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Praxisbeispiel Bildung für nachhaltige Entwicklung

Viele kleine Schritte verändern die Welt. Den Winterbeeren auf der Spur

Wachsende Samen

Die Ganzheitliche Vorschule Ahrensburg (Schleswig-Holstein) ist als "Haus der kleinen Forscher" zertifiziert und hat mit dem Projekt "Viele kleine Schritte verändern die Welt. Den Winterbeeren auf der Spur" ein Projekt im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung sehr gut umgesetzt.

Wie sind die Kinder auf das Thema gekommen?

Als einige Mädchen und Jungen im Winter Erdbeeren zum Frühstück aßen, fragten sie sich, wie diese bei der Kälte eigentlich wachsen konnten. Die Gruppe schaute sich auf den umliegenden Feldern um, fand aber nur ein paar Salate und Grünkohl.
Doch wo kamen die Erdbeeren dann her? Aus dieser Frage entstand ein vielfältiges Projekt, in dem die Kinder unter anderem erforschten, was es mit ökologischer Landwirtschaft, Fair Trade und Gentechnik auf sich hat.

Wie sind die Kinder vorgegangen?

Icon Bildung für nachhaltige Entwicklung

Zunächst beschäftigten sich die Mädchen und Jungen mit dem Wachstum von Pflanzen im Allgemeinen und der Funktion von Treibhäusern. Dabei fanden sie heraus, dass viel Energie benötigt wird, um die Pflanzen auch im Winter mit Licht und Wärme zu versorgen und sie so zum Wachsen anzuregen. Die Kinder erkundeten den Einfluss des Wetters und der Jahreszeiten, experimentierten rund um das Thema „Energie“ und überlegten, wie sie selbst dazu beitragen könnten, Energie zu sparen. Die Mitarbeitenden der Kita schickten Infobriefe über die neuen Erkenntnisse der Mädchen und Jungen an die Familien und motivierten sie dazu, zu Hause mit ihren Kindern weiterzuforschen.

Auf dem vorschuleigenen Feld spürten die Mädchen und Jungen dann am eigenen Körper, wie viel Energie es kostet, Lebensmittel zu produzieren. Sie pflanzten Mais und insgesamt 30 alte Kartoffelsorten. Der Mais musste angezogen und umgetopft werden. Die Kinder verloren bei den vielen Pflanzen fast den Überblick und entwickelten daher Ideen, den "Produktionsablauf" zu optimieren. So entstand eine Produktionskette, in der einige für den Nachschub an Pflanzerde, andere für das Umtopfen und wiederum andere für das Einstellen des eingetopften Maises in Transportkisten verantwortlich waren.

Was haben sie herausgefunden?

Auch der Kartoffelanbau folgte einer Art Produktionskette: Als die Mädchen und Jungen im Spätsommer in die Vorschule kamen, war Erntezeit. Die Kartoffeln wurden ausgegraben und in vielen leckeren Gerichten verspeist. Im Frühjahr setzten die Kinder dann neue Kartoffeln für die Vorschülerinnen und -schüler nach ihnen und beobachteten, wie sie über den Sommer heranwuchsen. Ihre Beobachtung hielten sie in Forschungsmappen mit Hilfe von Zeichnungen fest. Die Mädchen und Jungen lernten viel darüber, welche Mühe es macht, Dinge zu produzieren. Inspiriert durch diese Erkenntnisse richteten die Kinder eine Tauschen-Verschenken-Börse in der Kita ein und regten die Mitarbeitenden und Familien zum Nachdenken darüber an, was sie wirklich brauchen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung – Aspekte im Praxisbeispiel

  • Alltagsbezug: Bei einer sich wiederholenden Alltagssituation, dem Frühstück, tauchte eine Frage nach der Herkunft des Essens auf.
  • Lokal & global: Die Mädchen und Jungen entdeckten und erforschten, welche Konsequenzen ihr Konsum lokal und global hat und entwickelten Handlungsideen. Beispielsweise pflanzten sie eigenes Gemüse an und richteten eine Tauschbörse ein.
  • Selbstständig planen und handeln: Die Kinder lernten viel über Pflanzenwachstum und setzten ihr Wissen beim Anbau von Kartoffeln und Mais um.
  • Öffnung nach außen: Beim Gemüseanbau handelten die Mädchen und Jungen gemeinsam und banden den nächsten Jahrgang der Kita mit ein. Die Eltern wurden regelmäßig durch Info- und Ideenbriefe beteiligt.
  • Anknüpfungspunkte: Außer beim Frühstück können Fragen nach der Herkunft des Essens auch in Pausen oder bei Festen entstehen. Wenn in Kita, Hort oder Grundschule kein Nutzgarten zur Verfügung steht, kann man die Familien der Kinder nach Brachflächen fragen, die bewirtschaftet werden können. Manche Städte bieten auch in Parks oder auf Dächern öffentlicher Gebäude kleine Nutzflächen an. KATE Berlin e. V. – Das Klimafrühstück bietet Materialien rund um das Thema Frühstück und Klima: www.kate-berlin.de.
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