrungen austauschen und Praxisideen sammeln? Foren zu unterschiedlichen Themen finden Sie auf unserem kostenfreien "Campus" (Login erforderlich).

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